Yoko ono & co in der Galerie Arbeiterfotografie

Spaziergang zum Photoszene-Festival Köln

Wie ich bereits berichtet habe, werden auf der Photokina kaum noch Fotos ausgestellt. Dafür gibt es jetzt das Photoszene-Festival Köln. Viele interessante Events und Ausstellungen rund um das Thema Fotografie.

So haben wir den Photokina-Samstag genutzt und sind bei bestem Herbstwetter ein wenig durch Köln gezogen und haben ein paar Ausstellungen besucht. Leider haben wir bei weitem nicht so viel geschafft, wie wir vor hatten. Dafür haben wir ein paar nette Menschen kennengelernt.

Doing the Document im Museum Ludwig

Wir haben mit dieser Ausstellung angefangen, weil wir uns noch vorher in der Nähe im Restaurant Great Wall schön scharfes Lamm mit Chilli gegönnt haben.
Der Eintritt kostet leider 13 €, aber auch nur, weil man damit Zugang zum gesamten Museum, also auch allen anderen Ausstellungen bekommt. Die Fotos selbst waren von namenhaften Künstlern, wie Diane Arbus, Walker Evans, Lee Friedlander oder August Sander. Daher war dort zumindest für uns nicht viel „Neues“.

The Island of the Colorblind in der Galerie Lichtblick

Diese Ausstellung hat mich interessiert, weil ich selbst auch Infrarot-Fotografie betreibe. Tatsächlich habe ich eigentlich etwas Anderes erwartet, es waren recht wenige Bilder, die auch recht unterschiedlich waren. Aber dort konnte ich das erste interessante Gespräch über Fotografie und meine Projekte mit dem Betreiber der Galerie führen. Auch die Galerie an sich war recht speziell. Aber ich mag so etwas.

Yoko ono & co in der Galerie Arbeiterfotografie

Hier sind wir erst mal vorbei gelaufen, denn die Galerie ist eigentlich ein Teil einer Wohnung. Wir klingelten einfach und uns machte eine nette ältere Dame auf. Zufällig kam einige Minuten später auch die Künstlerin vorbei und wir konnten über ihre Arbeiten und die Fotografie im Allgemeinen plaudern. Die Bilder an sich waren jetzt nicht ganz so mein Ding, aber die zwei Damen und unser Gespräch waren sehr nett.

Fading Memories im Lokal Alte Feuerwache

Diese Ausstellung selbst fand ich leider etwas enttäuschend. Die Bilder wurden in einem Restaurant ausgestellt und zeigten im Prinzip die momentan recht beliebten und daher verbreiteten Lost-Places-Motive. Auch die technische Umsetzung entsprach nicht dem, was ich erwartet habe.
Dafür war die Location, also die Alte Feuerwache genau mein Ding. Ein alter Gebäudekomplex mit einem schönen Innenhof, wo sich die Menschen des Veedels (Kölsch für Viertel oder Kietz) zusammenkommen, gemeinsame Projekte durchführen und eine gute Zeit haben können. Kann mir gut vorstellen, dass wir da irgendwann noch mal hinfahren werden.

Sky / Sand im Studio Guido Schiefer / Thomas Kost

Sky / Sand im Studio Guido Schiefer / Thomas Kost

Sky / Sand im Studio Guido Schiefer / Thomas Kost

Das zu finden war auch nicht leicht. Zuerst musste man in einen Hinterhof und dann auch noch in einen Keller. Ich mag so etwas aber ganz gern, meistens viel lieber, als die üblichen fancy Galerien. So hat man oft die Gelegenheit einen Blick auf Bereiche werfen zu können, zu denen man sonst keinen Zugang hat.
Hier findet man zwei Ausstellungen. Die eine zeigt ältere Fallschirmspringer, die andere Bunker(-Ruinen) am Atlantikwall. Die
Fallschirmspringer sind sicherlich Zeitdokumente, für mich persönlich aber nur ganz nette Portraits. Die Bunker wiederum fand ich durchaus sehr interessant.

