Radon ZR Race 7.0 (2011) vs. Cube LTD CC (2010)

Ich bin jetzt ein paar Mal mit meinem neuen Radon ZR Race 7.0 gefahren, und konnte mir nun ein erstes Bild von dem Rad machen. Vor allem im Vergleich zum Cube LTD CC (2010), welches ich vorher hatte.

Beide Räder liegen ungefähr im gleichen Preisbereich (ca. 1000 €), sind Hardtails und mehr oder weniger für den gleichen Einsatzzweck gedacht. Also durchaus vergleichbar.

Ich möchte aber von vorn herein darauf hinweisen, dass meine Meinung eine rein subjektiv ist. Ich bin weder Profi-Mountainbiker, noch kann ich meine Meinung auf irgendwelche Messdaten stützen. Dennoch erlaube ich mir eine eigene, wenn auch subjektive Meinung.

Aussehen
Beide Bikes sind relativ unscheinbar. Sie sind überwiegend mit einer schwarz-matten Farbe lackiert, die derzeit im Trend liegt. Wer mit seinem Rad auffallen möchte, sollte beim Radon eher zum weißen Modell greifen. Da ich eh überwiegend im Wald unterwegs bin, wo mich kaum jemand sieht, muss ich nicht auffallen. Mir gefällt das Design. Im Vergleich zwischen Cube und Radon, gefiel mir das Cube ein Tick besser.

Rahmen
Optisch gesehen unterscheiden sich die Rahmen nicht viel. Das Radon hat einen dreifach konifizierten Alu-Rahmen, der straff, stabil und leicht ist. Auf dem Radon sitzt man schon sehr sportlich nach vorn gestreckt. Es ist ja auch ein Race-Rahmen. Lange Touren wird man damit kaum machen wollen. Auf dem Cube sitzt man etwas bequemer.
Der Rahmen des Radon ist, wie überall nachzulesen, ziemlich straff. Man hat teilweise das Gefühl die Berge auf einem Bügelbrett runter zu fahren.
Hier würde ich ein Unentschieden zwischen den beiden Bikes festlegen.

Schaltung
Das Cube war weitestgehend mit der Shimano Deore XT Serie ausgestattet, das Radon mit Sram X9. Ich weiß nicht, ob das Radon bei mir schlecht eingestellt ist, aber bisher ist für mich die Schaltung das größte Manko am Radon. Bisher ist mir die Kette einmal vorn und einmal hinten komplett abgesprungen. Vorn ging das noch, da man nur hochschalten muss, um die Kette wieder auf einen Kranz zu bekommen. Hinten hat sich die Kette zwischen Kranz und Rahmen verklemmt. Ich musste absteigen und die Kette mit einem Stock wieder auf den Kranz ziehen. Außerdem scheint mir die Schaltung hinten lauter.
Insgesamt schaltet sie auch nicht so präzise, wie die von Shimano. Vor allem beim Hochschalten kommt es oft vor, dass man einen Gang hochschaltet, und es passiert nichts. Man schaltet also noch einen Gang höher, und die Kette springt direkt zwei Gänge hoch, überspringt also den gewünschten Gang.
An den Schaltern fehlt mir auch eine Anzeige, welcher Gang gerade eingelegt ist. Zugegeben, bei Shimano war das ungenau, aber es reichte aus. Gerade bei längeren Abfahrten, die direkt mit einer Steigung aufhören, ist es praktisch zu sehen, welche Gänge man gerade eingestellt hat, ohne dabei auf die Kette schauen zu müssen.
Gewöhnungsbedürftig, aber durchaus sinnvoll ist auch die Art, wie man die Schalter betätigt. Denn zum Hoch- und Runterschalten benutzt man den Daumen. Wenn man sich mal dran gewöhnt hat, dann ist das schon praktisch, denn so muss man zum Schalten nicht die Finger vom Bremshebel nehmen.
Hier hat also das Cube die Nase vorn.

Bremsen
Das Cube verfügt über Hayes Stroker Ryde bremsen, während an dem Radon die Formula RX Bremsen verbaut sind.
Hier ist nicht viel dazu zu sagen. Man merkt eigentlich ganz schnell, dass die Formulas besser bremsen und genauer sind.
Der Punkt geht also an Radon.

Sonstiges
Zur
Feder-Gabel und Laufrädern kann ich nicht viel sagen. Dafür müsste ich einen direkten Vergleich machen, was aber leider nicht möglich ist.

