Die Diana F+ ist da

Nice accessoire Mo and her new toyDiana (dark)
Da ist sie nun, unsere Diana F+. Sie ist ein Nachbau einer Spielzeug-Kamera aus den 1960er Jahren.

Tatsächlich haben wir sie schon etwas länger. Ich wollte warten, bis wir die ersten Ergebnisse vorweisen können, aber das dauert vermutlich noch ein wenig, daher berichte ich schon Mal. Die damit geschossenen Bilder werde ich dann nachreichen. Bis dahin kann man sich Bilder von anderen Lomografen anschauen. Dabei sei direkt gesagt, dass die (Lomo-)Effekte, die dabei entstehen, nicht nur von der Kamera, sondern vom Format und Film abhängig sind.

Das Design ist natürlich sehr schick. Ich hoffe, dass die weißen Flächen nicht mit der Zeit vergilben oder sonst wie eine unerwünschte Farbe annehmen.
Die Kamera selbst ist komplett aus Kunststoff, selbst die Linse. Das macht sie natürlich unglaublich leicht. Wenn man sie in der Hand hält, glaubt man kaum, dass man damit tatsächlich fotografieren kann.
Auch wenn alles nur Kunststoff ist, ist die Verarbeitung sehr gut. Keine ausgefressenen oder schiefen Nahtstellen. Manche Teile sind vielleicht etwas dünn geraten, so dass ich ein wenig die Befürchtung habe, dass sie bei schlechter Behandlung brechen könnten. Wobei das eigentlich nur auf ein Teil wirklich zutrifft. Ich weiß nicht, wie es heißt, aber es ist das Stück ab Boden, mit dem man den Film unten fixiert.
Von der Art her ist die Diana ähnlich zu der berühmten Holga, nur etwas kompakter.

Die Kamera funktioniert komplett mechanisch und hat nur sehr wenige Bedienelemente.
Oben befinden sich zwei kleine Löcher, in die die Pins vom Aufsteckblitz rein kommen. Mitgeliefert wird auch ein Adapter, mit dem man auch andere Blitze nutzen kann. Allerdings hätte ich die Befürchtung, dass mein großer und schwerer Metz 52 da irgendwas kaputt machen würde. Kleinere Blitze würden aber gut drauf passen.
Es findet aber keinerlei Lichtmessung statt, so dass man den Blitz vorher korrekt konfigurieren muss. Der Mitgelieferte Blitz ist eh nicht verstellbar. Der Blitz ist auch das Einzige Teil, wo eine AA-Batterie rein kommt.
Mitgeliefert werden auch mehrere verschiedenfarbige Folien, die man vor den mitgelieferten Blitz hängen kann, um Farbeffekte zu erzeugen.
Daneben befindet sich der Sucher. Er zeigt natürlich nicht das Bild, was man durch das Objektiv sehen würde, es ist ja keine Spiegelreflex. Den Sucher kann man höchstens als grobe Hilfe bezeichnen. Man kann damit eh nicht das ganze Bild erfassen. Mit der Kamera wird aber eh viel aus der Hüfte und anderen Positionen geschossen, bei denen man gar nicht durch den Sucher schaut.
Neben dem Sucher ist das Rad zum vorziehen des Films. Es hat keinen Einrastpunkt, wenn man bis zum nächsten Bild vorgezogen hat. So muss man selbst dafür sorgen, dass man an die richtige Stelle vorzieht.
Außerdem gibt es auch keine Auslösesperre, wenn man den Film nicht vorgezogen hat, wie das bei vielen Analog-Kameras der Fall ist.
Durch das Fehlen dieser beiden Funktionen kann man aber sehr einfach sehr kreative Dinge anstellen. Statt ein ganzes Bild vorzuziehen, kann man z.B. nur ein halbes vorziehen, so dass sich die Belichtungen überlappen. Durch die fehlende Auslösesperre kann man im Prinzip ganz einfach ein Bild so oft belichten, wie man möchte, indem man einfach ohne den Film vorzuziehen mehrfach den Auslöser betätigt.
Ab Objektiv sind vier Bedienelemente angebracht. Zum einen ein manueller Fokus, der eher nach Abschätzung und Gefühl eingestellt wird (1-2m, 2-4m, 4m-unendlich).
Mittels eines Hebels kann man den Auslösemodus festlegen. „N“ steht für normal (Verschluss öffnet sich für ca. 1/60 Sek. Und schleißt sich automatisch, auch wenn der Auslöser gedrückt gehalten wird), „B“ steht für Bulb (Verschluss bleibt so lange geöffnet, wie man den Auslöser gedrückt hält für z.B. Langzeitbelichtungen).
Der Auslöser selbst ist auch nur ein Hebel. Zusätzlich dazu ist an einer dünnen Schnur ein Stück Plastik in Form eines Blitzes (oder so was) an der Kamera befestigt. Wir haben uns gefragt, wozu das gut sein soll. Vielleicht ein Accessoire, wie diese Figürchen, die man an vielen Handys sieht? Nee, weit gefehlt. Bei dieser Kamera hat alles einen praktischen Zweck. Bei Langzeitbelichtungen kann man dieses Stück Plastik in den Spalt stecken, der beim Drücken des Auslösers entsteht. Damit kann man den Auslöser arretieren und somit „bequem“ auch mehrere Minuten belichten.
Das letzte Bedienteil ist die Blendeneinstellung. Das ist auch einfach nur ein Hebel, der vier Einstellungsmöglichkeiten bietet: sonnig (Blende 22), teilweise bewölkt (Blende 16), bewölkt (Blende 11) und Pinhole (Blende 150).
Man kann das Objektiv auch abnehmen und wechseln. Es gibt allerdings nur wenige Objektive (keine Teles). Bevorzugt werden Weitwinkel und Fisheye. Man kann aber mit der Pinhole-Einstellung auch komplett ohne Objektiv fotografieren. So wie es mit den ersten Kameras überhaupt gemacht wurde. Dadurch entsteht dieser typische weiche und verwaschene Look.

