Vietnam 2014 – Hanoi Part 3

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Löwe

Das fängt ja mal gut an. Beim Vorbereiten der Bilder für diesen Artikel habe ich aus Versehen einen Ordner auf meiner Speicherkarte gelöscht. Die JPGs von gestern habe ich noch auf dem Tablet, die RAWs sind futsch. Und einige Bilder von heute auch. Na ja, so lernt man dazu.

Heute wollten wir etwas weiter raus, und haben ein Taxi zum West Lake und dort zur Tran Quoc Pagode genommen. Der West Lake (Westsee) ist der größte See in Hanoi mit ca. 10 km Umfang. Auf diesem See auf einer kleinen Insel steht eine uralte Pagode und daneben ein Baum, der ein Ableger des Baumes sein soll, unter dem Buddha Erleuchtung erlangt haben soll.

Die Pagode war noch geschlossen als wir ankamen, so vertrieben wir uns die Zeit mit einem Spaziergang Richtung Norden am See entlang. Dort scheinen die etwas besser gestellten Hanoier zu wohnen. Die Häuser sehen moderner aus, und es ist wesentlich ruhiger. Die Sonne kam so halb durch die Wolkendecke durch, und man merkte sofort, dass man in den Subtropen ist.

Die Pagode ist sehr schön und im Prinzip so, wie man sich buddhistische Tempel vorstellt. Und natürlich voll mit Touristen.

Danach gingen wir zu Fuß durch das Regierungsviertel, Hanoi ist ja die Hauptstadt von Vietnam. Dort haben wir den Präsidentenpalast gesehen, und haben das Ho Chi Minh Mausoleum gesehen. Leider nur von außen, den der Leichnam wird gerade restauriert, oder wie auch immer man das nennt.
War trotzdem interessant. Es gab einen Soldatenumzug. Und viele Wachen, die alle wie 15 aussehen. Nicht zuletzt, weil die Uniformen oft recht locker sitzen.

Direkt am Mausoleum steht das Ho Chi Minh Museum und daneben die One Pillar Pagode. Das Besondere an dieser Pagode ist, dass sie auf einem Pfeiler im Wasser steht und an eine Lotusblüte erinnern soll.

Weiter ging’s durch die Rushhour Richtung Zentrum. Das ist mal richtig krass. Ein unendlicher Fluss aus Autos, Mopeds, Radfahrern, Abgasen, Hupen und wir mitten drin.
Wir haben Langnasen gesehen, die versucht haben den Verkehr mit Handzeichen aufzuhalten, oder wie sie am Straßenrand auf eine Lücke warten. Daran erkennt man direkt die Noobs hier. Es ist ein sinnloses Unterfangen.

Wir haben einen kleinen Park mit einer großen Lenin-Statue gefunden, in dem die Menschen verschiedene sportliche Aktivitäten durchführten. Skater, Fußballer(Freestyle), Tänzer (ohne Musik) und Wackler (so nennen wir die meistens älteren Menschen, die einfach rumstehen, und auf verschiedene Arten mit dem Körper wackeln). Eine sehr ruhige und nette Atmosphäre. Jung und Alt haben zusammen Spaß im Freien.

Weiter ging es durch die Straße für Stoffe, bis einem ein unangenehmer Geruch in die Nase stieg. Etwas weiter haben wir den Übeltäter identifiziert. Eine Obsthändlerin hat Durian Früchte, auch Stinkfrüchte genannt, geschält.
In der Nähe gab es sogar „Berlin Döner“, nur das sich der Spies sauschnell drehte. Haben wir aber nicht probiert.

Stattdessen haben wir lustige Klöse von einer Straßenhändlerin gekauft und später im Hotel gegessen. Im Prinzip so etwas, wie mit Fleisch, winzigen Eiern und Gewürzen gefüllte Hefeklöse. Interessant und lecker.

