Neues Handy: HTC Desire (AMOLED)

Neujahr habe ich mir ein „neues“ Handy gegönnt. Es ist zwar gebraucht gekauft, aber es war ja erst 4 Monate alt.
Eigentlich habe ich mich immer gegen sogenannte Smart-Phones gewährt. Zu groß, zu schwer zu teuer, und eigentlich nicht wirklich notwendig.

Habe mich aber Ende letzten Jahres angefangen damit ein wenig zu beschäftigen und somit mein Interesse geweckt. Vor allem die Möglichkeit Termine und Notizen bequem unterwegs erfassen und verwalten zu können, war interessant für mich.
Ich hatte oft das Problem, dass wenn ich unterwegs etwas Interessantes gesehen habe, oder eine Idee hatte, es oft wieder vergessen habe, bis ich zu Hause war, um es zu notieren.
Natürlich haben Smart-Phones auch andere interessante Möglichkeiten und Funktionen, aber die waren für mich am Anfang nicht entscheidend.
Schön finde ich auch, dass man für Android-Geräte Apps in Java entwickeln kann, und ich hab ja schon Erfahrung in Java.

Eigentlich hätte ich gerne ein iPhone4 gehabt, aber es war mir einfach zu teuer, und ich wusste ja auch noch nicht, ob ich wirklich ein Smart-Phone so intensiv nutzen würde, dass es sich lohnt.
Also habe ich mich für ein HTC Desire entschieden, welches zu der Zeit knapp die Hälfte eines iPhones4 gekostet hat.

Da das HTC Desire so erfolgreich war, und Samsung seine eigenen Geräte auf den Markt bringen wollte, wurde HTC nicht mehr mit den „guten“ AMOLED-Displays beliefert. Daher haben alle neueren Geräte nur noch das „schlechtere“ sLED-Display. Ob die besser oder schlechter sind, werde ich nächste Woche prüfen.
Da ich aber das AMOLED-Diplay haben wollte, musste ich das Handy gebraucht kaufen, weil neue es ja nicht mehr hatten. Der Preis war dabei nicht entscheidend, da die gebrauchten Geräte im Preis nur unwesentlich unter den neuen lagen.

Nun habe ich das Gerät fast einen Monat, und kann nicht nur Positives berichten. Ich vermute, dass wird sich teilweise noch ändern, da ich derzeit noch keine Internet-Flatrate dafür habe, aber manche Sachen sind einfach baubedingt nicht gut gelöst.

Größe und Gewicht
Da ich bisher nur kleine Handys hatte, war das für mich schon eine große Umstellung. Im Moment stört es mich nicht so sehr, da es noch ganz gut in die Hosentasche passt, auch wenn es hier und da manchmal etwas drückt. Im Sommer, wenn man kurze Hosen trägt, könnte das anders aussehen. Wird sich zeigen.

Verarbeitung und Materialien
An sich sieht es schon recht gut verarbeitet aus, allerdings finde ich die Materialien nicht so widerstandsfähig, wie bei meinen alten Handys. Es ist noch nicht so alt, aber man sieht schon leichte Gebrauchsspuren.
Haptisch finde ich das Material etwas zu glatt und plastikmässig. Es liegt mir irgendwie nicht so gut in der Hand. Ich habe das Gefühl, es flutscht mir, wie ein Stück Seife, aus der Hand.

Gehäuse
Hier gibt es nicht so viel zu sagen, da sich nicht viel drauf befindet, außer einigen wenigen Knöpfen und dem Display.
Mir sind nur zwei negative Dinge aufgefallen, die mich persönlich sehr stören.
Zum einen reicht es im ausgeschalteten Zustand den Einschalt-/Ausschaltknopf nur ganz kurz zu drücken, und schon schaltet sich das Gerät ein. Um es auszuschalten, muss man den Knopf längere Zeit gedrückt halten. So passierte es mir anfangs, dass ich das Handy aus versehen eingeschaltet habe, indem ich in die Tasche gegriffen und zufällig dran gekommen bin.
Der andere Nachteil ist einer, den viele nicht als Nachteil, sondern als Vorteil sehen. Läuft gerade ein Media-Player (um z.B. Musik abzuspielen), dann lässt sich der Lautstärke-Regler auch bei eingeschalteter Tastensperre bedienen. Mich stört das allerdings, da ich die Lautstärke selten verändere. So passiert es mir aber immer wieder, dass sich die Lautstärke in der Tasche selbst verstellt, oder ich es unabsichtlich beim Rausholen des Handys aus der Tasche mache.