Wir hätten gerne noch mehr gesehen, aber die Ausstellungen sind über ganz Köln verstreut. Selbst mit der Straßenbahn ist nicht viel mehr zu schaffen, will man nicht im Laufschritt durch die Ausstellungen hetzen.
Auch wenn wir nicht mit allen Bildern etwas anfangen konnten, so erweitern sie doch den persönlichen Horizont. Außerdem kann man so einen schönen Tag damit verbringen durch eine schöne Stadt zu laufen und interessante Gespräche mit Gleichgesinnten zu führen.

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Photokina 2018

Photokina 2018

Photokina 2018

Photokina 2018

Das war sie, die erste Photokina, die jährlich stattfindet. Auch diesmal habe ich sie besucht, auch wenn ich nicht ernsthaft an neuem Equipment interessiert war. Meine nächsten Anschaffungen (Fujifilm X-E3 und Fujifilm XF 23 mm F/2) stehen schon mehr oder weniger fest. Da sie aber quasi um die Ecke stattfindet, nutze ich die Gelegenheit die Neuheiten zumindest mal in Natura zu sehen und mir Druckerpapier anzuschauen.

Diese Photokina war nicht nur die erste Jährliche, sie war auch die erste deutlich Kleinere. Tatsächlich fehlten einige Marken oder hatten kleinere Stände. Die großen Marken hatten aber, wie gewohnt, weiterhin riesige Stände. Außerdem gab es noch weniger Ausstellungen als bisher. Besonders schmerzlich habe ich die Visual Gallery vermisst. Wenigstens wurde wenigstens der Deutsche Jugendfotopreis nicht abgeschafft.
Damit vollzieht die Messe weiterhin den Wandel weg von der Fotografie hin zur Fototechnik.

Wenn man überhaupt nicht weiß, was man sich kaufen möchte, ist de Photokina eine gute Gelegenheit die Produkte der großen Hersteller auszuprobieren. Wenn man aber nur noch eine kleine Auswahl hat, dann rate ich eher zu einem Fachhändler zu gehen, denn dort kann man das Equipment meist in Ruhe testen und sich entscheiden, ohne dass einem eine Meute im Nacken hängt. Dort muss man normalerweise auch nicht in ewig langen Schlangen anstehen.

Aus diesem Grund habe ich mir die Nikon Z7 und die Canon EOS R nur in der Vitrine angeschaut. Kaufen will ich mir die eh nicht, wollte aber die Größe sehen. Ja, es sind Vollformat-Kameras, aber für mich geht dadurch ein großer Vorteil der Spiegellosen dadurch verloren: Sie sind mir zu groß.


Größenvergleich der Fujifilm-Kameras

Größenvergleich der Fujifilm-Kameras

Aus reiner Neugier habe ich mir die neue Mittelformat-Rangefinder von Fujifilm angeschaut: Fujifilm GFX 50R. Die Kamera ist ganz nett, aber so ganz verstehe ich das Konzept nicht. Die Auflösung bieten auch DSLRs, nur sind diese ausgereift und wesentlich flotter. Mag sein, dass die Bildqualität etwas besser ist, aber ich frage mich, wofür das entscheidend ist.

Als ich mir einige Sofortbild-Kameras angeschaut habe, bin ich zufällig auf die Fujifilm X10 gestoßen. Ganz nett, passt wirklich in die Westentasche. Ich würde vermutlich trotzdem die X70 bevorzugen.


Basteln bei Fujifilm

Basteln bei Fujifilm

Fuji hat mittlerweile auch einige interessante Sofortbild-Kameras. Sogar im bekannten Polaroid-Format.

Ilford Creative Emulsion

Ilford Creative Emulsion

Eine Besonderheit ist mir dann doch noch am Ilford-Stand aufgefallen: Creative Emulsion. Damit kann man fast jedes Papier für Fotos bedruckbar machen. Zum Beispiel auch Zeitungspapier. Die Muster dort waren sehr interessant.

