Vietnam 2014 – Hanoi Part 1

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Tempel auf dem See

Es ist 22.30 Uhr, ich sitze nach über 30 Stunden auf den Beinen im Hotel und kann es immer noch kaum glauben. Es schien immer in so weiter Ferne, doch die letzten Wochen vergingen sehr schnell, und der Termin für unser Abenteuer rückte immer näher.

Heute, bzw gestern war es dann endlich so weit. Wir fuhren mit dem Auto nach Frankfurt, bestiegen dort den Flieger nach Taipei/Taiwan, unseren Zwischenstopp auf dem Weg nach Hanoi/Vietnam. Der ganze Weg verlief komplett entspannt und reibungslos, auch wenn ein Sonnenuntergang um 15 Uhr schon etwas komisch ist. Dennoch war der Flug einfach nur zermürbend. Irgendwann will man einfach nur noch aufstehen und sich etwas bewegen.

Der Zwischenstopp war besonders frustrierend, da wir fast an Hanoi vorbei geflogen sind. Taipei ist gute 2000 km weiter im Westen. Aber das war so einfach viel günstiger als ein Direktflug.

Über den Wolken schien die Sonne dermaßen stark, dass die Reflektor der Wolken einfach nur strahlend weiß war. Unter den Wolken jedoch stellte sich die Wolkendecke als sehr dicht und grau heraus. Es war zwar nicht kalt, Aber auch nicht so warm, wie erwartet. Außerdem nieselte es ab und an ein wenig. Aber wir sind ja nicht aus Zucker und Kummer in Deutschland gewöhnt.

Zum Glück haben wir uns vom Hotel eigenem Shuttle-Service abholen lassen. Das klappte auch reibungslos. Der Fahrer konnte ein wenig Englisch und war durchaus positiv neugierig. Als ich erzählte, dass wir aus Deutschland kommen, bekam ich als Antwort, dass wir gut Fußball spielen. Joa, stimmt wohl.
Der Flughafen liegt etwas außerhalb, so dauerte die Fahrt ca. 1 Stunde. Aber weniger wegen der Entfernung, als wegen dem Verkehr. Und dabei hatten wir nicht mal Stau.

In Vietnam hat fast jeder einen Motorroller. Verkehrsregeln scheinen sich auf das ständige Hupen zu beschränken. Wer den Verkehr in Rom, Paris oder ähnlichen Städten schlimm findet, diese Städte sind Kindergeburtstag gegen Hanoi. Es gibt keinen Links- oder Rechtsverkehr
Gefahren wird, wo gerade Platz ist. Also auch gegen den Verkehr, auch im Kreisverkehr und notfalls auch auf dem Bürgersteig. Wobei den Namen hat der Streifen eigentlich nicht verdient. Der Bürgersteig in Hanoi ist eigentlich alles, nur kein Bürgersteig. Ausweichmöglichkeit für Mopeds, Parkplatz, Wohnzimmer, Küche, Frisörsalon, Geschäft, Treffpunkt, Kindergarten, Werkstatt, Metzgerei usw. So ist es fast unmöglich diesen als Fußgänger zu nutzen. Und so mischen sich zu den Autos und Mopeds auch noch Fußgänger auf die Straße. Auch wenn diese gerade mal 2 Meter breit ist. Und auch das halt niemanden davon ab zu drängeln und sich vorbei zu mogeln. So kommt es immer wieder zu kleinen Kollapsen, die sich aber nach wilden Hupkonzerten irgendwann alleine auflösen.

Alleine die Fahrt vom Flughafen zum Hotel war ein Schock. Doch das war nur der Anfang. Doch dazu später mehr.
Im Hotel angekommen wurden wir mehr als herzlich empfangen. Eine junge Frau hat uns mit recht gutem Englisch eine Karte von der Altstadt überreicht, und dort alle wichtigen Punkte eingezeichnet und erklärt. Dazu kam noch ein Merkblatt mit hilfreichen Tipps, wie man als Hanoi-Neuling nicht direkt übers Ohr gehauen wird oder gar umkommt. So herzlich wurde ich noch nie in einem Hotel empfangen.
Das Zimmer ist auch toll, sogar mit allem ausgestattet, was das westliche Herz begehrt.

Nachdem wir uns etwas frisch gemacht haben, machten wir uns auf Erkundungsgang in der Umgebung. Eigentlich wollten wir nur Bargeld und Trinkwasser holen. Aber es war so aufregend und interessant, dass die Müdigkeit verflogen war.

Schnell gab es zwei neue Hindernisse. Die Altstadt ist wie ein Labyrinth. Selbst mit Straßenkarte ist es schwer sich zu orientieren, da die Strassennamen einem einfach nichts sagen. So haben wir uns direkt zwei mal verirrt. Ist aber nicht schlimm. Es war sogar ganz gut, da man so Ecken erkundet hat, die man sonst nicht gesehen hätte.
Das zweite Hindernis klingt banal, ist aber die Feuerprobe für Fremde. Kennst Du den Videospiele-Klassiker Frogger? Dabei lenkte man einen kleinen Frosch, der über eine stark befahrene Straße musste. So ähnlich, nur viel schlimmer fühlt man sich dabei, denn man hat bei einem Misslungen keine zweite Chance. Und die Fahrzeuge kommen aus allen Richtungen angeschossen, auch von da, wo sie eigentlich nicht dürfen. Dabei noch der ganze Krach. Das ist für die meisten Langnasen einfach zu viel. Wer auf eine Lücke im Verkehr wartet, der wird eher schwarz. Nach viel Mut und etwas Übung geht es aber doch. Man muss sich eigentlich nur wie in einem Fischschwarm bewegen. Ich bekam von einem Einheimischen sogar ein Kompliment dafür.

Wir schlenderten um den Hoan Kiem See, der die Ambivalenz des Landes gut komprimiert. Der See sieht malerisch aus mit seinen ins Wasser hängenden Bäumen und seinem Tempel auf einer Insel. Direkt am See treffen sich Pärchen zum Händchen Halten, Brautpaare zum Fotoshooting, Alte zum Verweilen oder Sport machen, oder Langnasen zum Staunen. Um den See führt jedoch eine mehrspurige Straße, die natürlich übelsten Lärm produziert. Das scheint aber kaum jemanden zu stören. Der See ist das Herz von Hanoi, wie uns Einheimische erzählten.

Die Vietnamesen sind herzlich, offen, neugierig und kontaktfreudig. So lernten wir einige Menschen kennen, die, um ihr Englisch zu üben, uns eine halbe Stunde lang die Sehenswürdigkeiten erklärten. Auf andere wiederum wirkte Simones blondes Haar und meine Größe wie ein Magnet. So wurde Simone mehrfach gebeten sich mit Einheimischen fotografieren zu lassen. Witzig das Ganze.

Abends besuchten wir natürlich eine der berühmten Straßenküchen. Dort gab es natürlich leckere Suppe und Reisschnapps.

Und das war erst der erste Tag!

Wundere dich nicht, wenn etwas nicht stimmt. Die Bilder wurden mit meinem Tablet bearbeitet und verkleinert. Auch der Artikel wurde damit (das erste mal für mich) geschrieben.

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3 Gedanken zu “Vietnam 2014 – Hanoi Part 1

  1. Pingback: Vietnam 2014 – Hanoi Part 1 | Gambajo › Von TOMEN

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