Dafür habe ich jetzt zwar eine Lösung, aber keine ganz so schöne. Ich habe mir zunächst eine kleine Ledertasche von HTC passend zum Handy gekauft. Die ist auch schön und fühlt sich gut an, aber man muss das Handy zum Bedienen immer aus der Tasche ziehen.
So habe ich mir so eine Silikon-Ummantelung gekauft. So ist der Einschaltknopf und der Lautstärkeregler abgedeckt, so dass man nicht so einfach aus Versehen dran kommt. Es macht das Handy aber auch noch größer. Zugegeben, so liegt es besser in der Hand und fühlt sich nicht mehr ganz so wie ein Stück Seife an.

Akku
Tja, das ist eine der größten Schwachstellen. Auch wenn ich wenig Stromfresser, wie GPS oder Internet nutze, der Akku hält kaum länger als 2 Tage. Bei Nutzung dieser Stromfresser wird es vielleicht ein Tag sein.
Bisher haben meine Handys locker eine Woche und mehr ausgehalten. Aber dafür konnten sie natürlich auch nicht so viel.

Display
Das Display ist schön groß, die Farben sind klar und leuchtend, alles sieht gut und scharf aus. Auch wenn man von der Seite schaut und bei starkem Sonnenlicht.
Leider ist es auch recht anfällig für Fingerabdrücke. Bei der Benutzung sieht man die nicht, aber wenn das Handy irgendwo liegt, und man von der Seite drauf schaut, dann schon. An sich nicht schlimm, sieht nur nicht so schön aus.
Trotz des großen Displays finde ich, dass es sich nicht so wirklich gut Surfen lässt. Man muss bei den meisten Seiten nicht nur runter, sondern auch zur Seite scrollen.

Kamera
Es ist eine 5 Megapixel-Kamera sogar mit einem kleinen Blitz. Aber wirklich gute Bilder macht sie nicht. Außerdem fehlen noch einige gute Apps für die Kamera, wie ich sie unter iPhone4 schon gesehen habe.
Das Problem ist halt, dass die Apps des iPhone eben nur auf dem iPhone laufen und demnach muss sich der Entwickler nicht um eventuelle andere Geräte mit anderen Kameras kümmern. Bei Android ist das ja anders.
Schön ist, dass sich die Kamera als Barcode-Scanner nutzen lässt. So kann man QR-Codes auslesen, aber auch Codes von z.B. Ware im Geschäft. Mit den richtigen Internet-Diensten kann man sich so z.B. schnell den günstigsten Anbieter oder was so in Lebensmitteln drin ist anzeigen lassen.

Interner Speicher
Mit 512 MB sind zwar viel, aber die sind ganz schnell voll. So richtig habe ich noch nicht herausgefunden, woran das liegt. Selbst als ich alle Apps auf meine SD-Karte verschoben habe, war der Speicher recht voll.

GPS&Navi
Kann ich noch nicht viel zu sagen, habe ich noch nicht wirklich ausprobiert. Wird eich aber demnächst machen.
Interessant finde ich solche Einsatzgebeite, wo man das Handy als Trainigshilfe für Jogger oder Radfahrer nutzen kann. Oder auch die erweiterte Realität, anhand der Koordinaten und dem eingebauten Kompass, können auf dem Kamerabild live Erklärungen von z.B. Sehenswürdigkeiten aus Wikipedia angezeigt werden.

Beschleunigungssensoren
Die reagieren manchmal etwas träge und manchmal auch falsch. Damit sollte das Handy eigentlich merken, ob man es hochkant oder quer hält, und dementsprechend das Bild auf dem Display drehen. Tja, manchmal muss man ein wenig warten, bis es das kopiert.

Look&Feel
Alles in allem sieht und fühlt sich die Benutzeroberfläche schon ganz gut an. Subjektiv habe ich das Gefühl, dass sich das iPhone vielleicht einen Tick schneller bedienen lässt, weil dort weniger oder schnellere Menüanimationen eingesetzt werden.
Alles in allem lässt sich aber alles gut und mehr oder weniger intuitiv bedienen.
Da man aber verschiedene Stile generieren kann, sehen manche Apps wie Fremdkörper aus, und nicht wie aus einem Guss.

