Vietnam 2014 – Mekong Delta und Foodie Tour

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Auf dem Weg ins Mekong Delta

Heute war ein krasser Tag. Gestern Abend haben wir doch noch die Bestätigung bekommen, dass wir am nächsten Tag unsere abgesagte Tour ins Mekong Delta nachholen können. Das bedeutet wieder sehr früh aufstehen. Und ab Nachmittag haben wir schon eine andere Tour gebucht. Das bedeutet also volles Programm für den ganzen Tag.

Wir sollten um 7.30 Uhr abgeholt werden, doch schon um 7.20 Uhr rief uns die Rezeption an, dass unsere Fahrgelegenheit auf uns wartet.
Unterwegs haben wir noch eine alte Frau aus einem anderen Hotel abgeholt, und wir dachten schon, oh nein, eine alte Leute Tour.
Doch das war der einzige Gast ausser uns. Am Anleger stieß zwar noch eine junge vietnamesische Frau dazu, die irgendwie im Auftrag einer anderen Reiseagentur unterwegs war.
Die alte Frau stellte sich als eine nette und unterhaltsame Amerikanerin heraus.

Wir bestiegen ein Speedboot, mit dem wir den Saigon River und einige Kanäle befuhren, während uns das Frühstück serviert wurde.

Nach einiger Zeit verließen wir Ho Chi Minh City und legten in einer kleinen Stadt an, deren Markt wir besuchten. Dieser Markt ähnelte mehr dem Markt in Hoi An, der nicht auf Touristen, sondern auf die Einheimischen ausgelegt war.
So fand man hier mehr Obst, Gemüse, Alltagsgegenstände, Fleisch, Fisch, lebende Küken und lebende Frösche oder Kröten (kenne mich da nicht so aus).
Außerdem gab es einen Laden in dem man falsches Geld, Kleidung, Alltagsgegenstände, Autos und Häuser aus Papier kaufen konnte. Diese werden für die Ahnen gekauft und dann verbrannt, so dass es den Ahnen an nichts fehlt im nächsten Leben.
Einer unserer Guides kaufte hier und da einiges an Obst, welches uns nach und nach auf dem Boot serviert wurde. Unglaublich lecker.

Wir fuhren weiter und trafen immer wieder auf Fischer, die ihre Netze am Ufer gespannt hatten oder quer durch den Fluss. Hier gibt es nämlich auch Gezeiten, mit einem recht großen Unterschied zwischen Ebbe und Flut. Bei Flut drückt das Wasser die Fische in die Netze, bei Ebbe werden die Fische eingesammelt.
Doch es befindet sich sehr viel Müll im Wasser, so dass die Fischer erst mal aussortieren müssen.

Wir wurden an einem Anleger abgesetzt, der an einem mangrovenbewachsenem Ufer lag. Wir besuchten eine Aufforstungsstation, und wurden mit einem Paddelboot „rumgeführt“. Im Krieg haben die Amerikaner ja massenhaft Entlaubungsmittel eingesetzt und so ganze Landstriche zerstört. Die vietnamesische Regierung versucht dem entgegen zu wirken, schon allein um die Erosion zu stoppen.
In den Baumspitzen hängen große Fledermäuse. Unser Guide hat ein Fernglas und wir können uns die fliegenden Säugetiere etwas genauer anschauen.
Am Anleger herrschte immer noch Ebbe und wir konnten Schlammspringer sehen. Das sind kleine Fische, die eine gewisse Zeit an Land atmen können. Ihre Vorderflossen nutzen sie dann so ähnlich wie Beine. So hat sich mal das Leben vom Wasser aus aufs Land entwickelt. Faszinierend. Hätte nicht gedacht, dass ich so etwas mal in freier Natur zu sehen bekomme.

Wir fahren weiter mit dem Boot und gelangen zu einem weiteren Anleger. Hier erwartet uns eine weitläufige Anlage mit verschiedenen Attraktionen.
Wir besteigen einen Elektro-Bus der uns über einen sehr holprigen Weg zur ersten Station bringt.
Die Guides packen in Stücke geschnittene Bananen aus und machen dabei merkwürdige Geräusche.
Es dauert nicht lange da tauscht eine Affensippe auf. Das Männchen mit seinem Harem. Flink, frech und süß sind die Viecher.

