Digitale Filmsimulationen in der Kamera vs. Vorteile der digitalen Fotografie

Die Fuji X Kameras, zumindest die X-Pro1 und die X-E1 besitzen sogenannte Filmsimulationen. Diese simulieren die Farbgebung einiger analoger Filme (nicht die Körnung, oder andere Eigenschaften).
Diese Simulationen wirken sich nur auf die JPGs, die direkt aus der Kamera kommen, aus. RAW-Dateien bleiben davon natürlich unberührt. Es gab deswegen schon eine Menge Knatsch, aber das ist nur logisch, da RAW-Dateien immer die Daten enthalten, wie sie der Sensor aufnimmt, ohne großartiges Processing in der Kamera durchzulaufen.

Leider gibt es diese Simulationen bisher nicht als Presets für die gängigen RAW-Konverter, wobei mich das nicht sonderlich stört.

Ich suche schon seit längerem nach dem Sinn dieser Filmsimulationen. Entscheidet man sich für eine der Simulationen, wird diese, möchte man sie auch nach dem Export aus der Kamera erhalten, in das JPG „eingebrannt“. Das bedeutet, dass man diese Entscheidung später nicht rückgängig machen kann, und es auch sehr schwer ist andere Farbgebung vernünftig umzusetzen.
Im Gegensatz dazu kann man mit einer RAW-Datei immer „zurück auf Anfang“ und mit verschiedenen Farbgebungen experimentieren. Ganz extrem wird es, wenn man eine der Schwarz-Weiß-Simulationen gewählt hat. Zurück zu bunt ist da nicht mehr.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Filmsimulationen auf eine RAW-Datei später am PC anzuwenden. Ich kenne hauptsächlich die NIK Software Reihe (mittlerweile von Google) oder die VSCO-Presets. Damit ist man flexibel und kann sich mehrere Versionen eines Bildes mit verschiedensten Simulationen anfertigen, um sie gegenüber zu stellen und sich dann für eine zu entscheiden. Ich persönlich mag diese Art von Filmsimulationen sehr.

Die Vorteile der Filmsimulationen in der Kamera liegen auf der Hand. Sie gehen schnell und ohne Kenntnisse von Bildbearbeitung.
Im Prinzip fotografiert man so aber fast so, wie zu Analogzeiten. Damals hat man sich auch vor dem Fotografieren für einen bestimmten Film entschieden, und nach dem Fotografieren konnte man diese Entscheidung nicht mehr beeinflussen. Die speziellen Eigenschaften des Films waren in das Bild „eingebrannt“.
Ich kenne auch solche Aussagen wie „Ich fotografiere so, dass schon während des Fotografierens alles stimmt, und ich keine Nachbearbeitung brauche“.

Tatsächlich ist es dann aber so, dass man eigentlich wieder so fotografiert, wie zu Analogzeiten. Bis auf das Begutachten des Bildes direkt nach der Aufnahme und die eingesparten Kosten beim Kauf der Filme, nutzt man die Vorteile der digitalen Fotografie nicht. Im Vergleich zur analogen Fotografie ist es verhältnismäßig einfach die Bilder nach dem Fotografieren den Wünschen entsprechend zu editieren.

Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Für mich persönlich bieten die Filmsimulationen, vor allem die Schwarz-Weiß-Simulationen, einen durchaus großen Vorteil. Da die Kamera spiegellos ist, wird im Sucher und auf dem Display das Bild angezeigt, welches der Sensor aufnimmt. Daher lassen sich die Filmsimulationen auch live vor der Aufnahme im Sucher oder dem Display einschalten. So kann man schon vor der Aufnahme sehen, ob das Bild auch in Schwarz-Weiß so aussieht, wie man es sich vorstellt. Die eigentliche Konvertierung in Schwarz-Weiß mache ich dann aber immer am PC, weil ich da wesentlich mehr Kontrolle darüber habe, wie Umwandlung werden soll.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s