„Photo for life“ auf ARTE

Letzte Woche lief jeden Tag die Sendung Photo for life auf ARTE.
Es ging darum, dass Oliviero Toscani, ein weltbekannter Werbe-Fotograf unter 600 Bewerbern 6 ausgewählt hat. Diese 6 Bewerber wurden dann für 5 Tage nach Paris eingeladen, wo sie unter Toscanis Anleitung verschiedene Wettbewerbe ausgefochten haben.

Oliviero Toscani ist in diesem Falle so etwas, wie die Heidi Klum der Fotografie, denn die Sendung wirkte auf mich etwas, wie „Germanys Next Topmodel“ für Fotografen.
An sich war das ja eine ganz nette Idee, aber sowohl die Wettbewerbe, wie auch Toscanis „Tipps“ wiesen stark darauf hin, dass er aus der Werbung kommt. Gut, er ist ein unkonventioneller Fotograf, dennoch teile ich in zwei Punkten seine Meinung nicht, zumindest nicht komplett.
Nach seiner Meinung muss ein Bild so einfach sein, dass es sofort und ohne Erklärung verstanden wird. Das mag ja für Werbeplakate und Magazin-Cover stimmen, aber in vielen anderen Bereichen nicht.
Außerdem schimpft er immer mit den Bewerbern, wenn sie ihre Bilder auf der Kamera kontrollieren. Diesen Tipp finde ich auch nicht nachahmenswert. Warum sollte man diesen immensen Vorteil nicht nutzen? So kann man schon während des Shootings zumindest grobe Fehler direkt beheben. Ist das Shooting vorbei, wird das meist schwer bis unmöglich. Es gibt sogar viele berühmte Profi-Fotografen, die jedes Foto direkt nach dem Auslösen auf einem richtigen Monitor bewerten.
Toscani war mir da etwas zu dominant. Ich finde, das hat sich dann auch in den Bildern der Kandidaten niedergeschlagen, da die Bilder immer mehr in die Richtung von Toscanis Stil gingen.

Positiv finde ich, dass bei allen fünf Folgen es kein einziges Mal um Technik ging. Weder was Kamera oder Objektive anging, noch um Bildbearbeitung. Es wurden lediglich die Bilder besprochen, und das relativ ausführlich. Aber da sollte man noch weiter in die Tiefe gehen, meiner Meinung nach. Ich habe mir erhofft aus dieser Serie etwas mehr zu lernen. Ich habe zwar das eine oder andere gelernt, aber nicht so viel, wie ich es mir erhofft habe.

Ich wünsche mir von Arte weiterhin solche Sendungen, allerdings weniger in der Art von „Germanys Next Topmodel“, sondern mehr im Sinne von konstruktiver Bildkritik. Aber das dürfte ein Wunsch bleiben, denn so etwas ist nicht so beliebt.

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