Alles in Allem hat sich die Photokina für mich dennoch gelohnt, denn dort findet man fast alle großen Papierhersteller und Druckdienste und kann sich deren Produkte anschauen und anfassen. So habe ich mir verschiedene Fotobücher angeschaut, da ich demnächst mehr davon erstellen möchte. Am besten haben mir die Bücher bei Whitewall gefallen. Und da besonders Premium Digitaldruck auf Premium Matt ungestrichen. Hat irgendwie was.

Papier-Samples

Papier-Samples

Von den Fotopapieren haben mir am besten die matten Papiere von Hahnemühle und von Canson gefallen. Ich habe die Gelegenheit genutzt mir Fächer mit Proben der verschiedenen Papiere zu besorgen. Leider hat mir der Berater von Ilford 10 EUR dafür abgeknöpft. Alle anderen habe ich so bekommen. Bei Canson gab es sogar Papier in A4 Format zum Ausprobieren. Auch die Beratung bei Canson war sehr freundlich und gut. Da mochte ich am liebsten Velin Museum Rag, Printmaking Rag und Aquarelle Rag. Vor allem das Letzte finde ich ganz toll, da es die Bilder ein wenig wie Aquarelle aussehen lässt. Das richtige Motiv vorausgesetzt.
Mit diesen Erfahrungen werd eich mir in der nächsten Zeit einige Papiere kaufen und mit meinen Bildern ausprobieren. Bin schon gespannt, wie z.B. meine Infrarot-Bilder auf Aquarell-Papier wirken.

Zum Schluss muss ich noch sagen, dass es rund um die Photokina das „Photoszene-Festival Köln“ stattfindet. Wer also mehr an Fotografie als an Technik interessiert ist, wird dort sicherlich glücklich werden. Vor allem weil dort auch Arbeiten zu sehen sind, die man vermutlich auch in einer Visual Gallery nicht gezeigt bekommen würde.

Mastodon ist kein Twitter-Ersatz

Mastodon ist kein Twitter-Ersatz

Mastodon ist kein Twitter-Ersatz

Mastodon ist kein Twitter-Ersatz

Als ich angefangen habe mich mit Twitter zu beschäftigen und es gelegentlich auch zu nutzen, habe ich es nicht wirklich verstanden. Und bis heute gibt es dort Funktionen, die ich nicht verstehe und/oder nicht nutze. Was ist eine Timeline? Was ist eine Liste? Was ist ein Tweet? Was ist ein Retweet? Was ist eine Direktnachricht? Wer kann lesen, was ich schreibe? Diese und viele andere Fragen hatte ich anfangs. Mit der Zeit lernt man immer wieder dazu und irgendwann ist man einfach daran gewöhnt. Die Begriffe gehen sogar in den täglichen Sprachgebrauch über.

Nun kündigt Twitter wieder mal Änderungen und Restriktionen an, die vielen Benutzern nicht gefallen. Es gibt Entrüstungswellen, viele schimpfen, fügen sich am Ende aber doch. Und das nicht zum ersten Mal. Es gibt aber auch einige, die über den Tellerrand schauen und dort auf Mastodon treffen. Hey, ein Dienst, der wie Twitter ist, nur ohne diese blöden Änderungen. Und da fängt das Dilemma schon an, denn diese Annahme halte ich für falsch. Ja, es ist ein Microblogging-Dienst, der oberflächlich wie Twitter vor einigen Jahren wirkt. Unter der Haube steckt aber eine komplett andere Philosophie. Für die Nutzung von Mastodon ist es hilfreich diese Philosophie zu verstehen. Keine Angst, es ist überhaupt nicht so kompliziert, wie man anfangs vermutet.