Ein wenig weiter werden wir zu einem umzäunten Teich geführt. Hier werden Krokodile gezüchtet. Als besondere Attraktion betreten wir ein Boot und dürfen die Reptilien füttern. Fischstücke werden an einen Art Angel gehängt, und wir dürfen dann damit die Tiere locken und füttern. Hängt man die Köder hoch, dann steigen die Krokodile recht hoch aus dem Wasser. Wenn Sie dann zuschnappen, macht ihr Maul ein sehr ungewöhnliches Geräusch.
Man hat schon ein mulmiges Gefühl, wenn das Boot langsam über das Wasser gleitet, und einem diese Echsen langsam durchs Wasser folgen. Es wird bei der Fütterung noch mulmiger, denn zwischen den Tieren und meinem Fuß liegen nur ca. 30 cm Entfernung und zwei einfache Drahtzäune, mit denen das Boot umspannt ist.
Schon eine krasse Erfahrung.

Der Bus bringt uns zum anderen Ende der Anlage. Wir steigen aus und laufen auf einem halbwegs befestigten Weg durch den Dschungel. Wir erreichen einen Aussichsturm, von dem man eine tolle Sicht über das grüne Meer hat.

Zurück in der Nähe des Anlegers wird das Mittagessen serviert, welches sehr lecker war. Eigentlich wollte ich nicht viel essen, da wir abends viel essen würden, aber es schmeckt zu gut. Darunter ist eine Suppe, die wie Kohlsuppe aussieht, aber ein wenig wie Spargelsuppe schmeckt.

Während wir essen, fängt es an zu regnen. Offensichtlich regnet es hier immer nachmittags. Das war bisher jeden Tag hier so, seid dem wir hier sind.
Wir kehren zurück zum Boot. Es ist sehr ungemütlich. Es regnet in Strömen, dazu Wind, Blitz und Donner. Wir sind ja keine Seeleute, und das ist für uns schon eine besondere Erfahrung.
Wir fahren eine andere Strecke zurück, als wir hin gekommen sind (ist ja ein Fluss Delta). Hier wirkt der Fluss aber eher wie ein großer See, oder fast schon wie das Meer. Er ist unglaublich breit und offensichtlich auch sehr tief, denn hier trifft man auf richtig große Container-Schiffe.
Immer wieder sieht man auch Häfen in denen diese Schiffe mit großen Kränen gelöscht werden. Sieht fast aus, wie im Hamburger Hafen.

Irgendwann hält der Kapitän mitten auf dem Fluss an (glaube ich zumindest, den ich kann nirgends das Ufer ausmachen), und wir wundern uns warum.
Einige Sekunden später kommen 3 oder 4 richtig große Wellen frontal, so dass das Boot ein paar mal fast senkrecht steht.
Danach gibt der Kapitän wieder Gas. Puh.

Wir werden zurück ins Hotel gebracht. Wir drücken die Taste für den Aufzug, und kurz bevor er ankommt und wir einsteigen können, macht es „Klack! “ und das ganze Hotel ist dunkel –  Stromausfall. Zum Glück waren wir noch nicht im Aufzug, denn sonst würden wir fest stecken.
Es dauert einige Minuten, die wir in der Lobby verbringen.

Im Zimmer ruhen wir uns etwas aus, als es an unserer Tür klingelt (hier haben die Hotelzimmer Türklingeln). Das Zimmermädchen möchte unser Zimmer machen. Vermutlich gab es schon einige Stromausfälle, und die Zimmermädchen kamen nicht in die Zimmer.
Wir stehen in Socken im Flur und warten, bis das Zimmer fertig ist. WTF?

Das Telefon klingelt. Wir werden zu unserer nächsten Tour abgeholt. Wieder zu früh. Egal.
Dabei handelt es sich um die Foodie Tour von XO Tours. Wer mal in Ho Chi Minh City oder Hanoi ist (ich glaube in Hanoi gibt es die auch), sollte das mal machen.
Das Konzept ist einfach und genial. Junge Vietnamesinnen fahren einen auf ihren Mopeds quer durch die Stadt, zeigen einem dabei Teile der Stadt, in die man als Tourist nicht hinkommt, und besuchen Plätze, wo die Einheimischen gerne essen gehen.
Die Mädels sind nicht allein. Es gibt einen sehr sympathischen und lustigen Tourguide und zusätzlich ein paar Jungs, die auf uns aufpassen.
Wir werden im Hotel abgeholt und zu einem kleinen Gebäude in der Nähe gebracht. Genau so ergeht es auch anderen Touristen, so dass wir am Ende eine bunt gemischte Truppe von 13 gespannten Touris sind.
Die erste Mahlzeit nehmen wir direkt vor Ort ein, eine leckere Suppe aus Zentralvietnam namens Bun Bo Hue. Dabei erklärt uns der Guide, wie alles abläuft und stellt die Gäste einander vor. Damit ist das erste Eis gebrochen.

