Katholischen Kirche – quo vadis?

Ich bin noch Mitglied der Katholischen Kirche. Noch.
In bin schon seit Jahren kein praktizierender Katholik mehr, weil ich mit dem ganzen Zirkus, denn die Kirche veranstaltet, nichts anfangen kann. Ich habe eine einigermaßen gute Bildung genossen und bin aufgeklärt. Mir ist bewusst, dass die Katholische Kirche eines der erfolgreichsten Konzerne der Welt ist, mit einer fast 2000 jährigen Geschichte, zahlreichen Niederlassungen auf der ganzen Welt und sogar einer eigenen Bank.

Bisher bin ich nicht ausgetreten, weil ich so naiv war zu glauben, dass mit der Kirchensteuer, die ich jeden Monat zahle, Gutes bewirkt wird. Das mag auch in gewisser Weise zutreffen, aber die Vorfälle der jüngsten Vergangenheit lassen mich diesen Entschluss noch mal gründlich überdenken. Denn schließlich unterstütze und bestärke ich damit die Einstellung und das Verhalten dieser Organisation mit meinem Geld.
Das ist wie in der freien Marktwirtschaft. So lange der Konsument zahlt, ist alles in Ordnung, und kaum ein Konzern wird dann moralisch besser vorgehen bei z.B. der Produktion. Das Einzige, was wirklich zum Umdenken bewegt, ist das Wegbleiben von Konsumenten und damit das Wegbleiben von Geld.
Eine andere Sprache verstehen so große Konzerne nicht.

Mein persönliches Fass haben die beiden Skandale der jüngsten Vergangenheit zum Überlaufen gebracht. Dabei finde ich es gar nicht mal so schlimm, dass da Fehler passiert sind, denn es sind Menschen und überall gibt es schwarze Schafe. Was ich allerdings schlimm finde ist, wie die Katholische Kirche und deren anhängende Organisationen damit umgehen.

Eine junge Frau wird vergewaltigt. Eine der schlimmsten Dinge, die ihr passieren können. Als Mann kann man sich die Qualen vermutlich nicht mal annähernd vorstellen, die sie durchmachen musste.
Die Ärztin, die die vergewaltigte Frau behandelt, erbittet Hilfe bei zwei Krankenhäusern der Cellitinnen-Stiftung, da es rechtlich notwendig ist, dass das Opfer von Gynäkologen untersucht wird. Beide Male wird sie abgewiesen, erst ein evangelisches Krankenhaus nimmt sie auf.

Was war die Begründung für die Abweisung? Das behandelnde Krankenhaus wäre dazu verpflichtet gewesen die Frau über „die Pille danach“ aufzuklären, aber das verstößt gegen die ethischen Grundsätze des Trägers, der erst vor kurzem einen entsprechenden Leitfaden für die Mitarbeiter des Krankenhauses erstellt hat. Den Ärzten und anderen Mitarbeitern des Krankenhauses mache ich gar nicht mal so einen großen Vorwurf, denn bei Zuwiderhandlung droht fristlose Kündigung.

Aber um welche ethischen Grundsätze geht es hier?
Die Katholische Kirche ist der Meinung, dass jedes Leben geschützt werden muss. An sich erst Mal ein sehr guter Grundsatz. Aber wie bei jeder Regel, die man bürokratisch und wie ein Beamter bis zum letzten durchexerziert, kann diese andere ethischen Grundsätze mehr als verletzen.
Die Katholische Kirche ist grundsätzlich gegen Abtreibung. Dabei wird keine Unterscheidung gemacht, die Welt ist schwarz oder weiß.
Natürlich hängt es davon ab, was man als Mensch und lebenswert definiert. Wo fängt es an? Ist es der männliche Samen? Ist es die weibliche unbefruchtete Eizelle? Ist es die befruchtete Eizelle? Der Fötus? Schwer zu sagen.
Aber ich denke, in einem solchen Fall sollte man solche Spitzfindigkeiten über Bord werfen und der Patientin helfen. Vor allem, wenn man sich selbst so etwas wie Nächstenliebe und Barmherzigkeit auf die Fahnen schreibt.

Was ist das für ein Leben, das da geschützt werden sollte?
Ein Leben, welches nicht durch Liebe entstanden und in eine geborgene Umgebung zur Welt kommt. Es wäre durch Gewalt und Schmerz entstanden, und ich fände es mehr als nachvollziehbar, wenn die Mutter das Kind nach der Geburt nicht ansehen könnte, weil es sie jede Sekunde an die Tat und vielleicht den Täter erinnert.

