Teutoburger Wald 2015

Hermannsdenkmal

Hermannsdenkmal

„Warum ausgerechnet Teutoburger Wald?“ oder „Wie seid ihr denn darauf gekommen?“ sind die üblichen Fragen, wenn ich erzähle, dass wir einen Teil unseres Urlaubs dort verbracht haben. Ich gebe zu, das ist kein Ziel, an das man denkt, wenn man sich einen Kurzurlaub gönnen möchte. Aber genau dafür ist es optimal.
Ich wollte nicht so weit und nicht so lang fahren. Bei nicht mal 240 km Entfernung ist man schnell dort und auch schnell wieder zurück. Außerdem wollte ich schon immer mal das Hermannsdenkmal sehen.

Wir haben uns für zwei Nächte in eine kleine private Pension eingemietet. Fast ganz oben auf einem Berg, ziemlich abgelegen am Rand eines Waldes, nur wenige Kilometer vom Hermannsdenkmal entfernt. Ruhe, Abgeschiedenheit und Natur. Leider auch kein Fernseher auf dem Zimmer. Manche würden das gut finden, ich nicht. Wenn man nicht fernsehen möchte, kann man das Gerät einfach abgeschaltet lassen. Ist es nicht da, ist das schon störend für die, die fernsehen möchten. Aber wenigstens gab es WLAN, wenn auch nur mäßig gutes.

Ganz in der Nähe findet man auch die berühmten Externsteine, die wir uns am ersten Abend angeschaut haben. Diese Fels- und Steinformation ist den Menschen wohl schon recht lange bekannt. Man findet sehr viele Bearbeitungsspuren, die schon aus dem Mittelalter stammen.
Man kann auf drei der Felsen über eine in den Stein gehauene Treppe klettern. Zwei der Felsen sind oben über eine Brücke miteinander verbunden, die man in fast 50 m Höhe überqueren kann.
Die Felsformation ist umgeben von einer parkähnlichen Anlage mit Teich. Auf den Wegen kann man sich rund um die Sehenswürdigkeit bewegen und sie sich so von allen Seiten anschauen. Das Licht an sich war an diesem Abend ganz schön. Da es aber eben schon Abend war, war die Sonne zum Fotografieren eigentlich auf der „falschen“ Seite. ich habe versucht das Beste daraus zu machen.
Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass wir außerhalb der Saison da waren, aber es waren nur wenige Menschen außer uns da. Ich persönlich fand das sehr gut, aber ähnlich wie am Hermannsdenkmal gab es große Parkplätze, was normalerweise auf viele Besucher schließen lässt. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass durch die günstigen Flüge die Kurzurlauber eher z.B. nach Mallorca fliegen, als in den Teutoburger Wald fahren. An manchen Stellen der Gegend hat man auch wirklich das Gefühl, dass die goldenen Zeiten vorbei sind.

Später am Abend sind wir noch nach Detmold gefahren. Wir wollten etwas essen, und haben gleich die Gelegenheit genutzt uns die Stadt ein wenig anzuschauen. Es ist eine nette Stadt, besonders aufregend fand ich sie jetzt aber nicht. Wir waren aber noch in einem Brauhaus und haben das regionale Bier probiert. Mein Detmolder Landbier hat mich sehr positiv überrascht.

Detmolder Landbier

Detmolder Landbier

Am nächsten Tag haben wir dann eine ausgedehnte Wanderung durch die Umgebung gemacht. Ungefähr 15 km waren geplant, es wurden vermutlich aber ein wenig mehr. Wir hatten perfektes Wanderwetter.
Wenn ich ehrlich bin, ich habe, außer dem Namen noch nie wirklich etwas von Detmold und Umgebung gehört. Schon gar nicht, dass es dort so schön ist. Wir kamen immer wieder durch Dörfer und kleine Städte, die einfach malerisch schön waren. Besonders gut haben mir die alten aber wieder aufgepeppelten Fachwerk- und Bauernhäuser und die etwas wilden Gärten gefallen. Es gab aber auch so einige richtig große neue Häuser, auf riesigen Grundstücken, die perfekt gepflegt waren. Da wohnen wohl viele wohlhabende Leute.

Unterwegs haben wir auch so manches Getier getroffen. Wir kamen an einer Kuhherde, inkl. stattlichen Bullen und einem Kalb, vorbei. ich habe es Schnitzel getauft. Simone fand das gar nicht lustig. Sogar eine Herde Emus haben wir gesehen. Und natürlich Ziegen. Simone ist ja jeck auf Ziegen. ich habe eine davon Kotelett genannt. Simone fand das gar nicht lustig.

Nach der Wanderung sind wir dann noch zum eigentlichen Ziel der Reise, zum Hermannsdenkmal gefahren. Auch hier erwartete uns ein sehr großer und leerer Parkplatz. Es war wieder recht spät und ich befürchtete auch hier, dass ich wegen dem Licht zur falschen Tagszeit da wäre. Aber weit gefehlt. Schon auf dem Weg vom Parkplatz zum Denkmal konnte ich erkennen, dass man von hinten aufs Denkmal zu läuft und die Sonne war dabei hinterm Denkmal. Was natürlich bedeutet, dass das Denkmal von vorne perfekt belichtet ist. Die warme und tiefstehende Spätsommersonne verwandelte aber auch die Rückseite des Denkmals in ein tolles Motiv.
Wie auch schon bei den Externsteinen habe ich mich hier fotografisch ausgetobt. Digital, analoges Mittelformat mit zwei Kameras und auch Polariod kamen zum Einsatz.

Zum Essen hatten wir keine Lust weit zu fahren. Auf dem Weg nach Detmold haben wir ein spanisches Restaurant in einer alten Mühle mit schönem Biergarten gefunden und sind dort eingekehrt. Das Toro Blanco kann ich wärmstens empfehlen. Schöne Location, guter Service und das Essen fand ich sehr gut. Als Vorspeise hatte ich Champignons mit Knoblauch. Ein so einfaches Gericht kann so unglaublich gut schmecken. Als Hauptgang hatte ich ein Schweinefilet überbacken mit Manchego Käse. Sehr lecker und die Preise waren auch ok.

Am letzten Tag, bevor wir endgültig nach Hause gefahren sind, haben wir noch einen Abstecher nach Paderborn gemacht. Leider wurde rund um den Paderborner Dom gebaut. Von innen ist der Dom aber auch interessant.
Mitten in Paderborn, an verschiedenen Stellen sprudeln die Quellen der Pader, des kürzesten Flusses Deutschlands (4 km).

Das war es eigentlich auch schon. Es war das, was es sein sollte. Ein kurzer und gemütlicher Urlaub.

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Ein Gedanke zu “Teutoburger Wald 2015

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