Twitter (zentralisiert)

Twitter (zentralisiert)

Twitter ist ein Dienst, der von einer amerikanischen Firma kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Jeder kann sich dort anmelden, sich vernetzen und selbst Beiträge verfassen. Klingt zunächst mal gut, bis man sich die Frage stellt, wie ein gewinnorientiertes Unternehmen daraus Kapital schlagen kann, wenn die Nutzung des Dienstes doch kostenlos ist. Im Prinzip ist es ganz einfach. Zum einen werden deine Daten einfach verkauft, Du weißt aber nicht an wen und was genau. Zum anderen schaltet Twitter direkt Werbung lässt aber auch Werbetreibende quasi als „normale“ Nutzer agieren, deren Beiträge Werbung sind. Das bedeutet, je mehr man auf Twitter liest und schreibt, desto mehr Gewinn macht Twitter. Also wird Twitter versuchen dich so lange wie möglich auf seiner Seite oder in seiner App zu halten. Dafür gibt es einige technische Maßnahmen, wie z.B. die Abschaffung der chronologischen Timeline und das Einführen einer „smarten“ Timeline. Kurze gesagt entscheidet ein Stück Software, oder besser gesagt der Ersteller dieser Software, was Du sehen sollst und nicht mehr Du selbst. Wie diese Software genau funktioniert, weiß nur Twitter selbst. So können Beiträge angezeigt werden, die dich vielleicht besonders interessieren, es können aber auch einfach finanzierte Beiträge sein, für deren Ranking Twitter einfach Geld bekommt. Das kann Werbung sein, aber ebenso z.B. politische Parolen oder gar Fake News.

Mastodon (dezentralisiert)

Mastodon (dezentralisiert)

Aber wie läuft das bei Mastodon? Das kann doch schließlich auch jeder auch kostenlos nutzen. Vom Prinzip her funktioniert das ähnlich, wie E-Mail. Es gibt kein Unternehmen, dass E-Mail heißt, oder über das alle E-Mails versendet werden müssen, damit sie beim Empfänger ankommen. Es gibt zwar Email-Provider, also Anbieter von Email-Diensten (GMX, Web.de, GMail, usw.), aber im Prinzip kann jeder von uns zum Email-Provider werden. Dazu muss man „nur“ einen Email-Server betreiben, der mit anderen Email-Servern kommunizieren kann. Natürlich ist das fast jedem Email-Nutzer zu aufwändig, also nutzt man einen bestehenden Dienst. Das Besondere ist eben, dass es keine führende und bestimmende Stelle gibt. Email funktioniert also dezentral. Einer der Vorteile ist, dass wenn ein Email-Provider ausfällt, also z.B. GMX, sich Nutzer von Web.de und GMail trotzdem weiterhin Emails schicken können. Bei Mastodon nennen sich diese Provider „Instanzen“. Zugegeben, ein etwas technischer Name, aber der Name ist eigentlich unwichtig. Diese Instanz ist wieder einfach nur ein Stück Software, der irgendwo von jemandem betrieben wird. An dieser Instanz kann man sich registrieren (wie bei Twitter auch) und ist dann dort Mitglied. Man kann dort, wie bei Twitter auch, Beiträge verfassen und sich mit anderen Nutzern vernetzen. Es funktioniert also sehr ähnlich, wie Twitter. Natürlich gibt es aber auch einige Unterschiede. Einer der größten und auffälligsten Unterschiede ist, dass es drei Timelines gibt. Was?!? Drei?!? Ja, aber wenn man es mal verstanden hat, macht es durchaus viel Sinn und ist sogar ein großer Vorteil. In der ersten Timeline sehe ich nur die Beiträge der Nutzer, denen man selbst folgt. Das entspricht im Prinzip der Twitter-Timeline, nur dass diese chronologisch ist und es keine Algorithmen gibt, die einem vorschreiben, was man zu sehen bekommt. In zweiten Timeline sieht man die Beiträge, die alle Nutzer, die auf dieser Instanz angemeldet sind, verfasst oder geteilt haben. Je nach dem, wie viele Nutzer auf einer Instanz aktiv sind, können das wenig, aber auch sehr viele Beiträge sein. Das wäre aber recht wenig und auch in sich geschlossen, also nicht viel anders, als Twitter. Wie schon erwähnt, können diese Instanzen aber auch untereinander kommunizieren. In der dritten Timeline sehe ich die Beiträge fast aller Instanzen. Das bedeutet, dass ich nicht auf die Nutzer „meiner“ Instanz beschränkt bin, sondern mich auch mit den Nutzern fast aller anderen Instanzen vernetzen kann. Warum nur fast? Nun, jeder, der will, kann so eine Instanz betreiben. Es gibt keine zentrale Stelle, die bestimmt wer eine Instanz betreibt oder welche Themen dort behandelt werden oder welche Regeln es dort gibt. Die Aussage, dass Mastodon ein Twitter ohne Nazis ist, kann also falsch sein, denn auch Nazis können so eine Instanz betreiben. Wo ist also da der Vorteil? Ganz einfach, der Betreiber einer jeden Instanz kann andere Instanzen komplett blocken. Das bedeutet, die Beiträge dieser Instanzen tauchen bei mir nirgendwo auf. Innerhalb einer Instanz stellen die Betreiber die Regeln auf und setze diese auch durch. Wenn mir also die Regeln einer Instanz nicht gefallen, oder dort Themen besprochen werden, die mich nicht interessieren oder mir nicht gefallen, dann kann ich mich einfach bei einer anderen Instanz registrieren und bleibe Teil des Netzwerks. Leider kann man derzeit bei einem solchen Umzug seine Beiträge nicht „mitnehmen“, aber daran wird bereits gearbeitet.
Natürlich muss man sich auch hier die Frage stellen, wie sich Mastodon finanziert. Die Instanzen, die mir bekannt sind, werden alle von Enthusiasten betrieben und durch Spenden betrieben. Man muss also nichts zahlen, aber es wäre nett, wenn man ab und an ein paar Euro erübrigen kann, schließlich zahlt man nicht mit seinen Daten und seiner Aufmerksamkeit. Es gibt keine Tracker und auch keine geschaltete Werbung. Natürlich können Nutzer Werbung posten, aber je nach Regeln der Instanz wird das auch unterbunden.

