Paris 2015 – Part 2

Panorama vom Place des Vosges

Panorama vom Place des Vosges

Der Samstag startete mit bestem Städtetrip-Wetter. Sonnenschein, blauer Himmel mit ein paar Wölkchen, eine frische Brise und nicht zu heiß.
Auch das Frühstück war überraschend gut. Normalerweise war ich es in Frankreich gewohnt nur Croissants und Marmelade zu bekommen. Wir hatten auch Baguettes, Toast und Körnerbrötchen. Dazu auch Schinken und Käse.

Nach dem Frühstück sind alle zusammen los gegangen. Zuerst haben wir einen botanischen Garten (Jardin des Plantes), ähnlich der Flora in Köln, besucht. War ganz nett, aber nicht besonders interessant.

Wir liefen weiter zu einer hübschen kleinen Straße (Rue Cremieux), die aber auch eher langweilig war. Dort zeichnete sich ab, dass einige Teilnehmer nicht so viel laufen konnten oder wollten, so trennten wir uns. Simone führte, als lebendes Navi, Klaus und mich an. Der Rest bestieg die Metro zu anderen Zielen.

Rue Cremieux und ich

Rue Cremieux und ich

An der Seine fanden wir einen Antikmarkt. Simone war schon halb drin, wurde jedoch von einem „Türsteher“ zurück geholt, der uns zu Verstehen gegeben hat, dass man dafür Eintritt zahlen muss. Sehr merkwürdig, aber naja. Wir sind natürlich außen rum weiter gelaufen.

Nach einiger Zeit erreichten wir den Place des Vosges. Dieser Platz hat es mir auf Anhieb angetan, da er mich ein wenig an die Parks und begrünten Plätze in Köln im Sommer erinnert hat. Nur schicker. Der Platz selbst ist sehr symmetrisch aufgebaut. In der Mitte befindet sich eine Statue, darum sind Bäume, und darum sind Grünflächen. In den vier Ecken des Platzes standen sehr schöne Brunnen. Umringt ist der Platz von einer Straße und einer Reihe von alten Häusern. Auf den Grünflächen genossen die Menschen das schöne Wetter, Kinder tollten umher, und mittendrin wir. Der perfekte Ort für eine Pause.
Ich mag so etwas, denn dabei kommen oft die besten Fotos raus. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man für gute Bilder in einer solchen Umgebung, die Situation erst mal auf sich wirken lassen sollte. Einfach um die Atmosphäre in sich aufzunehmen und und ein Teil davon zu werden. Dann fallen einem plötzlich ganz viele Motive auf, die man beim Vorbeilaufen überhaupt nicht sehen konnte.
Ich hätte den ganzen Tag da bleiben können. Doch die Zeit drängte, und wir liefen weiter zum und durchs angesagte Viertel Le Marais.

Das hat uns auch richtig gefallen. Natürlich tummelten sich da nicht wenige Touristen rum, aber man traf dort, wie auf dem Place des Vosges, sehr viele Einheimische. Wir suchten uns ein nettes Bistro aus, und aßen zu Mittag. Das Essen war gut, der Service auch. Dort habe ich mir das teuerste Bier meines Lebens gegönnt. Für 0,5l Affligem Blonde habe ich 11,60 € bezahlt. Paris ist halt teuer, und 0,5l Bier bekommt man dort im Restaurant kaum unter 8 €. Aber das war schon heftig. Aber Affligem (das Dubbel, nicht das Blonde) ist mein Lieblingsbier aus Belgien, und der Tag war so schön, da wollte ich nicht geizen.

Affligem in Paris

Affligem in Paris

Kellner in einem Bistro in Le Marais

Kellner in einem Bistro in Le Marais

Nach dem Essen erkundeten wir weiter das schöne Viertel. Hier und da standen verschiedene Künstler, und versuchten Aufmerksamkeit zu erregen. Straßenmusikanten, sogar eine Opernsängerin und eine junge italienische Fotografin, die ihre Bilder einfach mit Tesafilm an eine Häuserwand klebte, um sie so für den Verkauf zu präsentieren.
Wir kamen ins Gespräch mit ihr, Klaus kaufte ihr sogar drei Bilder ab, und als ich meine 40 Jahre alte Polaroid SX-70 rausholte, war sie hin und weg.