Nach einer Pause im Hotel regelten wir noch unseren weiteren Verbleib. Wir wollten eigentlich am Donnerstag zur Ha Long Bucht fahren. Leider war schon alles ausgebucht, so dass wir einen Tag länger in Hanoi bleiben müssen. Unser Hotel war aber am Donnerstag schon ausgebucht.
Aber unser kleiner Service-Engel Mai Lee hat sich unglaublich toll um uns gekümmert. Sie besorgte uns ein Zimmer in einem anderen Hotel, half uns beim Buchen der Tour durch die Ha Long Bucht, und half uns die Zugtickets für die Fahrt nach Hue zu bestellen. Sie ist sogar beim Umzug ins neue Hotel mit uns (und einem Helfer fürs Gepäck) mitgegangen, hat dort alles geregelt und uns das neue Zimmer präsentiert. Man merkt richtig, wie stolz die auf ihre Arbeit sind.
Und das war noch nicht alles. Wenn wir von der Ha Long Bucht auf dem Weg nach Hue sein werden, machen wir Zwischenstopp in Hanoi und dürfen uns im Hotel frisch machen.
So einen Service habe ich noch nie erlebt. In Deutschland würde niemand auf solche Ideen kommen.

Abends haben wir es uns dann noch richtig gut gehen lassen. Zuerst waren wir in der Straßenküche einer älteren Dame, die uns eine Art Nudel und Sprossen Salat mit Fischsauce und verschiedenen getrockneten Fleisch serviert hat. Das war sehr lecker, allerdings hat sie ziemlich viele gehackte Erdnüsse drüber gestreut, und ich bin angeblich allergisch dagegen. So musste ich ziemlich viel rumpulen, aber es ging.

Diese kleinen Plastikstühle, die man bei uns eher in Kindergärten findet, sind hier in fast jeder Straßenküche zu finden. Auch wenn alle Stühle belegt scheinen, wenn man Interesse hat, dann werden Stühle von irgendeinem Stapel genommen, und ein Plätzchen findet sich auch. Und sei es vor dem Haus- oder Ladeneingang des Nachbarn.
Ich jedoch fühle mich wie Guliver auf den Dingern.

Das war allerdings nur die Vorspeise. Wir schlenderten durch die Straßen nach einem Hauptgang und fanden ein StreetBBQ. Man sitzt an einem winzigen Tisch auf dem ein kleiner Ofen und eine Pfanne stehen. Man sucht sich Fleisch und Beilage aus, und brutzelt sich sein Essen selbst.
Dazu wird ein Schälchen mit einer Gewürzmischung gereicht, die wie Salz und Pfeffer aussieht. Dazu waren frische gehackte Chilis und Limetten, nur viel kleiner. Die Limetten drückt man einfach über der Gewürzmischung aus und erhält eine sauer, scharf, salzig Kombination. Das gegrillte Fleisch tunkt man einfach da ein und isst es so.
Das macht unglaublich viel Spaß, weil man dicht gedrängt zwischen Einheimischen und Touristen sein Essen selbst zubereitet. Außerdem war es einfach nur köstlich. Mit Abstand das beste Essen bisher. Werde ich zu Hause probieren nachzumachen.

Zum Schluss gingen wir noch in ein Cafe. Simone hatte ihren üblichen vietnamesischen Kaffee, und ich hatte eine leckere Apfel-Shisha und dazu einen Lipton Hawaii Tee. Das ist irgendein grüner Saft mit Cocos und darin noch Tee. Beides hat eine unterschiedliche Dichte, so dass es in einem Glas getrennt serviert wird. Erst wenn man es mit dem Löfflel umrührt, vermischt es sich. Das war auch einfach nur lecker.

Was Essen anbelangt, kann ich noch einen Tipp geben. Es gibt mehr oder weniger die exotischen Früchte, wie man sie auch bei uns kaufen kann, hier schmecken sie allerdings viel intensiver.
Aber lasst euch nicht von den Straßenhändlerinnen übers Ohr hauen, wie wir es gemacht haben.

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