Vietnam 2014 – Hoi An Part 3

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Ich, und das beste Banh Mi der Welt

Bäh! Heute ist wieder früh aufstehen angesagt. Sehr früh. Warum tun wir uns das eigentlich an? Ach ja, wir wollen was erleben.
Und heute ist wieder so ein Tag. Denn heute besuchen wir eine Cooking Class (Kochunterricht). Und nicht nur das, wir gehen auch mit einer Einheimischen auf den Markt einkaufen.

Das Frühstück haben wir ausgelassen. Wir liefen durch den ganzen Ort um zum vereinbarten Treffpunkt zu kommen. Auch so früh ist schon einiges los hier. Diese Stunden werden genutzt, um die Läden und Restaurants zu beliefern. Und dann natürlich der quirlige Markt.

Am Treffpunkt angekommen stellt sich heraus, dass wir die Einzigen sind, die auf die Markttour gehen. Finde ich eigentlich ganz gut, so kann sich unsere Führerin besser auf uns konzentrieren und so entstehen vielleicht bessere Gespräche.
Wir gehen zum Fluß und steigen in ein Boot, welches uns zum Markt bringt. Zu dem Markt, an dem wir eben vorbei gelaufen sind. Egal. Lachen.

Zunächst erklärt sie uns viele verschiedene Kräuter, lässt sie uns probieren und dran riechen. Die meisten riechen sehr intensiv und exotisch.
Und irgendwie scheint alles, egal ob Kräuter, Früchte oder Gemüse, gegen irgendein Wehwehchen zu helfen.
Wir probieren auch einige Früchte. Besonders die, die aussehen, wie Artischocken haben es uns angetan.
Sie reicht uns andere Früchte, dreht sich zur Verkäuferin um und achtet nicht auf uns. Wir beißen rein, sie dreht sich um, sieht das und fängt an zu grinsen. „Nicht die Schale mit essen.“ Das muss man erst mal wissen. Ja, ohne Schale schmeckt es besser.

Weiter geht es zum Stand einer alten Frau, die kleine Pakete aus Bananenblättern verkauft. Im Inneren befindet sich ein Kuchen (Cake), wie sie es nennt. Es ist aber eine recht zähe, klebrige, geleeartige Substanz in drei Farben. Sehr süß. Simone mag die Gelbe, ich die Schwarze.

Weiter geht es über den Fisch- und dann den Fleischmarkt. Wir probieren nichts.
Es gibt einige Stände mit den für Hoi An typischen dicken Nudeln, die für Cao Lau benutzt werden. Außerdem sehr verschiedene Eier in allen Größen und Formen. In Deutschland bekommt man meistens nur Hühnereier. Warum eigentlich?

Heute werden auch auffällig viele gelbe Blumen verkauft. Das liegt am Neumond. An jedem Neu- und Vollmond werden den Ahnen besondere Gegenstände geopfert. An Neumond sind es unter anderem gelbe Blumen. Aber dazu später mehr.

Wir steigen wieder ins Boot und fahren zum Ausgangspunkt, um die restlichen Teilnehmer abzuholen. Es sind Vier, ein englisches Pärchen, zwei Holländerinnen.
Wir fahren weiter, diesmal recht lange. Das Boot bringt uns auf eine palmenbewachsene Insel. Dort werden wir zu einem Haus gebracht, in dem die 88 jährige Großmutter unserer Führerin lebt.
Früher lebte sie hier in einem kleinen Haus aus Bambus welches aber bei einer Flut stark beschädigt wurde. Ihre Familie hat ihr ein neues, großes Haus gebaut, doch sie fühlte sich einsam darin. Ihre Enkelin, die bis dahin als Tourguide gearbeitet hatte, kam auf Idee bei der Großmutter Kochkurse nach Omas Rezepten zu veranstalten. Kochkurse gibt es in Hoi An an jeder Straßenecke. Doch die finden meistens in Restaurants statt.
Bei diesem Kochkurs kann man auch noch etwas über das Leben der Menschen hier erfahren.

