Vietnam 2014 – Transfer von der Ha Long Bucht nach Hue

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Vielleicht der Schaffner

Ultragähn! Habe ich bereits gesagt, dass ich absolut kein Morgenmensch bin?
Heute ist unser letzter Tag, besser gesagt letzter halber Tag in der Ha Long Bucht.

Nach dem Frühstück werden wir zu einer Insel an einen Sandstrand gebracht. Man kann dort zwar schwimmen, aber ich will nicht. Zum einen will ich keine nassen Sachen bei der bevorstehenden Reise dabei haben, und zum anderen treibt mir zu viel Müll herum. Ich ziehe es vor nur mit den Füßen rein zu gehen.
Dort treffen wir auch auf ein paar wilde Affen, die sich aber an Menschen gewöhnt haben, weil sie gefüttert werden. Trotzdem sind die Affen kackfrech, und man muss aufpassen.
Es gibt eine Treppe, die steil den Berg hinauf führt. Oben gibt es eine tolle Aussicht, aber auch sehr viele Touristen, die sich oben ziemlich quetschen.

Der Aufenthalt dauert nicht lange. Wir werden zurück aufs Boot gebracht, wo wir einen „Kochkurs“ absolvieren. Eigentlich zeigt ein Koch, wie man die Dekorationen aus Obst und Gemüse schnitzt, die man oft in Restaurants zum Essen dazu bekommt.
Wir dürfen dann Summerrolls selbst drehen. In Reispapier gewickeltes Gemüse, Reisnudeln und Ei. Kenne ich schon aus Deutschland.

Nach der Verabschiedung von den anderen Gästen geht es per Bus wieder nach Hanoi, der uns vor unserem ersten Hotel absetzt.
Wir werden empfangen, als wären wir neue Gäste. Denn die Dame an der Rezeption denkt das auch. Wir machen ihr klar, dass wir eingeladen sind, aber da taucht auch schon Mai in ihrer „Zivilkleidung“ auf. Sie begrüßt uns freudig und bietet uns ein Zimmer für 2,5 Stunden an, um uns zu duschen und frisch zu machen. Kostenlos.
Und die Zugtickets nach Hue hat sie auch schon für uns. Und der Transport zum Bahnhof ist auch schon organisiert. Wir plaudern noch kurz über unseren Ausflug zur Ha Long Bucht und verabschieden uns dann herzlich mit einer Umarmung.

Die Dusche tut gut. Erfrischt gehen wir noch mal durch das Old Quarter von Hanoi, machen ein paar Besorgungen für die anstehende Reise (hauptsächlich Geld und Bier) und essen noch eine Pho Bo (Suppe mit Rindfleisch).

Zurück im Hotel wollen wir nur unser Gepäck holen und auf unserer Taxi warten. Mai ist schon weg, hat uns aber Proviant in Form von Essenspaketen da gelassen. Sie ist ein Schatz, unsere kleine Mai. Unser Gepäck wird zum Taxi gebracht, und der Fahrer angewiesen uns beim Bahnhof abzusetzen.

Am Bahnhof müssen wir kurz warten, können dann aber bald unser Abteil beziehen. Es ist ein Schlafabteil, denn wir fahren die ganze Nacht durch. Zwischen 12 und 14 Stunden. Wir sind mit einer australischen Schulklasse im Wagon, in unserem Abteil sind der australische Lehrer und der vietnamesische Guide (ich vermute, er ist auch eine Art Lehrer).
Vor allem der Australier ist sehr gesprächig, aber anders als die Australier auf unserem Boot in der Ha Long Bucht, sehr schwer zu verstehen. Auch Australien hat mehrere Dialekte.

Es rumpelt, es kracht, es ächtzt, es wackelt, aber man kann doch irgendwie schlafen. Schade, dass man nichts mitbekommt von der Umgebung, aber dafür kommt man „ausgeschlafen“ an, und verliert nicht so viel Zeit.
Wir sind mal mit dem HKX von Köln nach Hamburg gefahren, und dachten, das wäre ein alter Zug. Das hier hat aber sicher noch einge Jahre mehr drauf und jeder Eisenbahnfan hätte bestimmt Tränen in den Augen.

„Goooooood moooooorning, Vietnaaaaam!“ um mal den kürzlich verstorbenen Schauspieler Robin Williams zu zitieren.
Morgens läuft im Zug vietnamesische Musik, wie von einem anderen Stern. Unser vietnamesischer Mitreisender Hung singt mit. Sehr schräger Morgen.

Wir schauen aus dem Fenster und versuchen wach zu werden. Kleine Dörfer fliegen vorbei und wechseln sich mit ausgedehnten, überfluteten Reisfeldern ab, auf denen Wasserbüffel ihrem Leben nachgehen.
Man sieht immer mehr Menschen, auch Vietnam erwacht langsam.

Wir passieren den 17. Breitengrad, die frühere Grenze zwischen Nord- und Südvietnam, und die sogenannte DMZ, die entmilitarisierte Zone, die teilweise immer noch durch Agent Orange, dem fürchterlichen Entlaubungsmittel, welches die Amerikaner hier im Krieg eingesetzt haben, verseucht ist.

In Hue, der alten Kaiserstadt, begrüßt uns die Sonne. Es ist schwül heiß, wir nehmen lieber ein Taxi zum Hotel.
Das Hotel ist wesentlich größer, als das in Hanoi. Im Zimmer kann man tanzen.
Endlich eine Dusche!

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