Somit kann man sich ausmalen, dass man als ein etwas erfahrener Fotograf sich damit schnell zurecht findet. Aber auch Anfänger begreifen schnell. Zumal es hier nicht um die technische Perfektion ankommt, sondern um den Spaß und interessante Ideen und Effekte.

Die Diana F+ ist eine Mittelformat-Kamera. Das bedeutet, dass sie 120er Rollfilme (6×6) aufnimmt. Auf der Rückseite befindet sich ein kleines Fensterchen, in dem man die auf den Film aufgedruckten Zahlen sieht, die die aktuelle Bildnummer anzeigen. Bei dem Format 6×6 passen da höchstens 12 Bilder drauf. Es gibt noch einen Schieberegler auf dem Rückteil, mit dem man das Format so ändern kann, dass auf den Film auch 16 (kleinere) Bilder passen (6×4.5). Aber dieser typische Lomoeffekt (starke Vignette, Randunschärfen) entsteht am besten bei 6×6).

Die Diana F+ ist aber auch sehr flexibel. So gibt es auch Rückteile für Kleinbildfilme (35mm) und Instantbilder (so wie Polaroid). Diese Rückteile muss man aber extra kaufen.
Wir haben uns direkt das 35er-Rückteil mit dazu gekauft, da die Filme einfach zu bekommen und günstiger in der Entwicklung sind. Für den Anfang zum Üben reichen die aus.
Bei diesem Rückteil werden mehrere auswechselbare Lichtschächte geliefert, mit denen man das Bildformat beeinflussen kann. So kann man neben dem Standardformat für 35mm-Filme auch noch Panorama, Quadratisch und inkl. der Führungslöcher belichten. Leider kann man so belichtete Filme schlecht bei Billig-Entwicklern (wie z.B. DM) weggeben, da die meist nur Standard können.
Das Rückteil bietet auch eine Mechanik, die einem hilft an die „richtige“ Stelle vorzuziehen und außerdem werden die Bilder gezählt.
Leider gibt es das Rückteil nur in Schwarz. Das macht das schöne Design unserer hellen Diana etwas kaputt. Aber egal, es geht ja um die Bilder.