Bei der Großmutter waren verschiedene „Maschinen“ aufgebaut, die zur traditionellen Verarbeitung von Reis genutzt wurden.
Zunächst einmal gibt es da eine Art Mühle, mit der man das Reiskorn schält. Beides landet zusammen in einem Korb und wird dann durch eine Schwenktechnik voneinander getrennt. Das wird uns von der Großmutter vorgeführt.
Der Reis ist braun, obwohl es eigentlich weißer Reis ist. Er wird erst weiß, wenn er lange Zeit gestampft wird, manchmal bis zu 24 Stunden. Diesen Arbeitsschritt überspringen wir.
An einer anderen Mühle wird uns gezeigt, wie man Reismilch macht, die die Basis für Reispapier ist.
Wir gehen zu einem Ofen, der mit den Schalen der Reiskörner beteuert wird. Hier machen wir unser eigenes Reispapier.

Es sind überdachte Tische für uns vorbereitet, auf denen wir Schweinefleisch marinieren, es auf kleinen Tischgrills grillen, und daraus, mit dem selbst gemachten Reispapier, Frühlingsrollen anfertigen und essen.

Als nächstes machen wir einen Papaya-Salat und dann Reispfannkuchen. Diese habe ich ja schon in Hue gegessen, aber hier lerne ich, dass jede Region diese Reispfannkuchen anders zubereitet. In Hue war er einfach geklappt, in Hoi An wird er in Reispapier gerollt.

Zum Schluss haben wir Fisch mariniert, gekocht und anschließend zusammen mit der Familie gegessen.

Zurück in Hoi An waren wir zunächst etwas unentschlossen. Es war zu spät für eine Pause auf unserem Zimmer, aber zu früh fürs Abendessen. Wir suchten uns ein Restaurant, in dem wir etwas trinken und uns die Zeit vertreiben wollten.
Zufällig saß neben uns ein nettes Pärchen aus Berlin, mit dem wir ins Gespräch kamen. So haben wir uns den Nachmittag sehr angenehm vertrieben (liebe Grüße an euch beide, falls ihr das lesen solltet).

Ach ja, noch mal zurück zum Neumond. Viele Menschen stellten kleine Tische vor ihre Häuser oder Läden, auf denen Opfergaben, wie Obst, Zigaretten, falsches Geld und vieles mehr dargeboten wurde. Es wurden Räucherstäbchen abgebrannt oder kleine Feuer mit Duftstoffen angezündet.
Manche hatten kleine Blechtonnen mit Feuer vor ihrem Haus (nein, nicht wie im Ghetto), in denen sie falsches Geld verbrannten. Das ist hier so Brauch.
Die Luft war erfüllt vom würzigen Rauch.

Ich bin ein großer Fan von Banh Mi geworden. Und in Hoi An soll es das Beste der Welt geben. Das beste Sandwich der Welt, wie viele behaupten.
Es war gar nicht so einfach den Laden zu finden, Simone wollte schon aufgeben. Aber wenn ich schon mal hier bin und die Chance habe, nutze ich sie.
Nach etwas Suchen fanden wir den Laden schließlich. Sie sind umgezogen, denn nachdem Anthony Bourdain davon berichtet hatte, war der Andrang groß.
Woran erkennt man im Ausland, ob ein Imbiss gut ist? Na die Einheimischen stehen Schlange. So auch hier.
Ich habe noch nicht viele Banh Mis gegessen, aber dieses war himmlisch. Das könnte ich jeden Tag essen. Das Baguette so leicht und doch so knusprig. Würzige Kräuter, leckeres Fleisch und dazu Chili. Und noch einiges mehr, was ich nicht identifizieren konnte.

Nachdem ich glückseelig war, hat sich Simone noch einen Cocktail in einer chilligen und stylischen Bar gewünscht. Gesagt, getan.
Das frühe Aufstehen verlangte aber bald seinen Tribut, das Bett rief immer lauter nach uns.

Hier zeigt Anthony Bourdain Cao Lau und Banh Mi. Genau so ist es hier, nur das im nicht bei jedem Schritt versucht wird etwas zu verkaufen.

Anthony Bourdain probiert Cao Lau und Banh Mi in Hoi An

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