Black Swan

Ich gehe relativ selten ins Kino. Dafür ist das Kino einfach zu teuer, und es gibt nur wenige Filme, die es auch wert sind im Kino gesehen zu werden.

Gestern war ich mit ein paar Freunden in „Black Swan“. Ich habe mich im Vorfeld gar nicht mit dem Film beschäftigt, und nur zufällig den Trailer gesehen. Ich wollte mich überraschen lassen.

Der Film handelt von einer Balletttänzerin auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Sie bekommt die Hauptrolle im Stück Schwanensee.
Eigentlich ist sie aber eine psychisch labile Person, die sich früher selbst verletzt hat. Sie lebt mit ihrer Mutter zusammen, die sie zwar wie ein kleines Mädchen behütet, gleichzeitig aber unter Druck setzt. Die Mutter war früher selbst Balletttänzerin gewesen, hat es aber nicht weit gebracht, und will ihre Träume nun durch ihre Tochter verwirklichen.
In dem Stück kommen unter anderem „der weiße Schwan“ und „der schwarze Schwan“ vor. Wie die Farben schon vermuten lassen, ist der Weiße „gut“ und der Schwarze „böse“. Und sie soll beide tanzen, was sehr unüblich ist.
Nach und nach scheint sie die Rolle aufzufressen, denn sie sieht sich teilweise selbst in anderen Menschen. Ihr eigenes Spiegelbild scheint nicht sie wider zu spiegeln. Sie hat das Gefühl sich in den schwarzen Schwan zu verwandeln. Und das ist ernst gemeint.
Je weiter der Film fortschreitet, desto abgedrehter werden ihre Halluzinationen. In ihrer Tanzgruppe ist eine neue Tänzerin, die zwar nicht so gut tanzen kann und auch nicht so gut aussieht, die aber die schärfste Konkurrenz ist und eine unwahrscheinliche Wirkung auf das männliche Geschlecht hat. Diese neue Tänzerin sucht Kontakt zu der Hauptperson, überredet sie sogar zu einem Party-Abend mit Männern, Alkohol und Drogen. An diesem Abend landen beide Frauen sogar miteinander im Bett. Man fragt sich allerdings, ob diese neue Tänzerin real, oder nur ihre Fantasie ist. Tatsächlich ist es etwas von beidem. Die Hauptperson projiziert ihre Bewunderung aber auch ihren Neid auf diese Frau, und erschafft sich eine Art imaginäre Freundin.

Was mich an dem Film am meisten verstört hat, war eigentlich subtil, aber doch so dominant, dass es fast unerträglich war. Der Film besteht hauptsächlich aus frontalen Nahaufnahmen von Gesichtern. Unabhängig davon, ob die Person steht, sitzt, liegt, geht oder tanzt. Und zwar so nah, dass man meint, die Schauspieler stoßen gleich mit der Nase gegen die Kamera.
Jeder Mensch hat normalerweise einen Radius, in dem er andere Personen nur ungern auf Dauer rein lässt. An sonsten wird es unangenehm. In der Regel ist das der Radius, den man mit seinen ausgestreckten Armen ziehen kann.
In dem Film ist man die meiste Zeit aber näher an „fremden“ Menschen. Somit baut sich so ein bedrückendes und beklemmendes Gefühl auf. Ein ganz einfacher, aber effektiver Trick.

Die Besetzung hat mir auch sehr gut gefallen. Natalie Portman hat es geschafft sowohl die in sich gekehrte und verstörte junge Frau und dann auch die impulsive Verführerin zu spielen.
Außerdem ist Vincent Cassel eh einer meiner Lieblinsschauspieler. Als ziemlich schräger und undurchsichtiger Leiter des Balletts macht er eine gute Figur.

Zu bemängeln gibt es nicht viel. Das Ende ist etwas unverständlich für mich gewesen. Ich will nicht zu viel verraten, aber am Ende ist sie stark verletzt, und man weiß nicht genau, wodurch.

Alles in allem ein hervorragender und sehenswerter Film.

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