Fujifilm X-E 1 Teil 2

Habe mir ja vor einigen Wochen die Fuji X-E 1 gegönnt, und schon hier darüber berichtet. Nun habe ich sie schon einige Mal im Einsatz gehabt, und kann ein wenig mehr darüber berichten.

Bildqualität

Die Bildqualität der Fuji X-E 1 ist unglaublich gut, vor allem, wenn man bedenkt, dass es sich um einen APS-C Sensor handelt. Das Photographie-Magazin bescheinigt ihr sogar deutlich bessere Werte als der Leica M9. Die Fuji löst laut Fotohits 3222 Linien auf und hat einen Dynamikumfang von etwas 11 Blendenstufen. So hat man bei Lichtern und Tiefen oft noch Details, bei denen bei anderen Kameras nur noch reines Weiß oder Schwarz zu sehen ist. Das in Kombination mit RAW lässt einen ungeahnten Bild erstellen.
Auch die Objektive bringen mindestens genau so gute Abbildungsleistungen, wie die sehr teuren Leica-Objektive.
Die Bilder kommen schon aus der Kamera sehr scharf raus, so dass man beim Nachschärfen vorsichtig sein muss. Oft ist es dann so, dass wenn ich Bilder zu Bilderdiensten wie z.B. Flickr oder 500px hochlade, die Thumbnails, die diese Dienste erstellen, oft überschärft sind.

ISO

Bekanntlich ist die Bildqualität der X-E 1 auch bei High-ISO erstaunlich gut. Ich werde keine ISO-Reihen hier posten, davon gibt es schon genug im Netz. Meistens habe ich Auto-ISO bis ISO 6400 eingestellt, da man sich kaum Gedanken darüber machen muss. Es gibt da aber ein kleines Problem mit, das ich so von der Nikon nicht gewohnt bin. Bei der Zeitautomatik und Auto-ISO kann man bei der Nikon einstellen, ab welcher Verschlusszeit ISO erhöht werden soll. Bei der Fuji geht das nicht. Hier wird vermutlich die alte Formel 1/Brennweite es Objektivs in mm genommen, denn bei 1/52 s wird ISO automatisch erhöht.

Weißabgleich

Habe zwar hier und da gelesen, dass der automatische Weißabgleich manchmal nicht stimmen soll, aber das kann ich nicht bestätigen. Selbst bei Kunst- und Mischlicht ist der Weißabgleich erstaunlich gut. Da ich in RAW fotografiere, korrigiere ich den Weißabglich am PC marginal, da ich meistens eher etwas wärmere Farbtemperaturen bevorzuge. An sich spart man aber hier Zeit.

Rahmenhilfe

Es ist ein Gitter, welches man sich beim Fotografieren einblenden lassen kann. Finde ich sehr praktisch, da es beim Bildaufbau sehr hilfreich ist. Man kann sogar zwei verschiedene Gitter auswählen. Von der Nikon bin ich es gewohnt, dass dieses Gitter beim Fokussieren kurz rot aufblinkt. Das ist sehr praktisch, da schwarze Linien bei dunklen Motiven oder wenig Licht nicht zu sehen sind.

Mehrfachbelichtung

Ist ein sehr nettes Feature. Ja, man kann das auch (und sicher auch genauer) am PC machen. Der Vorteil hierbei ist, dass man nach dem Schießen des ersten Bildes, dieses halbtransparent eingeblendet bekommt, so dass man eine Mischung aus erstem Bild und der Sicht durchs Objektiv bekommt. So kann man die beiden Bilder sehr gut aufeinander abstimmen. Allerdings kann man keine bereits geschossenen Bilder aus von der Karte wählen, so dass man Mehrfachbelichtungen leider nur aus zwei direkt nacheinander geschossenen Bildern erstellen kann.