Solche unverrückbaren „ethischen“ Grundsätze können und welt- und lebensfremde Menschen vertreten, die in ihrer ethischen Entwicklung im finsteren Mittelalter stehen geblieben sind.
Priester und Nonnen, die sich absichtlich von der Gesellschaft in Kirchen und Klöstern abgrenzen, richtiges Familienleben nur aus ihrer Kindheit kennen, können doch nicht ernst genommen werden, wenn es um Fragen der Liebe (oder Hass) zwischen Mann und Frau geht. Die haben doch auf dem Gebiet keine Erfahrung. Ich frage ja auch nicht einen Blinden, ob die Farbkomposition eines Bildes gut gelungen ist.

Und dann diese Verantwortlichen, die bei der Pressekonferenz selbstgefällig in die Kamera schauen. Es sei ein „Fehler“ gewesen. „Ups, tut uns leid“. Wir hätten helfen müssen, aber die Pille danach kommt nicht in Frage. Das hörte sich für mich so an, wie „Ist sie doch selbst schuld.“.

So etwas zu sagen ist immer einfach, wenn es andere und nicht einen selbst betrifft. Ich frage mich, ob z.B. der Pressesprecher Christoph Leiden, der bei der Pressekonferenz sich entschuldigt hat, und gleichzeitig das Prinzip verteidigt hat, weiterhin genau so denken würde, wenn es um seine Frau, Schwester, Tochter gehen würde.
Wenn man eine seinen nächsten Verwandten zwingen würde so ein Kind auszutragen, zur Welt zu bringen und aufzuziehen.

Ich frage mich eh, warum die dort solche Regeln überhaupt aufstellen und sogar ein eigenes Arbeitsrecht ausüben dürfen. Die Krankenhäuser (und die meisten katholischen Kindergärten, Schulen und andere Einrichtungen) sind zu 100% staatlich bzw. durch die Krankenkassen finanziert.

Die Katholische Kirche wird mir immer fremder.
Vor nicht allzu langer Zeit ist bekannt geworden, dass die Katholische Kirche ein Sammelbecken für Sadisten und Pädophil war und ist. Der Skandal weitet sich immer weiter aus. Es ist mittlerweile nachgewiesen, dass Kinder über Jahrzehnte (vermutlich Jahrhunderte) von Geistlichen missbraucht wurden. Und damit nicht genug. Das Ganze war geplant und organisiert. Man hat sich sogar die Opfer gegenseitig zugeschoben.

Und wie geht nun die Katholische Kirche damit um? Die Bischofskonferenz hat die Untersuchung dazu mit einer fadenscheinigen Ausrede gestoppt. Warum wohl?
Stattdessen wurde irgendein Fonds eingerichtet, mit dem sich die Kirche Schweigen bei den Opfern erkaufen möchte, statt sich zu verantworten. Ein weiterer Schlag ins Gesicht der Opfer.

Kann irgendein Geistlicher sinnvoll begründen, warum Priester nicht heiraten sollten? Oder warum Frauen nicht Priester werden oder hohe Positionen innerhalb der Kirche einnehmen dürfen? Sind das nicht auch Gottes Geschöpfe? Oder sind diese weniger wert, als Männer? Und wenn ja, woher kommt dieser Irrglaube?
Oder warum ist die Katholische Kirche so vehement gegen Homosexualität und die Homo-Ehe? Ich meine, die Katholische Kirche ist doch die Würstchen-Parade par excellence.
Wenn man der „katholischen Logik“ folgt, dann wurden auch Homosexuelle von Gott geschaffen. Warum sollte Gott diese weniger mögen?
Die Katholische Kirche will, dass wir an klassischen Ehen festhalten, auch wenn häusliche Gewalt im Spiel ist. Aber wenn ich zwei Männer oder zwei Frauen LIEBEN, dann ist das nicht in Ordnung? Von was für Gott sprechen wir da eigentlich?

Und warum maßen sich eigentlich MENSCHEN an für Gott oder in Gottes Namen zu sprechen. Ist Gott nicht omnipotent? Wenn ja, müsste er mir doch seine Meinung, und das was er von mir will, direkt sagen, und nicht durch irgendwelche knabenliebenden alten Männer.
Wozu braucht Gott ein Bauwerk, um mit Menschen zu kommunizieren? Wozu einen Verein, wie die Katholische Kirche? Er ist doch allmächtig, er hat (nach Ansicht des katholischen Glaubens) mich und alle anderen Menschen erschaffen. Und jetzt kann er nicht direkt mit mir sprechen, sondern braucht dafür so einen korrupten, verlogenen und scheinheiligen Macht-Apparat?
Da stimmt doch irgendwas nicht in dieser Logik!

