Profi Fotograf, billige Kamera

Oft hört man, wenn man eine (am besten möglichst große und teure) Kamera besitzt, dass es kein Wunder ist, dass man gute Bilder macht. Man hat ja schließlich eine gute Kamera. Und dieses Gerücht hält sich hartnäckig.

Ja, eine gute Kamera macht es einfacher gute Fotos zu machen. Sie ist aber niemals Garant dafür. Die Kamera ist lediglich ein Werkzeug.
Niemand fragt einen Maler, welche Pinsel er für seine Bilder benutzt, und schließt von deren Preis, ob das Bild gut oder schlecht ist.
Wobei man hier auf sagen muss, dass viele meinen, dass wenn ein Bild technisch gut ist, das Bild auch allgemein gut ist. Das ist nicht ganz richtig. Die technische Umsetzung ist wichtig und der Feinschliff. Aber ohne eine guten Idee, ist es halt nur technisch gut. Man kann eine Telefonbuchseite technisch perfekt fotografieren, und es bleibt eine langweilige Telefonbuchseite.
Heutzutage liefern eh fast alle Bilder mehr oder weniger technisch gute Bilder, so dass sich die Fotografen mehr mit dem Motiv beschäftigen könnten.

Passend dazu habe ich auf YouTube eine interessante Serie gefunden: Pro Photographer, Cheap Camera, also „Profi Fotograf, billige Kamera“. Dabei wird gezeigt, dass erfahrene Fotografen auch mit billigen Kameras interessante Bilder erschaffen können. Natürlich sind die technisch nicht so perfekt, wie mit die, die mit Profiausrüstung gemacht werden. Aber darauf kommt es nicht an.


Besonders gut finde ich die Folge 6. Nicht wegen der Kamera oder der Fotografin, sondern was am Ende gesagt wird:
„Die Kamera entscheidet nicht, was zu fotografieren ist….Es ist nicht die Kamera, die dich limitiert, es ist deine Vorstellungskraft/Kreativität.“

Natürlich gibt es auch das Gegenbeispiel, also „Anfänger und Profi Kamera“. Wobei man hier dazu sagen muss, dass die Anfängerin im Film sicher im Automatik-Modus geschossen hat, und die Objektive vorgegeben bekommen hat. Hätte man auch das ihr überlassen, hätte sie vermutlich kein einziges Bild zustande gebracht. Allerdings ist sie sehr experimentierfreudig. Die meisten hätten die üblichen Fotos damit gemacht, so dass man keinen Unterschied zwischen den Bildern aus einer Profi-Kamera und einer „billigen“ Kamera sehen könnte.

Also schiebt nicht alles auf die Technik. Die Kreativität ist das Entscheidende, wie bei jeder Kunstform. Nehmt euch eure Kamera, egal ob Smartphone oder teure Profi-Kamera, und habt Spaß damit. Amateure müssen nicht davon leben, müssen nicht das machen, was dem Kunden gefällt. Also experimentiert.

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