Google Nexus 7

Ich war schon länger auf der Suche nach einem Tablet-PC. Das hat eigentlich mehrere Gründe.
Zum einen ist ein Smartphone nicht wirklich geeignet einigermaßen vernünftig zu surfen. Mir persönlich ist es einfach zu klein. Unterwegs mal eben etwas checken ist ja ok, aber wenn man wirklich mehr surfen und lesen will, dann ist es einfach zu klein.
Ich fotografiere ja gerne und möchte meine Bilder auch unterwegs zeigen können. Bisher habe ich das auf dem Handy gemacht. Aber auch dafür ist es eigentlich zu klein. Die Bilder verlieren einen Teil ihrer Wirkung, und ältere Menschen haben so ihre Schwierigkeiten die Bilder zu erkennen.
Und zu guter Letzt lese ich gerne Bücher, so dass sich diese mit der Zeit bei mir im Regal übereinander stapeln und ich diese irgendwann einfach wegwerfen muss. Eigentlich schade, ich hätte gerne Platz für eine private Bibliothek. Wenn man aber mal ehrlich zu sich selbst ist, die meisten Bücher liest man eh nur einmal, und dann werden sie zu Staubfängern. Das ist Papier- und Platzverschwendung.
Mittlerweile kann man viele Bücher auch als eBooks bekommen. Leider nicht zu dem Preis, der eigentlich angemessen wäre (kein Binden, kein Papier, keine Lager-, Produktions- und Transportkosten, …). Es gibt in Deutschland ein Buchpreisbindungsgesetz, welches wirklich günstige eBooks verhindert. Vielleicht wird das Gesetz irgendwann mal an die Realität angepasst.
eBooks haben noch einen weiteren Vorteil. Wenn man z.B. Apps, wie Kindle von Amazon nutzt, kann man seine Lesezeichen und Kommentare zwischen mehreren Geräten synchronisieren, so dass man das Buch auf seinem Handy (falls man unbedingt will), PC oder Tablet-PC einfach weiter lesen kann.
Wo Licht ist, ist auch Schatten. Nostalgikern wird die Haptik des Buches fehlen. Mir persönlich ist das nicht so wichtig. Mir ist die Information bzw. der Inhalt des Buches wichtig (außer es handelt sich um Bildbände o.ä.). Das ist so ähnlich, wie mit Pferden und Autos. Viele werden sagen, dass das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde liegt. Aber Autofahren ist doch schon sehr praktisch und hat sich durchgesetzt.
Ein weiterer Nachteil ist, dass die Bücher einem nicht wirklich gehören. Wenn man ein Buch kauft, hat man einen realen Gegenstand, mit dem man (fast) alles machen kann/darf, was man möchte. Man kann es zerstören, bekritzeln, verleihen, verkaufen usw. Nur kopieren darf man es nicht. Bei eBooks, zumindest bei den nicht freien, ist das nicht so einfach möglich, da man ja keinen realen Gegenstand besitzt.
Das stört mich aber (bisher) nicht weiter, ich will ja bewusst keinen realen Gegenstand haben.

Ich habe lange hin und her überlegt, war schon drauf und dran mir das iPad3 zu kaufen. Das ist wirklich ein gutes Tablet, mit einem tollen Display und einer sehr hohen Auflösung. Optimal um meine Fotos zu präsentieren.
Leider ist es auch sehr teuer und man ist sehr stark an Apple gebunden, was mir persönlich nicht so gut gefällt. Das Ding hat praktisch keine Schnittstellen für den Datenaustausch, fast alles geht über iTunes. Und das gefällt mir ganz und gar nicht. Und um Bücher zu lesen, ist es eigentlich zu groß (10 Zoll) und zu schwer.

Bisher hat mich kein Android-Tablet überzeugen können, da die Preise nahe dem des iPads lagen, sie aber aus meiner Sicht nicht so gut waren. Bei 7 Zoll Tablets dachte ich, dass diese zu klein wären.

Vor kurzem kam ein Kollege mit dem Google Nexus 7 Tablet ins Büro, welches eigentlich von Asus produziert wird. Es ist ein 7 Zoll Tablet, aber mit einer höheren Auflösung, als bei 7 Zoll bisher üblich (1280 x 800 statt wie bisher 1024 x 600).
So konnte ich live und ausgiebig ausprobieren, und war positiv überrascht. Ok, es hat ein paar Mankos, wie einen fehlenden SD-Karten-Slot, keine HDMI-Schnittstelle und kein UMTS (also nur WLAN). Der Vorteil dagegen ist der Preis (die 8GB-Variante kostet 199 € die 16 GB-Variante kostet 249 €), und das das Tablet direkt von Google kommt (so wird man schneller und länger mit Android-Updates versorgt, als bei anderen Herstellern). Ausgeliefert wird es mit Android 4.1 (Jelly Bean), welches mir sehr gut gefällt.