Natürlich kann man dieses Blocken von Instanzen kritisch sehen, denn so entstehen wieder Filterblasen und Echokammern. Meinungsfreiheit ist ein teures und wichtiges Gut. Aber Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass man auch die Meinung eines jeden konsumieren muss. Wie gesagt, wenn einem zu viel geblockt wird, sucht man sich eine andere Instanz, die da weniger restriktiv ist. Ich persönlich halte die Meinungsfreiheit bei Twitter aber auch als Ausrede. Wie gesagt, Twitter und Facebook profitieren davon, wenn man möglichst lange und oft diese Dienste nutzt. Auch wenn sich das paradox anhört, Hass hilft dabei. Dort werden erbitterte ideologische Grabenkämpfe ausgetragen, die am Ende zu nichts führen. Wir gegen die, die gegen uns, wie alle gegen noch andere, usw. Angst und Hass sind sehr starke weil emotionale Triebfedern. Mittlerweile muss man sagen sind Facebook und Twitter asoziale Medien. Gruppen und einzelne Menschen werden dort regelrecht fertig gemacht.

Dagegen fühlt sich Mastodon für mich an, wie lockere Gespräche mit Freunden in der Küche bei einem Bierchen. Dort muss ich mir auch nicht jedermanns Meinung anhören. Mastodon ist für Werbetreibende, Influencer, Politiker, Journalisten und Selbstdarsteller und alle, die Twitter wie ein Megaphon nutzen und so Aufmerksamkeit generieren, unattraktiv. Daher auch deren negative Äußerungen über Mastodon. Man will ja seine Follower schließlich zu Geld machen. Manch einer rümpft da die Nase, aber es ist kaum möglich dort irgendeine Marke aufzubauen oder Marketingstrategien zu fahren. Wer das will, ist bei Twitter besser aufgehoben. Für Manche ist das ein großer Nachteil, ich feiere Mastodon dafür. Das mag der eine oder andere anders sehen, aber ich persönlich möchte gar nicht, dass alle oder viele Twitter-Nutzer zu Mastodon kommen. Ich möchte nicht, dass Mastodon wie Twitter wird. Es ist eben kein Ersatz dafür. Es gibt auch viele, die aus Erfahrung behaupten, dass Mastodon genau so untergehen wird, wie andere Alternativen vorher. Das mag sein, das weiß ich nicht. Man schaue sich aber mal an, wie oft die Email schon für tot erklärt wurde. Dieser dezentrale Ansatz ist eben etwas anderes. Mastodon ist auch nicht neu, es gibt es schon seit 2016. Und wenn man mal genau ist, ist Mastodon nur eine Ausprägung eines technischen Protokolls. Es gibt andere Dienste, die dieses Protokoll nutzen. Es gibt Alternativen für Facebook, Instagram, Youtube usw. Und das Coole ist, dank dieses Protokolls können die alle miteinander kommunizieren (nennt man Fediverse oder Fediversum) und es können auch neue andere Dienste entstehen. Und keiner dieser Dienste gehört jemandem, schon gar nicht irgendwelchen gesichtslosen Konzernen.