Der mitdenkende Leser wird wissen, worauf ich hinaus will. All das ist reiner Machterhalt und Machtausbau einer Vereinigung, die für so lebensbejahende Aktionen, wie den Kreuzzügen, der Inquisition und dem flächendeckenden Kindesmissbrauch verantwortlich ist. Auch im dritten Reich, als Millionen Juden systematisch und industriell Vernichtet wurden, hat sich die Kirche auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Wo blieben damals die ethischen Grundsätze, dass jedes Leben geschützt werden muss?

Man biegt sich die eigenen Regeln so zurecht, wie man es gerade braucht. Da ähneln sich Geistliche und Politiker doch sehr. Kein Wunder, beide wollen (in den meisten Fällen) nicht mein Wohl (oder das der anderen Menschen), sondern mein Geld.

Manchmal frage ich mich, wie die Katholische Kirche es immer noch schafft Menschen so zu blenden. Funktioniert wohl immer noch nach dem alt bewährten System. Halte die Menschen dumm, und nutze ihr Unwissen für dich. Klappt in Gegenden, wo Bildung eine untergeordnete Rolle spielt, sehr gut (siehe z.B. Südamerika). Aber in Ländern, in denen man die Menschen dazu erzieht selbst und kritisch zu denken, schwindet die Macht der Kirche „gottseidank“ (nettes Wortspiel oder ;-D).
Ich hoffe, der Trend setzt sich fort, und die Kirche schafft sich dadurch selbst ab, oder entwickelt sich vielleicht doch noch in die Richtung, in die ihre selbstdefinierten Werte zeigen: Nächstenliebe und Barmherzigkeit.

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6 Gedanken zu “Katholischen Kirche – quo vadis?

  1. Lieber Gambajo,
    danke für die Worte die Du gefunden hast. In deinem Artikel schreibst Du über viele, äußerst verschiedene Themen, und ich kann nicht – zumindest jetzt nicht – auf alle von Dir angeschnittene Themen eingehen, obwohl ich das sehr gerne würde. Zum Einen regen Dich bestimmte Themen auf, zum anderen hinterfragst Du einige theologische Aussagen. Immerhin stellst Du Fragen, das ist gut. Du sprichst von einem „Sammelbecken für Pädophile und Sadisten“, da möchte ich doch mal antworten, dass „nur“ rund 2% der Priester Täter sind. Klar, zwei Prozent zu viel, aber kein Sammelbecken. Die Hauptmissbrauchswelle war in den 60er bis 80er Jahre. Ferner wird die Studie eindeutig durchgeführt, aber nicht mit diesem Forscher (FAZ u.a. haben darüber berichtet, dass Prof. Pfeiffer zur Sensationsgeilheit neigt, und für mich ist das schon einmal ein Ausschlusskriterium, bei einem solchen Thema ist nämlich Sensationsgeilheit eindeutig fehlplaziert, findest Du nicht?). Wenn man einen sachlichen Blick auf das Thema wirft, wird auch kein Schweige-Fonds gegründet, sondern ein Fonds zur Unterstützung. Bitte belege mir, wie Du auf „Schweige-Fonds“ kommst, das ist nämlich einfach falsch. Gründet man keinen Fonds ist der Aufschrei groß „Kirche will nicht zahlen!“, gründet man einen heißt es „Kirche zahlt Schweigegeld“. Fazit: egal was die Kirche unternimmt, es ist schlecht. Die Kirche hat als eine der wenigen Institutionen Deutschlands nicht nur Leitlinien zum Umgang mit Verdachts- und Tatfällen entwickelt, die äußerst streng sind, sondern auch Präventionsrichtlinien, die wenn sie gebrochen werden, disziplinarische Konsequenzen nach sich ziehen. Dabei sind diese Leitlinien strenger als die Vorgaben des StGB, weil sie nicht nur Straftaten ahndet, sondern schon Grenzverletzungen. Wo sind die Leitlinien beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB)? Bei der Odenwaldschule? Beim DFB? Bei Schulen? Dort wird auf die Skandale nicht hingewiesen, dort herrscht Schweigen. Und um eines klar zu sagen: auch dort sind Täter(innen), und zwar genauso viel wie in der Kirche, oder sogar mehr. Zu den anderen Themen zu gegebener Zeit.

    • Danke für deinen konstruktiven und nicht „anti-ketzerischen“ Beitrag.