An Filmen kann man eigentlich alles nutzen, was es in diesen Formaten so gibt. Bunt, Schwarz-Weiß, Infrarot (Bunt oder Schwarz-Weiß). Und natürlich die verschiedenen Unterarten mit z.B. starker Sättigung, oder hoher Lichtempfindlichkeit, oder abgelaufene Filme, oder farbstichige, usw.

Der Vollständigkeit halber ist noch zu erwähnen, dass es auch noch eine Diana Mini gibt. Die kann allerdings nur Kleinbildfilme (35mm) aufnehmen und kann auch kein Pinhole. Den Blitz von der „großen“ Diana kann sie aber nutzen.
Da sie wie ein Spielzeug aussieht und auch noch so klein ist, glaubt kaum jemand, dass man damit fotografieren kann. Damit ist man der Held auf jeder Party 😀

Ich bin begeistert davon, und habe nun auch für mich eine komplett schwarze (Modell Black Jack) „große“ Diana bei der Bucht ersteigert (die helle hier ist ja ein Geschenk an meine Freundin gewesen).

Alles in allem ist das eine interessante Abwechslung zu den sonst technisch perfekten und in Photoshop aufgehübschten Bildern, die oft keine Seele haben und nichts erzählen. Dabei geht es nicht nur um das Ergebnis, sondern auch um den Weg dahin. Einfach experimentieren und Spaß haben. Dann die Vorfreude, bis die Bilder zurück sind.

Lomografie besteht auch aus einer offenen und unkomplizierten Gemeinde, die nicht darauf aus ist, wer das Beste, größte und teuerste Objektiv hat. Das Einzige technische, was da mit Stolz präsentiert wird, sind irgendwelche alten Filme aus alten russischen Beständen.
(Falls ihr noch 120er oder 35er Filme habt, die ihr nicht braucht, ich nehme sie gerne ab, und hab auch noch Verwendung dafür, auch wenn sie schon lange abgelaufen sind)

So verwundert es nicht, dass man dort sehr viele und auch junge Frauen antrifft, die die Welt eh anders sehen, daher auch kreativ und ungezwungen fotografieren. Wer so die üblichen Foto-Clubs kennt, weiß dass da die Mitglieder fast immer männlich sind, und das Durchschnittsalter recht weit oben anzusiedeln ist. Und so sind dann meist auch die Fotos. Technisch perfekt und langweilig.

Wie offen und locker das ist, durften wir letztes Wochenende erleben. Da hat einfach jemand über dieCommunity einenLomowalk in Düsseldorf organisiert. Man traf sich am Hauptbahnhof, und ging gemütlich zur Kiefernstraße, die nicht nur für Lomografen interessant sein dürfte.
Ich war überrascht, was für Kameras die Leute teilweise dabei hatten. Es waren nicht nur Dianas. Ja nicht nur Lomo-Kameras. Anzufinden waren auch analoge Spiegelreflex, ganz einfache und billige Knipsen, bis hin zu Lichtschachtkameras a la Rollei. Viele hatten sogar gleich mehrere Kameras dabei und nutzen sie auch eifrig.
Bei einem Gespräch stelle sich raus, dass die Kameras teilweise für ein paar Euro von irgendwelchen Grabbeltischen bei Fotohändlern stammen, aber auch Erbstücke vom Großvater dabei waren.

Hier nun meine Impressionen von diesem Lomowalk. Die sind allerdings mit meiner Nikon D90 entstanden, da ich zu der Zeit noch keine Lomo-Kamera hatte, und die Filme aus der Diana meiner Freundin noch nicht entwickelt sind. Bilder, die mit der Diana gemacht wurden, werde ich dann zu einem späteren Zeitpunkt nachliefern.

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