Weiter ging’s. Wir gingen zum Centre Pompidou, dem weltberühmten Kunstmuseum, dessen Ableger ich bereits in Metz besucht habe. Natürlich hatten wir keine Zeit das Museum selbst zu besuchen, obwohl ich das liebend gern gemacht hätte. Aber bei nicht mal drei Tagen war das einfach nicht drin.
Aber um das Museum herum gab es schon mehr als genug zu sehen. Auf dem großen Vorplatz gab es wieder verschiedene Straßenkünstler. Einer machte eine Show für und mit den Zuschauern, ein anderer machte riesige Seifenblasen, wiederum andere machten mit Klebeband ein Kunstwerk auf den Boden.
Seitlich des Museums gab es noch zwei andere Plätze. Auf dem einen stand ein selbstreinigendes öffentliches Klo. Sehr ulkig. Dort war auch ein Graffiti-Künstler, der einfach Klarsichtfolie zwischen zwei Bäumen aufgespannt hat, und das als „Leinwand“ genutzt hat.
Auf dem Platz neben dem Strawinski-Brunnen haben Break-Dancer ihre Show abgezogen (dazu werde ich einen gesonderten Blogbeitrag schreiben) und einige Jungs Fußball gespielt. Das fand ich sehr schön, denn so kam dort Jung und Alt zusammen und es gab viel Abwechslung. Ich glaube nicht, dass so etwas in Deutschland möglich wäre.
Auch hier haben wir eine Pause eingelegt, und alles auf uns wirken lassen. Ich wäre gerne länger geblieben, aber wie immer, die Zeit war unerbittlich.

Wir fuhren mit der Metro zum ausgemachten Treffpunkt, der berühmten Kirche Sacré Coeur. Die Kirche ist zwar wunderschön, aber dort war es einfach furchtbar. Ein Tsunami aus Touristen. Man hatte das Gefühl, man wäre am Kölner Hauptbahnhof, nachdem der FC gespielt hat.

Blick von Sacré Coeur runter auf Paris

Blick von Sacré Coeur runter auf Paris

Klaus in Aktion

Klaus in Aktion

Sacré Coeur und die Touris

Sacré Coeur und die Touris

Wir sind ganz schnell geflüchtet, und suchten uns ein altes und interessantes Café aus, um uns mit einem kalten Bier zu erfrischen.
So etwas habe ich auch noch nicht gesehen. Das Café sah von innen aus, als hätte es ziemlich wilde Zeiten durchlebt. Vor allem Türen und Fenster waren arg mitgenommen. Aber das gefiel mir sehr. Dort lief auch ein ziemlich betrunkener Kerl rum, der als Cowboy verkleidet war, und plauderte mit vielen Menschen. Plötzlich tut sich der Boden direkt vor dem Eingang auf, und ein Aufzug fährt hoch mit dem Getränke und Leergut aus oder in den Keller transportiert werden. Irgendwie lustig.

Nach dem Bier haben wir uns mit dem Rest der Teilnehmer getroffen und machten uns auf die Suche nach einem Lokal fürs Abendessen. nach einer kleinen Wanderung wurde es schließlich eine Pizzeria. Das Essen war gut, sonst nichts Besonderes.
Nach dem Essen sind wir zum Tour de Montparnasse gefahren. Es ist ein Hochhaus mit einem Aussichtspunkt. Doch selbst spät abends gab es dort eine Schlange, die sich kaum fort bewegte. Außerdem kostete der Eintritt 15 € pro Nase. Dafür bekomme ich ja schon fast 1,5 Bier 😉
Wir haben uns alle entschieden darauf zu verzichten.
Wir liefen von da aus zu Fuß zurück zum Hotel. Angeblich nur 2 km, aber es kam allen viel länger vor.
Erschöpft haben wir uns noch einen kleinen Absacker im Café vorm Hotel gegönnt, und uns gegenseitig die Erlebnisse des Tages erzählt.

Advertisements

2 Gedanken zu “Paris 2015 – Part 2

  1. Total klasse Dein Bericht. Habe mich direkt wieder in meine Lieblingsstadt verliebt und suche schon im Kalender nach freien Tagen um mein Frauchen wieder nach Paris zu entführen. Deine Bilder haben mich angesprochen und motiviert… Genau das sollen Fotos machen. Danke!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s