Es geht dabei gar nicht darum Twitter zu stürzen und den Markt zu dominieren (was theoretisch passieren könnte), sondern um eine Alternative bei der man sich nicht mit allem abfinden muss. Es gibt ja auch viele Nutzer, die beides nutzen (so wie ich).

Natürlich gibt es auch einige Nachteile. Wie bei Twitter auch. Nichts ist perfekt. Die Benutzeroberfläche ist gewöhnungsbedürftig. Es gibt manche Funktionen nicht, andere funktionieren anders, als man es gewohnt ist. Die Apps für Smartphones sind vielleicht auch noch nicht so weit, wie ihre Twitter-Entsprechungen. Zum Einen liegt das daran, dass da kein Multimilliarden-Konzern mit entsprechenden Ressourcen dahinter steckt, zum anderen ist der Dienst ja auch noch relativ jung. Also gib dem Ganzen etwas Zeit und eine echte Chance. Man kann sich direkt an die Entwickler wenden, und so Fehler aber auch Verbesserungsvorschläge melden. Da Mastodon Opensource ist, kann sogar jeder, der will und kann den Code als Basis nehmen und ihn für seine Zwecke umschreiben und nutzen. Es gibt aber auch Funktionen, die bewusst nicht nachgebaut werden. Am Anfang war ich sehr irritiert, dass man bei Retweets (bei Mastodon Boosts genannt) nicht kommentieren kann. Das ist so gewollt. Warum? Bei Twitter hat sich gezeigt, dass diese Funktion Diskussionen vergiften kann. Mit dieser Funktion kann man einzelne Beiträge aus dem Zusammenhang reißen und Menschen damit vorführen, statt direkt mit ihnen zu kommunizieren.

Es kann leider auch passieren, dass einzelne Instanzen komplett verschwinden. Dafür haben die Betreiber ihre Gründe, auch wenn man die blöd findet. Ganz blöd ist es, wenn das ohne Vorwarnung passiert. Die Wahl einer Instanz ist nicht einfach. Viele gehen auf die bekannteste und momentan auch wohl größte Instanz. Das empfehle ich aber nicht. Zum einen ist die Timeline dieser Instanz ziemlich voll, zum anderen kann die Instanz an ihre technischen Grenzen stoßen, wenn viele Benutzer aktiv sind. Ich empfehle kleinere, aber nicht zu kleine Instanzen. Am besten regionale, also wenn man z.B. in Köln wohnt, kann man sich eine Instanz aus dieser Region suchen (sofern es eine gibt). Dort ist die Chance groß andere Nutzer aus der Gegend anzutreffen und dennoch kann man mit den Benutzern (fast) aller anderen Instanzen kommunizieren.
Auch der Datenschutz ist so eine Sache. Im Prinzip vertraut man seine Beiträge dem Betreiber an, es gehört also Vertrauen dazu. Aber ist das bei Twitter anders? Twitter wird in den USA betrieben. Weißt Du, wem die alles deine Daten geben oder verkaufen (und das tun die)? Die Betreiber deutscher Instanzen müssen sich zumindest an das Deutsche Recht halten. Außerdem sollte jedem auch klar sein, dass man egal wo im Internet keine Dinge verbreitet, die man nicht in der Öffentlichkeit haben will.