      Ich gebe zu, ich habe mich etwas hart ausgedrückt. Ich schiebe das mal auf mein erhitztes Gemüt zur Zeit der Erstellung des Artikels. Wobei da nicht nur Priester, sondern auch Nonnen und andere Kirchenzugehörige mi von der Partie waren.
      Dennoch, ich habe ja bereits geschrieben, dass mich mehr als die Missbrauchsfälle, die Art, wie die Kirche damit umgegangen ist, als alles ans Tageslicht kam.
      Der Papst hat wirklich sehr lange gebraucht, bis er überhaupt reagiert hat. Und die Reaktion fand ich (und laut Medienberichten die Opfer auch) nicht zufriedenstellend. Mag sein, dass ich mich täusche, aber für mein persönliches Empfinden klang das nicht nach ehrlichem Bedauern, sondern nach Eindämmung eines Großbrands.
      Und grundsätzlich finde ich ja finanzielle Entschädigung der Opfer gut, aber ich glaube nicht, dass das reicht. Sowohl finanziell, wie auch moralisch. Finanziell ist es natürlich schwierig einen Preis für so einen Missbrauch und ggf. auch die Spätfolgen festzulegen. Aus meiner Sicht wäre aber eine moralische Aufarbeitung viel wichtiger. Ich hätte mir gewünscht, dass der Papst z.B. nach Deutschland (und natürlich alle anderen betroffenen Länder) kommt, dort persönlich mit den Opfern und den Tätern (falls noch möglich) spricht. Er ist schließlich der Chef von dem laden und damit verantwortlich.
      Ich glaube, dass ein Gestehen des Geschehenen, eine ehrliche Entschuldigung und Bedauern den Opfern viel mehr bringen würde.

      Und da wären wir schon beim Thema Gestehen. Damit man gestehen kann, muss man erst wissen, was die Untergebenen so angestellt haben. Das ist bei der Größe der Organisation gar nicht so einfach. Also wird jemand damit beauftragt, in diesem Falle Prof. Pfeiffer. Ich finde es sehr verdächtig, wenn man zunächst jemanden beauftragt, und wenn der Spaß dann so richtig losgeht, dann erst merkt, wie dieser jemand arbeitet. Das sieht nämlich so aus, als hätte der Kirche das Ergebnis der Untersuchung nicht gefallen, und es solle unterbunden werden.
      Prof. Pfeiffer ist kein unbekannter. Ich bin mir sicher, dass den Auftraggebern schon vor dem Auftrag der Untersuchung klar war, wie Prof. Pfeiffer arbeitet.

      Ich sage ja auch nicht, dass es in anderen (nicht katholischen) Einrichtungen ethisch immer gut läuft. Auch da muss noch viel getan werden. Aber als das Bodenpersonal Gottes, wie die Kirche oft so nett bezeichnet wird, hat man eine ganz besondere Verantwortung, was Ethik anbelangt. Gerade die Kirche MUSS mit gutem Beispiel vorangehen, statt mit dem Finger auf andere zu zeigen. Sonst verliert sie, wie ja bei mir geschehen, an Glaubwürdigkeit. Wasser predigen und Wein trinken funktioniert nicht so gut.

      Strenge Regeln und Konsequenzen sind ja schön und gut. Die nützen aber nicht viel, wenn sie nicht zur Anwendung kommen. Gerade die Missbrauchsvorfälle erstreckten sich über längere Zeiträume.
      Anscheinend fehlte da Kontrolle bzw. es wurde gut vertuscht. Es soll sogar Fälle gegeben haben, in denen Priester beim internen Bekanntwerden solcher Fälle einfach nur versetzt wurden, und dann der Mantel des Schweigens drüber gelegt wurde.

      Ich will jetzt aber auch nicht zu viel mutmaßen. Mich persönlich stört es einfach, dass die Kirche sehr zäh mit solchen Dingen umgeht, statt präventiv, transparent und offensiv. Es wirkt immer so, als wäre das eine Organisation mit einem unzugänglichen Kristallpalast an der Spitze, wobei Kristall halbwegs transparent ist. Also ob die Kirche nicht für die Menschen da wäre, sondern die Menschen für die Kirche.