Verbaut ist ein nVidia Targa3 Quad-Core-Prozsessor, welches die Bedienung sehr flüssig macht. Selbst 3D-Shooter für Android-Geräte laufen darauf sehr gut, wenn man denn so etwas will.

Ich habe mir am Donnerstag spät abends die 16GB-Variante direkt bei Google bestellt. Samstagmorgen wurde es geliefert. Parallel dazu habe ich mir ein edles Leder-Etui bei Amazon bestellt, doch das kam erst am Montag. Google war also sehr schnell. Normalerweise ist Amazon am schnellsten.
Das Etui verdeckt nicht die Seiten des Tablets, wie es andere Etuis und Schutzhüllen tun. Es fühlt sich gut an in der Hand (Leder) und bietet verschiedene Aufstellmöglichkeiten.
Obwohl das Tablet darin gut verankert ist, lässt es sich bei Bedarf einfach herausholen. Alle Schnittstellen und Bedienelemente an den Seiten und der Lautsprecher hinten sind gut zugänglich.
Durch einen versteckten Magneten a der Seite funktioniert die WakeUp-Funktion des Tablets super. Das bedeutet, wenn ich das Etui öffne, ist das Tablet direkt aus dem StandBy-Modus „aufgewacht“, und wenn ich es schließe, „legt es sich wieder schlafen“.

Da ich ja schon ein Android-Handy und ein Google-Konto besitze, war die Einrichtung sehr einfach und schnell. Meine Daten, wie z.B. Kalender wurden direkt synchronisiert.

Zwei Tage nach dem Kauf gab es die Meldung, dass Google jetzt doch an einer UMTS-Variante arbeitet. Fand ich im ersten Augenblick zwar ärgerlich, aber im Endeffekt ist mir das egal. Mein Android-Handy kann Tethering, es kann also als WLAN-Hotspot fungieren, so dass man unterwegs mit dem Tablet über das Handy ins Internet gehen kann. So brauche ich nur einen Mobilfunk-Vertrag. Ich muss dann zwar mein Handy dabei haben, aber das habe ich ja eh, stört mich also nicht weiter.

Die ersten Eindrücke sind sehr positiv. Jelly Bean ist flott und gut durchdacht. Es wirkt nicht mehr so provisorisch, wie noch bei früheren Versionen. Es ist schon nett, wenn man abends auf der Couch sitzt, und eben z.B. seine Mails oder Facebook checken kann, ohne sich an den PC setzen zu müssen. Der Akku hält recht lange, so dass das Ding eigentlich immer im StandBy-Modus wartet. Auf Knopfdruck ist es damit sofort einsatzbereit.
Es ist nichts schwer und liegt gut in der Hand, so dass das Lesen auch gut klappt.

Alles in allem muss ich sagen, dass das für den Preis ein sehr gutes Gerät ist. Man bedenke nur, was Smartphone so kosten, da sind die 199 € bzw. 249 € nicht viel.

Hier noch eine Liste meiner Lieblings-Apps:

* Evernote (Notizen verwalten und mit Tablet, Handy und PCs synchronisieren)
* Napster (Musik-Streamingdienst)
* Instagram
* Firefox (mag da die Tab-Verwaltung lieber, als bei Chrome)
* gReader (Client für Google Reader)
* Yahoo Mail (mein Mail-Client)
* Facebook
* QuickPic (eine bessere App um sich seine Bilder anzuschauen)
* YouTube
* 500px (Client für eine Foto-Seite, auf der ich meine Bilder hochlade)
* 9gag (Client für eine Spaßseite)
* Cheezburger (Client für Spaßseiten wie icanhascheezburger.com)
* Besorger (Rezepte- und Einkaufslisten-App)
* On Air (TV-Programm)
* Google Earth
* Amazon Kindle
* Elixir (System-Tool)
* HiDrive (Client für Stratos Online-Festplatte)
* Moviepilot (Client zur gleichnamigen Seite)
* SwiftKey 3 (eine sehr gute Android-Tastatur)
* Tasks (Anzeige seiner Google-Aufgaben)
* UCI Kinowelt (Kinoprogramm + Platzreservierung)
* Wetter.com (Client zur gleichnamigen Seite)
* Wikipedia (Client zur gleichnamigen Seite)

Demnächst wird es noch eine Docking-Station geben, so dass man das Gerät auch als digitalen Bilderrahmen oder Musik-Player betreiben kann.

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