KW17/2015 – Coding

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Diese Woche hatte ich viele private Termine, so dass ich nicht wirklich zum Fotografieren kam.
Habe dazu noch (freiwillig) etwas Arbeit mit nach Hause genommen. Als ich da so saß, und über die eine oder andere Problemstellung grübelte, dachte ich mir so, warum eigentlich nicht das Fotografieren, was Du (fast) täglich machst?
Eigentlich ist es doch nahe liegend, man beschäftigt sich einen Großteil seiner Zeit mit seinem Beruf, daher nimmt dieser auch eine wichtige Rolle im Leben ein.
Aber das ist so, wie mit dem Fotografieren in fremden Ländern. Dort ist so vieles ungewöhnlich, dass es einem nicht schwer fällt Motive zu finden. Vor der eigenen Haustür sieht das schon ganz anders aus, wobei Menschen aus anderen Ländern vermutlich vor meiner Haustür auch einfach Motive finden könnten.

Wie man vielleicht am Bild erkannt hat, ich bin Softwareentwickler vom Beruf. Viele Menschen haben keine oder eine falsche Vorstellung von dem Beruf. Meist geprägt durch schlechte und Klischee beladene Filme oder Serien.

Erster Mythos ist, dass man gut in Mathematik sein muss. Das stimmt so nicht ganz, bzw. es kommt drauf an, in welchem Bereich man programmiert. Sind es z.B. irgendwelche Verschlüsselungsalgorithmen, dann sollte man in Mathe schon gut sein. Eigentlich dient diese Nachfrage aber eher der Prüfung, ob man geeignet für den Beruf ist. Denn er verlangt ein Höchstmaß an logischen, analytischen und abstrakten Denken und Vorstellungsvermögen. Ist man gut in Mathe, dann erfüllt man diese Anforderung in der Regel.

Ein anderer Mythos ist, dass man rund um die Uhr in irgendwelchen dunklen Räumen sitzt und apathisch Code tippt. Ein wenig dunkler ist es schon manchmal. Doch das liegt meist daran, dass die Monitore spiegeln (das macht die Augen kaputt, wenn man das über lange Zeit ertragen muss), und zum anderen, dass oft eine Klimaanlage fehlt (im Sommer, wenn viele Rechner in einem Raum laufen, wird es sehr schnell unerträglich heiß).
Tatsächlich würde ich schätzen, dass die meisten Softwareentwickler (dabei spreche ich von eigener Erfahrung, und natürlich der von Kollegen und Bekannten) max. 30-50 % ihrer Zeit mit reinem Programmieren beschäftigt sind.
Der Großteil der Zeit geht tatsächlich für andere Aufgaben drauf, die den meisten nicht so bewusst ist. Bevor man überhaupt Programmieren kann, muss man wissen, was man überhaupt programmieren will. Man braucht also ein Konzept. Um ein Konzept erstellen zu können, muss man eine Problemstellung kennen und verstehen, die man mit einem Programm lösen möchte.
Hat man ein Konzept, verlangen die Vorgesetzten meist nach eine Aufwandsschätzung, um zu entscheiden, ob die zu lösende Aufgabe auch wirtschaftlich für das Unternehmen ist. Meistens ist das aber eher Kafeesatzleserei, da es (fast) unmöglich ist genaue Prognosen zu erstelle, da jede Aufgabe anders ist und meistens auch sehr komplex.
Hat man „fertig“ programmiert, muss man zumindest einen Entwicklertest gemacht haben, eine Dokumentation muss erstellt werden, oft müssen die Benutzer oder andere Personen geschult werden, usw.
Hinzu kommen noch Aufgaben, wie Support (meist 2nd- und 3rd-Level), Fehlerbehebung, Einarbeitung neuer Kollegen, Selbstorganisation, Fortbildung. Und Fortbildung ist bei Softwareentwicklern extrem wichtig und viel intensiver, als bei den meisten anderen Berufen. Dabei spreche ich nicht nur von Fortbildungen in Form von Seminaren, sondern dass man ständig IT-Nachrichen liest, Bücher und Magazine liest, Webcasts anschaut, Prototypen entwickelt…
Die Technologie entwickelt sich so rasant, dass man viel Zeit für die eigene Bildung aufwenden muss, um am Ball zu bleiben.

Wenn ich berufsfremden Menschen das reine Programmieren bildlich veranschaulichen möchte, dann verweise ich immer auf Lego.
Im Prinzip ist Programmieren wie mit Lego spielen. Man hat viele verschiedene Bausteine und kann aus diesen Bausteinen die tollsten Dinge bauen. Der Unterschied ist nur, dass es unfassbar viele „Bausteine“ gibt und ständig neue dazu kommen. Hinzu kommt noch, dass man sich seine eigenen Bausteine entwickeln kann.
Es ist also auch ein höchst kreativer Beruf, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht.

Ein Auftraggeber möchte z.B. ein Haus aus Lego gebaut haben. Man muss dann mit ihm klären, was er genau möchte, was der Zweck ist, welchen Nutzen er sich vorstellt. Es kommt häufig vor, dass der Auftraggeber keine genaue Vorstellung hat und sich das „falsche“ wünscht. Man muss das genau durchdenken und den Auftraggeber darauf hinweisen, sonst ist er am Ende enttäuscht bzw. will nicht zahlen.
Es gibt dann nicht den einen Weg, wie man das Haus dann baut, sondern viele verschiedene. Und das sowohl technisch, wie auch organisatorisch.

Ich hatte schon so manchen Azubi, der sich das mit dem Beruf noch mal überlegt hat, da er ganz falsche Vorstellungen hatte. Mir macht es (meistens) Spaß, und ich habe das Glück, dass es wenige von meiner Sorte gibt. Somit habe ich weniger Probleme eine Anstellung zu finden oder mich bei Bedarf selbstständig zu machen.

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2 Gedanken zu “KW17/2015 – Coding

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