Fujifilm X100s

Fujifilm X100s & Gordy's wrist strap

Fujifilm X100s & Gordy’s wrist strap

Papa hat ein neues Spielzeug 😉

Nach einigem Hin und Her habe ich mir eine gebrauchte FujiFilm X100s gekauft. Warum Hin und Her? Nun ursprünglich wollte ich ja das Objektiv XF 23mm f/1.4 kaufen. Aber nach meinem Test stellte ich fest, dass es für mich zu groß ist. Es ist ein haptisch und optisch tolles Objektiv, allerdings verhältnismäßig groß und schwer. Ich werde es mir vielleicht irgendwann trotzdem kaufen, aber derzeit suchte ich einfach nach etwas anderem.

Fujifilm X100s

Fujifilm X100s

Viele wundern sich. Ein Body mit einer fest verbauten Festbrennweite limitiert doch stark. Aber das macht mir nichts. Bisher bin ich auch meistens mit einem 35 mm Objektiv rum gelaufen. Nur sind 35 mm auf APS-C manchmal zu eng. Eine Festbrennweite zwingt den Fotografen sich mehr auf die Bildkomposition zu konzentrieren und dadurch, dass das Objektiv fest verbaut ist, entfällt der Drang Objektive wechseln zu wollen.
Ja, einige Bilder wird man damit nicht machen können, aber das stört mich nicht. Ich versuche mit dem kreativ umzugehen, was ich habe, als mich auf das zu konzentrieren, was nicht geht.

Warum gerade die X100s? Dafür gibt es viele Gründe. Ich suchte eine Kamera, die verhältnismäßig kompakt ist, und trotzdem tolle Bilder liefert. Wollte sie zu lockeren Treffen mit Freunden, aber auch zu meiner anstehenden Reise nach Asien mitnehmen.
Da ich eher schon an das Bedienkonzept von Fuji gewöhnt bin und es liebe, war es naheliegend die X100s in Betracht zu ziehen. Hinzu kommt der schnellere Autofokus, als bei meiner X-E1, ein unglaublich leiser Zentralverschluss, gute High-ISO Performance, ein kompaktes und vielseitiges Objekiv und natürlich das Design.

Gerade beim Objektiv war ich schon skeptisch. Aber nach meinen bescheiden Tests muss ich sagen, die Sorgen waren weitestgehend unbegründet. Bei Offenblende sind die Ecken zwar etwas unscharf, aber das ist kaum der Rede wert.

Fujifilm X100s @ F/2 100% Crom linke obere Ecke

Fujifilm X100s @ F/2 100% Crom linke obere Ecke

Fujifilm X100s @ F/2.8 100% Crom linke obere Ecke

Fujifilm X100s @ F/2.8 100% Crom linke obere Ecke

Fujifilm X100s @ F/4 100% Crom linke obere Ecke

Fujifilm X100s @ F/4 100% Crom linke obere Ecke

Fujifilm X100s @ F/5.6 100% Crom linke obere Ecke

Fujifilm X100s @ F/5.6 100% Crom linke obere Ecke

Fujifilm X100s @ F/8 100% Crom linke obere Ecke

Fujifilm X100s @ F/8 100% Crom linke obere Ecke

Fujifilm X100s @ F/11 100% Crom linke obere Ecke

Fujifilm X100s @ F/11 100% Crom linke obere Ecke

Fujifilm X100s @ F/16 100% Crom linke obere Ecke

Fujifilm X100s @ F/16 100% Crom linke obere Ecke

Die 23 mm Brennweite entspricht 35 mm auf Kleinbild und ist somit das klassische Reportage-Objektiv. Dadurch, dass die optischen Elemente so nah am Sensor sind, kann man im Makro-Modus die Naheinstellgrenze auf 10 cm reduzieren. Damit ist das Objektiv schon sehr flexibel.