Auffällig ist natürlich, dass das Radon fast 2 kg leichter (10,4 kg zu 12,3 kg) ist. Ob das einem wirklich so wichtig ist, sei jedem selbst überlassen. In der MTB-Welt sind 2 kg viel. Aber die kann man genauso gut durch sein eigenes Körpergewicht sparen. Hier geht der Punkt eindeutig an Radon.

Da ich es gewohnt bin mit Hörnchen am Lenker zu fahren, habe ich mir auch diesmal welche dran gemacht. Dazu muss man die Bedienteile am Lenker natürlich weiter nach innen verschieben. Aber irgendwann wir der Lenker immer breiter vom Radius her. Man kann die Teile also nicht beliebig weit nach innen verschieben. Das ging so weit auch ganz gut, beim Radon musste ich aber den Schalter zum Feststellen der Federgabel in einem etwas blödem Winkel anbringen, denn rechts waren schon die Hebel der Schaltung im Weg, und links wurde der Lenker zu breit. Das ging beim Cube besser.

Beim Cube stört mich auch etwas, dass die Gummiverkleidungen der Seilzüge nicht richtig straff sitzen, so dass sie bei unebenem Gelände am Rahmen klappern. Musste sie mit Kabelbindern fixieren.

Positiv beim Radon ist mir die Traktion bei Steigungen aufgefallen, wenn man aufsteht. Dabei verlagert sich ja der Schwerpunkt nach vorn, und das Hinterrad verliert da schon mal gerne Traktion. Hier hat definitiv das Radon die Nase vorn.

Empfehlung
Ich persönlich mache mir noch einige Anbauteile dran, auch wenn dadurch das Gewicht etwas erhöht wird.

Unabdingbar ist eine kleine Klingel. Meine ist wirklich kompakt und schwarz, so dass sie zum Erscheinungsbild passt.

Ein Tacho muss zwar nicht sein, aber es hilft, um zu sehen, ob man sich verbessert/verschlechtert hat. Macht man so etwas öfter und fährt lange Touren, dann ist ein Tacho mit Leistungsmessung, Trittfrequenz und Tourprofil ganz nett. Mir recht Geschwindigkeit, Durchschnittsgeschwindigkeit und Distanz.

Hatte ich bisher nicht, aber jetzt merke ich, wie gut das tut. Ich habe beim Radon die Gummigriffe durch Schaumstoffgriffe ersetzt. Fühlt sich irgendwie angenehmer an.

Ich verstehe das nicht ganz, aber ich sehe nur wenige Mountainbiker mit Hörnchen am Lenker. Ich persönlich mache immer welche dran. Die sind wirklich sehr praktisch, wenn man steile Steigungen hoch fährt und dabei aufstehen muss. Dabei hat die Hand eine natürlichere Haltung, um am Lenkrad zu ziehen.

Die wichtigste Änderung, die ich brauche, sind Klick-Pedale. Als ich mir das Radon gekauft habe, waren noch normale Pedale dran. Und da ich keinen passenden Schlüssel hatte, um die Pedale zu wechseln, musste ich die erste Tour damit fahren. Das war schrecklich.
Am Anfang muss man sich an die Klickis gewöhnen, es kann sogar vorkommen, dass man sie vergisst, und das eine oder andere Mal hinfällt beim Absteigen. Mir persönlich ist das zwei Mal passiert. Aber ich habe mich daran gewöhnt, und nun bleibe ich selbst bei Stürzen nicht hängen. Ich muss nicht mal darüber nachdenken, dass passiert automatisch.
Wenn man sich mal dran gewöhnt hat, will man nicht mehr ohne, denn sie haben gleich drei Vorteile.
Man drückt nicht nur mit einem Bein, sondern kann gleichzeitig mit dem anderen ziehen. Das ist vor allem bei Steigungen sehr nützlich. Profis bringen so bis zu 1/3 mehr Kraft auf die Pedale.
Bei Abfahrten mit Single-Trails bleibt man immer mit dem Rad verbunden und hüpft nicht auf den Pedalen rum. So hat man mehr Gefühl und Kontrolle, was das Rad gerade macht und kann auch besser gegensteuern.
Für mich der wichtigste Vorteil ist, dass man immer eine perfekte Fußstellung hat. Die Füße sind immer parallel zum Rad und man tritt mit dem richtigen Teil vom Fuß.

Alles in allem denke ich, dass für mich das Cube etwas besser war, wenn auch nur knapp. Ich werde beim Radon bei der nächsten Inspektion die Schaltung einstellen lassen, und hoffe, dass sich dadurch meine Probleme erledigen.
Dennoch ist auch das Radon ein Top-Rad für den Preis.

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