  2. Lieber Gambajo,
    danke für deine ausführliche Antwort. Also, der Papst spricht regelmäßig bei seinen Auslandsreisen im privaten Raum mit Missbrauchsopfer, und diejenigen die daran teilnahmen, haben es als heilsam empfunden (Deutschland: Erfurt 2011). Der Papst hat alles getan, was zu tun war, indem er das kirchliche Straf- und Dienstrecht verschärft hat, und die Bischofskonferenzen, die – verzeihe den Ausdruck – lahmarschig gearbeitet haben deutlichst ermahnt hat, in die Pötte zu kommen (Irland 2010). Viele Missbrauchsopfer wollen aber auch nichts mehr mit Kirche zu tun haben, das kann man ihnen auch nicht verübeln.
    Und in einem muss ich Dir recht geben, die Entscheidung für Pfeiffer war von Anfang an nicht gut, die Priester haben das aber auch schon vorher angemahnt. Aufklärung ist wichtig und nötig, man muss bei der Studie aber auch bedenken, dass es dabei um hochsensible Daten geht von ALLEN Priestern der Diözese, das ist in einem Rechtsstaat der erstmalige Fall. Ich weiß nicht wie Du dich mit Arbeitsrecht auskennst, aber für Personalakten herrschen sehr strenge datenschutzrechtliche Bestimmungen, sie dürfen z.B. nicht einfach in nem normalen Aktenschrank aufbewahrt werden. Dass man auch unbescholtene Priester untersucht, kommt einer Generalverdächtigung gleich. Natürlich kann man sagen, zur Aufklärung und Forschung ist das notwendig, dann muss man aber auch sehen, dass die Daten verantwortungsvoll verwendet werden. Das aktuelle Verhalten von Pfeiffer ist ein guter Indiz dafür, dass er es nicht getan hätte, sondern populistisch arbeitet, leider. Fakt ist aber, dass weiter geforscht wird, und das ist beruhigend.

    Zu den Regeln: ja es wurde vertuscht, die Regeln als solche gab es aber auch erst ab 2001, verschärft ab 2010, und sie zeigen klar Wirkung. Außerdem sind viele Taten zeitbedingt. Ich erinnere an Daniel Cohn-Bendit, Mitglied des Europäischen Parlaments, hoch geachtetes Mitglied unserer Gesellschaft, der gerne Sex mit Kinder hatte, oder immer noch hat, das weiß ich nicht. https://www.youtube.com/watch?v=M0qvkg2nzg8 Ich finde vieles an der öffentlichen Diskussion verlogen, und das meistens auf Kosten der Opfer

    • Ah ok, das wusste ich nicht. Das finde ich sehr merkwürdig, denn ich informiere mich eigentlich täglich über das Weltgeschehen über verschiedene Medien. Da musste die PR-Abteilung der Kirche vermutlich besser arbeiten.
      Aber Du hast Recht, ich kann mir auch gut vorstellen, dass viele Opfer dieses Angebot gar nicht in Anspruch nehmen wollen, denn der Papst ist vermutlich für viele die personifizierte Institution.

      Ich bin auch dafür, dass man mit sensiblen Daten vorsichtig umgeht, gerade wenn es um so ernsthafte Anschuldigungen geht. Hat man ja erst kürzlich gesehen, als ein junger Mann recht öffentlich mit dem Verdacht einer Vergewaltigung und eines Mordes festgenommen wurde. Es gab sogar einen wütenden Mob, der vor der Polizeistation stand, und ihn lünchen wollte. Am Ende stellte sich heraus, dass er unschuldig war.
      Dennoch bleibt den Fahndern wohl nichts anderes übrig, als wirklich alle zu überprüfen.
      Wurde eigentlich einer der Täter von damals auch zivilrechtlich belangt? Und welche kirchlichen Konsequenzen wurden umgesetzt? Oder ist das alles verjährt?

  3. Hallo zusammen
    Das ist echt hart!
    Da muss die Kirche echt Haare lassen!
    Ich hoffe, dass wir sehen, dass Gott nicht = Kirche ist sondern wir Menschen da wiedermal alles verdreht haben!
    In meinem Video „Kirch muss Haare lassen“ versuche ich mich dafür zu entschuldigen:

    Gruss&Segen

    • Ich sehe das doch sehr kritisch denn das ist in meinen Augen eine verbrauchte Ausrede. Immer wenn etwas Schlimmes passiert, wird auf den freien Willen des Menschen verwiesen und dass Gott nicht gleich Kirche ist. Wenn aber etwas Gutes passiert, dann war das Gottes Werk und die Kirche drängt sich in den Vordergrund. Das ist auch in den Chefetagen von den meisten Großkonzernen so. Für alles Schlechte ist jemand anders verantwortlich, aber mit fremden Lorbeeren schmückt man sich gern.
      Als moralische Instanz, für die sich die Kirche immer ausgibt, darf das aber so nicht gelten. Entweder man übernimmt für alles die Verantwortung, oder für nichts. Aber nicht nur für die Dinge, die von Vorteil sind.
      Und da der Papst Gottes Stellvertreter auf Erden sein will, und er quasi der Vorstand des Konzerns Kirche ist, ist für mich die Kirche doch sehr eng mit Gott verbunden. Wäre das nicht so, wäre die Kirche und der Papst überflüssig.

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