Gedanken über Wirtschaftsformen

Ich bin in einem kommunistischen Land geboren worden, und habe dort fast 10 Jahre gewohnt, bis ich nach Deutschland kam.
Damals war ich noch ein Kind, und habe nicht verstanden, was Kommunismus oder Kapitalismus ist, und wo die Unterschiede sind. Das ist heute zum Glück anders.

Als ich in der Schule dann als jugendlicher gelernt habe, was es ist und wo die Unterschiede liegen, war ich sehr unentschlossen. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile.

Als dann immer mehr Länder des Ostblocks kapitalistisch wurden, dachten alle, mich eingeschlossen, dass der Kapitalismus besser sein, da er sich durchgesetzt hat.
Aber jetzt, über 20 Jahre nach dem Mauerfall, müssen wir eingestehen, dass das kapitalistische System auf Dauer auch nicht haltbar ist. Derzeit wird es eigentlich künstlich am Leben erhalten, indem „man“ Banken, internationalen Konzernen und ganzen Ländern mit immensen Finanzspritzen aushilft. Und mit „man“ meine ich eigentlich den Staat, und damit letztlich uns alle, die Steuerzahler. Hätte man diese sogenannten Rettungsschirme nicht ausgebreitet, gäbe es einen Dominoeffekt, der alles mit sich gerissen hätte.
Man sollte mal die Beträge, die man in der letzten Zeit in Banken oder Länder wie Griechenland, Island, Portugal, Spanien oder Irland gepumpt hat, mit den Beträgen, die man so jährlich für das Bildungssystem, für das Gesundheitswesen, Integration oder für die Unterstützung von Dritte-Welt-Ländern ausgibt, vergleichen. Da würde man wahrscheinlich Bauklötze staunen.

Die Frage bleibt, wie es weiter gehen soll. Dieses künstlich am Leben halten kann auf Dauer nicht gut gehen. Irgendwann wird es Löcher geben, die man nicht mit ein paar Milliarden stopfen kann, wenn man sich nicht vorher etwas Schlaues überlegt.

Der Kommunismus ist in der Theorie eigentlich ideal. Alles Erwirtschaftete wird in einen Topf geworfen, und dann an alle verteilt. Leider scheitert es an der menschlichen Natur. Wir sind keine Schwarmwesen, die in einem großen Kollektiv leben können. Wir sind Herdentiere, die auf den eigenen und den Vorteil für die Sippe bedacht sind. Außerdem sind wir faul. Im Kommunismus war es nicht nötig sich anzustrengen, man bekam ja immer das Gleiche. Also wozu anstrengen?

Der Kapitalismus ist in der Theorie auch ideal, da es von einem unendlichen Wachstum ausgeht. Leider sind unsere Ressourcen begrenzt (außer wir erobern Mal fremde Welten, die wir, wie Heuschrecken ausbeuten können). Dadurch ist unendliches Wachstum eigentlich nicht möglich.
Marx und andere Kommunisten haben schon vor langer Zeit vorausgesagt, was wir heute erleben. Im Verhältnis zu der gesamten Menschheit horten nur ganz wenige Menschen das meiste Geld. Diese Menschen werden auch immer reicher, und die Armen immer ärmer. Ist ja auch kein Wunder. Wenn ich 10 € und 10 Personen habe, kann ich jeweils einen Euro an jeweils eine Person verteilen, oder ich verteile 9 € an eine Person, und den Rest teile ich unter den restlichen 9 Personen auf. Damit ist die Geldmenge gleich, nur die Verteilung anders. Und in der Regel versucht die Person mit den 9 € auch noch den Rest von den 10 € zu bekommen.
Es gibt Wissenschaftler, die errechnet haben, dass es genügend Geld und Nahrung für alle, ja sogar für mehr Menschen auf der Welt gibt. Dennoch verhungern täglich so viele Menschen.

Aus meiner Sicht, haben wir als Menschheit zwei gravierende Probleme, die sich aber natürlich aus vielen „kleinen“ Problemen zusammen setzen.
Zum einen fehlt es uns an einer Idee für eine umsetzbare Alternative zu den beiden Systemen. Zumindest habe ich von keiner gehört oder gelesen.
Zum anderen stehen wir uns selbst im Weg. Das werden wir aber auch nicht so einfach ändern können. Eine handvoll Enthusiasten, die irgendwo für oder gegen etwas demonstrieren, bewirken relativ selten solche großen Umwälzungen. Dafür müsste jeder Mensch erkennen und einsehen, dass es so auf Dauer nicht weiter gehen wird.
Aber arme und ungebildete Menschen haben ja meist andere sorgen, z.B. wann bekomme ich das nächste Mal etwas zu Essen. Daher wäre es eigentlich die Pflicht der reicheren und gebildeten Menschen etwas in Gang zu bringen. Aber wir sind ja bequem. Wenn es uns gut geht, werden wir es nicht einfach so ändern wollen, da wir dann ja vielleicht weniger haben.

Ich glaube auch nicht, dass sich in der nächsten zeit etwas ändern wird. Dazu sind die Systeme zu starr, zu stark miteinander verzahnt, und mit Führungen, die lieber an ihre Wiederwahl, als an der Bevölkerung interessiert sind.

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