Ich will nicht auf alle Funktionen eingehen, nicht alle Begriffe erklären. Dazu gibt es im Netz schon genug Seiten und dieser Text ist auch schon zu lang. Klar ist das alles am Anfang ungewohnt. Das war Twitter am Anfang aber auch (siehe Anfang dieses Textes). Informiert euch, probiert es aus, und wenn es euch gefällt, dann bleibt. Aber bleibt flauschig und macht diese Alternative nicht zu einem zweiten Twitter.
Ich habe für mich eine nette Community gefunden und es ist (zumindest derzeit) ein wirklich soziales Netzwerk, dass ich gerne nutze. Ja, ich bin noch auf Facebook und auf Twitter, aber ich nutze diese anders, wenn überhaupt noch.
Es macht in meinen Augen keinen Sinn, sich ständig über Twitter zu ärgern, und auf Besserung zu hoffen. Gelegenheit dazu hatte Twitter schon oft. Statt vergeblich auf Twitters Änderung zu warten, ändere doch dich bzw. dein Verhalten und probier etwas anderes. Mastodon ist eine Möglichkeit (von vielen) dafür.

Kunsthochschule für Medien Köln: Rundgang 2018

Kunsthochschule für Medien Köln: Rundgang 2018

Kunsthochschule für Medien Köln: Rundgang 2018

Kunsthochschule für Medien Köln: Rundgang 2018

Vor kurzem waren wir beim Rundgang der Kunsthochschule für Medien Köln. Dort wurden die Abschlussarbeiten der Studenten ausgestellt. Leider war es der erste Tag der Ausstellung (Donnerstag). Es waren noch nicht alle Exponate aufgebaut bzw. befanden sich gerade im Aufbau. Es gab auch kaum jemanden, den man hätte fragen können, was die Arbeiten darstellen. Vieles davon erschien uns irgendwie beklemmend und düster. Hinzu kam, dass die Wege zu den einzelnen Ausstellungsstücken nicht wirklich ausgeschildert waren. So kam es, dass man nur durch Zufall eine Installation in einer Dusche fand, während man an anderer Stelle plötzlich in irgendwelche Büros in Meetings rein platze. Auch die Weg-Beschreibung zu der Ausstellung im Rheinauhafen war sehr missverständlich, so dass wir in der Hitze erst mal suchen mussten. Von Studenten der Medienwissenschaften erwarte ich eigentlich eindeutigere Hinweise.

Dennoch war der Rundgang durchaus interessant, weil man so an Orte kam, wo man sonst keinen Zugang hat. Auch wenn die meisten Installationen nicht so mein Ding waren (vermutlich mangels Verständnis), können sie dennoch den eigenen Horizont erweitern.

Düsseldorf again

Fotografen in Düsseldorf

Ja, schon wieder Düsseldorf. Wie in Beitrag zum Düsseldorf Photoweekend 2018 beschrieben, läuft man bei dieser Gelegenheit viel durch die Stadt. Ich nutze diese Gelegenheit direkt und mache einige Bilder, die man als Fortsetzung meines Düsseldorf-Beitrags verstehen kann.