Die Mädels, die uns fahren, haben traditionelle Trachten in weiß blau an, quasi deren Markenzeichen. Sie sprechen gutes Englisch und unterhalten sich mit den Gästen die ganze Zeit, auch während der Fahrt.
Anfangs wirken die Gespräche ein wenig einstudiert, aber mit der Zeit kommen ganz interessante Gespräche zustande. So erfährt man auch ein wenig über das Leben hier.

Wer den Verkehr hier mal erlebt hat, der wird direkt verstehen, dass man schon Mut braucht hier mit zu fahren. Aber die Mädels machen das sicher nicht zum ersten Mal.
Erste Station ist China Town. Sehr quirlig. Es geht zwischen verschiedenen Ständen, Menschen, Mopeds, Hühnern und Enten durch die überfüllten Straßen.
Wir machen Halt und unser Guide erzählt uns ein wenig über die Gegend.

Weiter geht es mit dem Moped zum ersten Essen. Wir werden zu langen Tischreihen gebracht. Kleine Tischgrills werden aufgestellt und unsere Fahrerinnen grillen Ziegenfleisch für uns. Dann Garnelen. Und dann Frösche. Ja, Frösche. Anders als in Frankreich isst man hier den ganzen Frosch, dann wahlweise mit oder ohne Haut. Mit Haut schmeckt es wie fischiges Hühnchen. Simone und ich mögen Frosch lieber ohne Haut.
Zwischendurch spielen wir ein Stäbchen-Spiel, bei dem die Fahrerin Erdnüsse mit Essstäbchen aus einer Schüssel fischen und dann dem Touri auf seine Stäbchen legen muss, und der Touri muss die Nüsse dann in einer Flasche versenken. Ich verliere. Meine Fahrerin ist nicht gut im Umgang mit Stäbchen, das hätte selbst ich besser hinbekommen. Der Guide und die anderen Faherinnen lachen, denn das scheint jedes mal zu passieren.

Wir fahren weiter zu einem reichen District. Hier sieht es fast aus, wie in Europa. Unser Guide erzählt uns, dass reiche Vietnamesen hier Grundstücke kaufen und Häuser bauen, in denen fast niemand wohnt, weil es sich kaum jemand leisten kann. Wegen der hohen Inflation ist das eines der wenigen Möglichkeiten seinen Reichtum zu erhalten.

Weiter geht’s zum nächsten Futter-Stopp.
Hier gibt es zunächst Flügel von ziemlich kleinen Vögeln. Wir haben nicht verstanden, um welche Vögel es sich handelt, vielleicht Wachteln oder Spatzen.
Danach wurden Krabbenscheren serviert, die uns unsere Faherinnen geschält haben. Dazu gab es die übliche Salz-Pfeffer-Limone Mischung, diesmal mit kleinen fiesen Chilis. Geil!
Als nächstes gab es Jakobsmuscheln mit Kräutern und Erdnüssen (für mich ohne Erdnüsse).
Dann kamen andere Muscheln in einer roten Suppe mit viel Zitronengras. Besonders die rote Suppe war köstlich.

Vor dem Dessert gab es dann den Höhepunkt: Balut-Ei in zwei Varianten.
Es zählt zu den zehn ekeligsten Speisen der Welt, gilt hier aber als Delikatesse. Dabei handelt es sich um befruchtetes Hühnerei, in dem sich das Küken 17-19 Tage lang brüten konnte. Das Ei wird entweder mit Schale oder geschält mit Tamarinde und Erdnüssen serviert.
Wir haben auf dieser Reise viel ausprobiert und haben das schon früher immer gemacht. Aber das muss nicht sein. Der Geschmack mag ja noch ok sein, aber wenn ich mir die Konsistenz im Mund vorstelle… nee, lass mal.
Aber einige wenige Toiuris waren mutig und haben es versucht. Sie sahen danach aber alles andere als glücklich aus.

Als Nachtisch gab es Kokosnussgelee in der Schale serviert, dazu einen kleinen Flan. Das Gelee war eher neutral, der Flan ganz lecker.

Anschließend werden wir von den Mädels wieder ins Hotel gefahren und schliefen schnell ein. War ein langer und aufregender Tag.
Aber ich kann es jedem nur empfehlen, der hier hin kommt.

Bei den Fahrten durch die Stadt habe ich dann endlich auch fotografisch interessante Orte gesehen. Doch zum einen waren die zu weit weg vom Hotel, und zum anderen wüsste ich nicht mehr wo die waren. Sehr schade.

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