Vietnam 2014 – Hanoi Part 2

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iPho

Es ist erst der zweite Tag, und es ist jetzt schon unmöglich die ganzen Eindücke zu verarbeiten.

Simone hatte anfangs Kopfschmerzen, so dass wir uns entschieden uns nicht all zu weit vom Hotel zu entfernen. Aber das ist auch gar nicht notwendig. Unser Hotel liegt ja mitten im Old Quarter. Wir gingen los, als gerade Mittagszeit war. Alle saßen vor ihren Läden oder in den Straßenküchen und stärkten sich.
Gleich danach wird der Abwasch erledigt, nur wird das hier auf der Straße erledigt. Und zwar von Privatpersonen und von den Straßenküchen.
Wenn man sich durch die Straßen bewegt, bekommt man nur einen Bruchteil mit. Man kann sich einfach an eine Kreuzung stellen, und es wird den ganzen Tag nicht langweilig.

Man hat sich in Europa so an den Euro und den Vorteil, dass man in fast ganz Europa Währungen nicht umrechnen muss zum Vergleichen. Der Dong, so heißt hier die Währung, ist natürlich deutlich schwächer und man hantiert mit Hunderttausenden herum. Es gibt daher eigentlich nur Scheine. Und diese sind wegen der hohen Luftfeuchtigkeit (gestern z.B.  85%) aus einer Art Kunststoff. Dabei haben sie ein transparentes Fenster, durch das man durch schauen kann.

Die typischen Häuser hier sind sehr schmal. Unten gibt es meistens einen größeren Raum, der als Laden, Garage oder Wohnzimmer genutzt wird. Oft auch alles auf einmal. Es gibt auch unzählige sehr schmale, schlauchartige Gänge zwischen den Häusern, die zu weiteren Wohnungen führen. Abends sitzt die ganze Familie in diesem Raum bei geöffneten Türen, isst, schaut fern, erledigt Sachen für den nächsten Tag. Und man kann alles von draußen beobachten.

Ähnlich, wie früher in Deutschland, als es noch Zünfte gab, gibt es hier Straßen, in der sich die Menschen auf einen Beruf oder Ware spezialisiert haben. So läuft man durch eine Metallstraße, eine Fahrradstraße, eine Papierstraße usw.

Obwohl die Vietnamesen nicht besonders religiös sich (gerade mal 18% bekennen sich zu einer Religion) habe ich zufällig eine Wohnung fotografiert, die christliche Bilder an der Wand hängen hat. War aber auch in der Nähe einer christlichen Kirche, die die Franzosen während der Kolonialzeit gebaut haben. Im Prinzip eine normale Kirche. Hier jedoch passt sie so gar nicht hin.
Neben der Kirche werden die Robe und andere Utensilien eines Bischofs in einem Schaufenster ausgestellt. Wie Ware. Merkwürdig.

Zwischen den Häusern gibt es auch hier und da kleine Tempel, an den man leicht vorbei läuft. An vielen Häusern hängen Vogelkäfige mit Singvögeln die den dicken Brei aus Gerüchen und Lärm durchbrechen.

Abends werden die Läden, auch die Straßenküchen, sehr früh geschlossen. Alles ist weggeräumt, und die Straßen sehen plötzlich komplett anders aus, so dass man zweifelt, ob das die bekannte Straße ist, in der man sich befindet.

Wir haben uns auch ein Eis gegönnt. Cocos-Eis in einer Cocos Schale. Mit frischen Cocos Raspeln. Und meins habe ich mir mit getrockneter Durian Frucht, auch Stinkfrucht genannt, bestellt. Riecht komisch, schmeckt aber ganz gut. Den Geschmack kann man aber nicht wirklich beschrieben. Es ähnelt nichts, was man so kennt.

Auf unseren Streifzügen fanden wir sogar eine Kreuzung, die ab und an leer war. Diese war mit Ampeln ausgestattet, zusätzlich wurde der Verkehr von einem Polizisten geregelt. Sah irgendwie witzig aus.

Später dann waren wir noch im French Quarter. Dort stehen viele alte Häuser im französisch/europäischen Stil. Es reihen sich aber immer mehr ultra moderne und seelenlose Gebäude dazu. Hier merkt man ganz deutlich, dass Vietnam im Umbruch ist. Vieles Alte wird durch Modernes ersetzt. Dicke Autos, moderne Restaurants, überall kostenloses WLAN (nicht nur im French Quarter), moderne Geschäfte (sogar ein Mediamarkt) . In einigen Jahren wird Hanoi ganz anders aussehen.

Das French Quarter nennen wir auch das Cable Quarter. Dort gibt es noch mehr wild verlegte Kabel, viele liegen einfach herum, teilweise ohne Ummantelung. Und es wird überall daran gearbeitet. Man merkt, der Hunger nach Strom wächst auch hier.

Mein Bruder hat mich gebeten etwas mehr über das Essen hier zu schreiben.
Also… am ersten Abend waren wir in einer Straßenküche, in der wir eine Suppe, Bun Thang, gegessen haben. Die nordvietnamesische Küche ist nicht sehr würzig, aber lecker. Man kann aber nach Geschmack mit Gewürzen, Knoblauch und Chilisauce nachwürzen. Aber Vorsicht, die Chilisaucen hier kann man nicht mit denen bei uns vergleichen. Meine Suppe hatte nach meiner Aktion ordentlich Feuer. Lecker!
Heute hatte Simone einen typischen kalten Kaffee mit Eiswürfeln und gesüßter Kondensmilch. Sehr lecker und sehr erfrischend.
Zu Essen hatte sie ein relativ süßes Gericht aus Reis und marinierten Hähnchenschenkeln. Ich hatte Schwein mit Erbsen und Pilzen. Hat ganz gut geschmeckt, ich mochte die Konsistenz aber nicht.
Die Portionen sind relativ klein, aber ausreichend. Finde ich gut. Hat man noch Hunger, kann man sich ja noch was kleines für auf die Hand holen. Das Essen hier ist für unsere Verhältnisse sehr günstig.

Kleine Anekdote am Rande: Bis unser Essen serviert wurde, hat Simone lokale Nachrichten aus Deutschland auf ihrem Handy gelesen. Plötzlich liest sie mir eine Nachricht vor:
„Chaos in Kerpen! Ampelanlage ausgefallen.“
Wir sehen uns beide an, und lachen lauthals los, so dass sich die anderen Gäste nach uns umdrehen. Ja, wir haben wirkliches Chaos hier kennen gelernt.

Abends waren wir dann noch in der Fat Cat Bar. Sie ist berühmt und erinnert stark an eine westliche Bar. Dort geht man hin, wenn man Kontakt sucht. Dort treffen sich Urlauber und Einheimische, und mischen sich.
Wir wurden von Ca, einem Vietnamesen in meinem Alter (vermutlich, man kann das Alter der Menschen hier so schwer einschätzen) und seiner Frau angesprochen. Wir haben uns lange unterhalten, ich habe vielleicht ein Viertel verstanden, aber es hat Spaß gemacht. Vietnamesen sind sehr stolz auf ihr Land und erzählen viel davon, geben Tipps, wo man hin soll, und verehren ihren Onkel Ho Chi Minh.

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