Nacheinstellgrenze der X100s normal

Nacheinstellgrenze der X100s normal

Nacheinstellgrenze der X100s Makro

Nacheinstellgrenze der X100s Makro

Die Kamera hat sogar einen eingebauten zuschaltbaren ND-Filter, der das Licht um 3 Blenden mindert. Sehr hilfreich bei starkem Licht und Offenblende oder für Langzeitaufnahmen in Kombination mit anderen ND-Filtern.

Auf den Hybrid-Sucher war ich sehr gespannt. Meine X-E1 hat ja nur einen elektronischen Sucher, was mich aber nie gestört hat. Ich muss sagen, derzeit ist der optische Sucher nur ein nettes Gimmik für mich. Die Vorteile des elektronischen Suchers sind einfach zu groß. Allein die Tatsache, dass man die Auswirkung der üblichen Parameter wie Blende, Verschlusszeit und ISO live im Sucher sieht, ist Gold wert. Hinzu kommen so nette Helferlein, wie live die Filmsimulationen (z. B. Schwarzweiß) im Sucher sehen, Focuspeaking oder die Lupenfunktion.
Wenn man die Gegenlichtblende aufsetzt, verdeckt diese eh einen Teil des Bildes des optischen Suchers.

Die Gegenlichtblende ist auch mein größter Kritikpunkt. Bei dem Preis für eine kompakte Kamera mit fest verbauen Objekiv erwarte ich eigentlich, dass diese dabei ist. Aber Pustekuchen. Und sie ist richtig teuer. Man kann sie aber für relativ wenig Geld von Drittherstellern beziehen. Aber wie schon gesagt, sie verdeckt einen Teil des optischen Sucherbildes und auch den eingebauten Blitz.

Der Blitz ist der beste eingebaute Blitz, den ich bisher genutzt habe. Er hat natürlich nicht die Leistung eines ausgewachsenen Aufsteckblitzes, aber für die meisten Anwendungsfälle ist er ausreichend. Gut finde ich, dass er sehr dezent arbeitet, so dass man kaum merkt, dass geblitzt wurde. Ist also sehr gut als Aufhellblitz für Unterwegs nutzbar, ohne dass man seine Motive „totblitzt“.

Ein weiterer Minuspunkt für mich ist dieses fummelige Rädchen hinten um durch die Optionen zu „rollen“, wie es das auch oft bei Canon-Kameras zu finden ist. Schon bei Canon konnte ich mich nicht damit anfreunden. Ich mag Steuerkreuze mit vernünftigen Druckpunkten und haptischen Feedback viel besser. Bei dem Rad verstelle ich hin und wieder unbeabsichtigt Optionen. Aber das ist vermutlich Geschmackssache. Funktionieren tut es auf jeden Fall.

Ich weiß nicht, wofür das „s“ in X100s steht, aber ich vermute es steht für „sexy“. Die X100s ist einfach eine klassische Schönheit im Leica-Stil. Von vielen wird sie auch abfällig als Leica für Arme bezeichnet. Mir ist das egal. Ich hatte schon Leicas in der Hand, und weiß, was ich grundsätzlich an meinem Fuji X-System habe. Eine Leica ist nämlich größer, schwerer und vor allem viel viel teurer. Und die Ergebnisse einer Leica sind nicht um so viel besser, als dass den Mehrpreis rechtfertigen würde. Oft wird dann das Argument gebracht, dass Leicas ja so robust und so hochwertig verarbeitet seien. Mag ja sein, aber in wenigen Jahren ist die Elektronik der Kamera veraltet und man schaut sich nach modernerem Ersatz um. Für den Preis eines aktuellen Leica M Body bekommt man 5 neue X100s. Und bei der Leica ist dann noch nicht mal ein Objektiv dabei. Das bedeutet, ich kann mir für den Preis einer Leica die aktuelle X100s und 5 Folgemodelle kaufen. Egal ob mir die X100s kauputt gehen sollte, weil sie nicht so robust ist (ist mir noch bei keiner Kamera passiert), oder weil ich bessere Bildqualität eines neueren Sensors haben möchte. Ich denke, dass in den zukünftigen Generationen einer X100s die Bildqualität deutlich besser sein wird, als die der aktuellen Leica.