Panorama

Bisher nur einmal ausprobiert, wird aber sicher noch öfter zum Einsatz kommen. Bei diesem Modus wählt man den Anfangspunkt, drückt ab, und muss die Kamera nur noch schwenken. Den Rest macht die Kamera selbst. Das Ergebnis war erstaunlich gut. Werde das bei Gelegenheit noch genauer testen und berichten.
Dummerweise werden Panoramabilder nur als JPG-Dateien erstellt. RAW wäre super.

Filmsimulationen

Damit kann man schon beim Schauen durch den Sucher oder aufs Display beim Fotografieren sehen, wie Bilder mit den Farben eines bestimmten Analog-Films aussehen könnten. Fotografiert man in JPG-Werden die Bilder genauso erstellt, wie man sie durch den Sucher sieht, also mit den simulierten Farben. Bei RAW passiert das natürlich nicht, aber das ist auch gut so. Aber auch bei RAW sieht man die simulierten Farben durch den Sucher. Früher sagten erfolgreiche Schwarz-Weiß-Fotografen, dass man lernen muss Schwarz-Weiß zu sehen, um gute Schwarz-Weiß-Bilder zu machen.
Das hat sich nun erledigt, da man so schon vor der Aufnahme prüfen kann, ob ein Bild gut in Schwarz-Weiß (oder irgendeiner anderen Filmsimulation) aussehen wird. Bei der Schwarz-Weiß-Simulation kann man sogar Farbfilter simulieren.
Da ich gerne in Schwarz-Weiß fotografiere ist das ein perfektes Feature für mich.

Benutzereinstellungen speichern

Ich nutze diese Funktion eigentlich nicht, da ich in RAW fotografiere, finde sie aber dennoch nützlich. Obwohl das Menü sehr einfach zu bedienen ist, kann man sich bestimmte Einstellungskombinationen als Einstellungssets abspeichern. So kann man für bestimmte Situationen (Portrait, Nacht, S/W) schnell auf passende Profile zugreifen.

AF-Hilfslicht

Ist ganz gut, dass die Kamera so etwas hat, allerdings finde ich die Position unglücklich gewählt, da man dieses sehr schnell unabsichtlich mit den Findern der rechten Hand verdecken kann. Auf der anderen Seite des Objektivs wäre das sicher besser.

Quick-Menü

Ich stelle meine Kameras für gewöhnlich einmal für mich optimal an, und verändere hinterher recht wenig. Das Quick-Menü ist eine Super-Sache für diese gelegentlichen Veränderungen.

Auto-Fokus

Ja, der Autofokus ist nicht der schnellste, oder bei wenig Licht der Sicherste. Aber es geht. Ich hoffe, Fuji reicht da noch Verbesserungen nach.
Beim manuellen Fokussieren kann man einen Ausschnitt mehrfach vergrößern lassen, was ungemein hilft. Leider gibt es kein Focus-Peaking, bei dem die Kanten, die gerade fokussiert sind, farblich hervorgehoben werden. Aber auch das könnte Fuji per Firmware-Update nachliefern.

Sonstiges

Die Kamera ist schön, leicht, relativ kompakt und hervorragend verarbeitet. Man möchte sie gar nicht mehr weglegen.
Ich habe mit jetzt noch einen Adapter-Ring für Nikon-Objektive bestellt. Bis auf den Auto-Fokus (den gibt es natürlich nicht dabei) funktionieren diese Objektive sehr gut an der Kamera. Dabei denke ich weniger an die Objektive der Digital-Kamera, da diese doch sehr groß sind, sondern an die manuellen Objektive (derzeit 50mm f/1.4 und 85mm f/2), die ich zu meiner Nikon FE2 habe. Die müssten sehr gut damit kombinierbar sein. Auch das werde ich dann berichten.
Sehr positiv finde ich auch, dass ich die Bilder beim Entwickeln (RAW–>JPG/TIFF) sehr wenig bearbeiten muss. Mist sind die Ergebnisse aus der Kamera schon sehr gut, so dass man nur noch Feinjustierungen (Lichter/Tiefen) machen muss.

Hier einige Bilder, die ich bereits damit gemacht habe (draufklicken zum Vergrößern):

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