Chill out am Rheinufer in Düsseldorf

Weisse Flotte in Düsseldorf

Weisse Flotte in Düsseldorf

In between

Rote Pizza

In Düsseldorfs Hinterhof

Hipster Parkplatz

In Düsseldorf wird gerade viel abgerissen und neu gebaut

Das Stonehenge des Konsums

Düsseldorf Photoweekend 2018

Bereits 2015 und 2016 habe ich Düsseldorf Photoweekend besucht, und war begeistert. Vielfälltige Ausstellungen, tolle Locations, Vorträge, direkter Kontakt zu Künstlern, alles, was das Fotografen-Herz begehrt.
Mittlerweile mag ich Düsseldorf Photoweekend lieber, als die Photokina, bei der man mittlerweile das Gefühl hat, dass Fotografie eher störend ist bei der Präsentation neuer Fototechnik.

Ausstellung auf der Düsseldorf Photoweekend 2018

Ausstellung in deinem Café auf der Düsseldorf Photoweekend 2018

Die Ausstellungen auf der Düsseldorf Photoweekend sind zwar verstreut, aber in der Regel gut zu Fuß zu erreichen. So macht man eine kleine Schnitzeljagd durch die Stadt, macht nebenbei noch hier und da ein Foto und schaut sich die Arbeiten anderer Fotografen an. Bei gutem Wetter ein toller Tag.

Projektionen im Hinterzimmer auf der Düsseldorf Photoweekend 2018

Im Hinterzimmer der Düsseldorf Photoweekend 2018

Projektionen auf der Düsseldorf Photoweekend 2018

Auch so kann man Fotos präsentieren

Mittlerweile sind es aber so viele Ausstellungen, dass ein Tag nicht reicht sich alles anzuschauen. Macht nichts, wir haben uns einige interessante Ausstellungen rausgepickt, andere haben wir eher zufällig besucht, weil sie auf dem Weg lagen. So hat man eine schöne Mischung aus eigenen Interessen und mit etwas Glück neuen Eindrücken.

Ausstellung auf der Düsseldorf Photoweekend 2018

Ausstellung auf der Düsseldorf Photoweekend 2018

Bilder von Christoph Bangert auf der Düsseldorf Photoweekend 2018

Ausstellung im haus der Universität auf der Düsseldorf Photoweekend 2018

Gesprächsrunde zum Thema Geteilte Wirklichkeit: Krieg, Bilder, Medien

Gesprächsrunde zum Thema Geteilte Wirklichkeit: Krieg, Bilder, Medien

Im Haus der Universität haben Kriegsfotografen Sonja Hamad, Hosam Katan und Christoph Bangert großformatige Werke ausgestellt, die einem die Absurdität von Krieg zeigen. Christoph Bangert kenne ich schon von seinen Büchern, wie z.B. War Porn. Nichts für Zartbesaitete. Dabei geht es einerseits um das Dokumentieren und Zeigen von Tod und Zerstörung, um dem Betrachter zu zeigen, dass Krieg nicht so ist, wie man es aus Kino und TV kennt, sondern viel viel schlimmer. Andererseits schwingt da auch immer so der Verdacht des Voyeurismus oder Glorifizierens von Gewalt und Krieg mit.

Ausstellung auf der Düsseldorf Photoweekend 2018

Ausstellung auf der Düsseldorf Photoweekend 2018

Im Polnischen Institut haben die Fotografinen Anna Grzelewska und Zuza Krajewska ihre Arbeiten gezeigt. Sehr ausdrucksstarke und gleichzeitig intime Bilder aus einer Besserungsanstalt und vom Erwachsenwerden einer jungen Frau.

Caravane Culturelle Syrienne auf der Düsseldorf Photoweekend 2018

In der Galerie Breckner hatten vom Krieg gezeichnete Künstler aus Syrien im Rahmen der Caravane Culturelle Syrienne Gelegenheit Arbeiten über ihre Heimat zu zeigen.

Ausstellung auf der Düsseldorf Photoweekend 2018

Das waren so die für mich persönlich besten Arbeiten, die ich dort gesehen habe. Bringt einen zum Nachdenken.