Die geringe Größe, das dezente Design, der leise Verschluss und die Lichtstärke lassen einen fast in einer Art Stealth-Modus fotografieren.

Habe mir auch direkt ein wenig Zubehör zu der Kamera gegönnt. Und zwar welches, von dem ich normalerweise nicht viel halte. Aber ein anderes Kamera-Konzept lässt mich umdenken.
Bisher hielt ich nicht viel von Auslöseknöpfen (sogenannten Soft Release Button). Aber nachdem ich mal einen ausprobiert habe, muss ich doch gestehen, dass die Dinger nicht nur nett anzuschauen sind, sondern dem Fotografen auch mehr Gefühl beim Auslösen bieten. Habe aber den kleinen mit 1 cm Durchmesser genommen, um den Ein-/Ausschalter gut erreichen zu können. Werde mir so ein Teil auch für meine X-E1 besorgen.

Fujifilm X100s und ein roter Soft Release Button

Fujifilm X100s und ein roter Soft Release Button

Bisher habe ich auch nichts von UV- oder Klarfiltern gehalten, da diese meist nur zum Schutz des Objektiv genutzt werden, und nicht um etwas zu filtern. Normalerweise ist dafür die Gegenlichtblende besser geeignet, zumal diese auch noch den praktischen Nutzen hat für weniger Streulichteffekte zu sorgen. In diesem Fall möchte ich die Gegenlichtblende aber eher nicht nutzen. Die Nachteile dieser Gegenlichtblende überwiegen die Vorteile. Der Filter hat dann den Vorteil, dass ich nicht mal die Schutzkappe aufs Objektiv stecken muss, wenn ich sie wegpacke. So ist die Kamera immer einsatzbereit und das Objektiv ist geschützt.
Hatte ich bisher auch nicht in Verwendung, aber ich finde, zu dieser Kamera passt einfach eine Handschlaufe, statt einem ausgewachsenem Kameragurt. Habe mich etwas umgeschaut und mich vorerst für die Schlaufe von Gordy ’s entschieden. Mal schauen, vielleicht hole ich mir irgendwann noch eine Schlaufe von Leicatime, passend zu dem Gurt meiner X-E1, den ich liebe.

Fujifilm X100s & Gordy's wrist strap

Fujifilm X100s & Gordy’s wrist strap

Und zu guter Letzt habe ich mir noch von Manfrotto die Nano VI Gürteltasche geholt. Die ist von der Größe her wie für die X100s gemacht. Finde ich durchaus sehr praktisch, da man keine Tasche an sich baumeln hat, und auch keinen Rucksack auf dem Rücken tragen muss, und die Kamera ist immer schnell im Zugriff. Wird bestimmt gut bei unseren Wandertouren.

Fujifilm X100s & Gordy's wrist strap & Manfrotto Nano VI

Fujifilm X100s & Gordy’s wrist strap & Manfrotto Nano VI

Außerdem passt die Kamera perfekt in eine Innentasche meiner Umhängetasche, die ich täglich für den Weg zur Arbeit nutze. Somit habe ich die Kamera immer dabei, aber sie stört nicht.

Fujifilm X100s und meine Alltagstasche

Fujifilm X100s und meine Alltagstasche

Das Wichtigste an der Kamera ist aber, dass sie einfach Spaß macht. Diese Kamera hat einfach Seele.

David Hobby (The Stroboist) empfiehlt diese Kamera z.B. als Reisekamera.

Todd Gipstein hat mit dem Vorgängermodell (X100) ein sehr schönes Projekt durchgeführt, bei dem er 1 Jahr lang Fotos aus der Umgebung von 1 Meile um sein Haus herum gemacht hat.

Und natürlich die schönen Videos von Fuji Fotografen.

Einige Beispielbilder ohne künstlerischen Anspruch:

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