Tastatur
Es gibt keine „richtige“ Tastatur, aber eine OnScreen-Touch-Tastatur. Es fällt mir schwer wirklich gut damit zu schreiben. Hab anscheinend zu dicke Finger. Ich kenne aber Leute, die können darauf wirklich schnell tippen.
Einerseits kann ich das Handy jetzt nicht mehr nur mit einer Hand bedienen, andererseits kann man schon besser und mehr damit tippen.
Ich muss noch etwas üben.

Einstellungen
Die Einstellungen sind gut sortiert und vielfältig. Manche Optionen sind aber aus meiner Sicht zu wenig beschrieben. So kann man z.B. zwischen keinen, einigen oder allen Animationen wählen. Aber was das eigentlich bewirkt, muss man vermutlich im Handbuch nachlesen.
Die meisten sind aber selbsterklärend.

Betriebssystem
Das Betriebssystem ist das Sense, ein von HTC angepasstes Android. Android wiederum ist ein Linux basierendes und von google entwickeltes Betriebssystem. Es ist mehr oder weniger Open Source.
An sich eine gute Sache, bis auf diese Anpassung von HTC. Das bedeutet nämlich, dass wenn es eine neue Version von Android gibt, HTC die erst für die einzelnen Handy-Modelle anpassen und ausliefern muss. Man kann zwar auch sogenannten Custom-ROMs nehmen, die von irgendwem erstellt wurden, aber die laufen oft nicht sehr stabil.
Und da eine solche Anpassung Kosten verursacht, kommt sie entweder spät, oder bei etwas älteren Handy-Modellen unter Umständen gar nicht.
Beim iPhone kommt das Update raus, und man kann es direkt nutzen. Wobei ich vermute, dass das neueste iOS auch nicht auf den ganz alten iPhones laufen wird.

Apps
Es gibt zwar noch nicht so viele Apps, wie fürs iPhone, aber es ist absehbar, dass es in Kürze mehr sein werden. Wobei das nicht entscheidend ist, denn hier geht Qualität vor Quantität.
Es gibt viele gute und nützliche Apps. Der überwiegende Anteil ist aber Schrott bzw. unnütz (übrigens ist das beim iPhone nicht anders).
Der Nachteil bei den Android-Apps ist, dass sie nicht gefiltert werden. So können sich auch schadhafte Programme darunter verbergen. Andererseits gab es schon genügend Beispiele, wo Apps aus dem iPhone-App-Store von Apple entfernt wurden, auch wenn sie nicht schadhaft waren. So ist man der Willkür von Apple ausgeliefert.
Ärgerlich finde ich, dass man derzeit in Deutschland kostenpflichtige Apps nur mit Kreditkarte bezahlen kann. Schön wären alternative Bezahlarten wie z.B. PayPal.

Widgets
Widgets sind kleine Apps bzw. Teile von Apps, die man direkt auf dem Start-Bildschirm, quasi auf dem Desktop benutzen kann. So kann man sich z.B. direkt das Wetter, Nachrichten, Handystatus, und vieles mehr anzeigen lassen. Ich persönlich meine hier, weniger ist mehr. Ich nutze nur ein ToDo-Widget, und ein Kalender-Widget, welches ich mir 3x auf den Desktop gezogen habe (Kurzform, Listenform und Kalenderansicht).

Spiele
Ich spiele ja nicht mehr bzw. nur noch wenig. Bisher haben mich auch Spiele auf Handys nicht so gereizt. Hier ist das etwas anders. Um sich z.B. in der bahn die Zeit zu vertreiben, oder auf dem Klo, sind sie ganz nett. Besonders angetan hat es mir das Spiel „Angry Birds“. Knifflig, erfordert Geschick und Grips und hat so kurze Runden, dass man sie ganz praktisch in sehr kurzen Zeiträumen zwischendurch spielen kann.

Alles in allem würde ich schon sagen, dass das iPhone4 ein klein wenig besser ist. Aber dafür kostete es zu der zeit, als ich das Gerät gekauft habe, das Doppelte. Und das war es mir nicht wert.
Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

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Ein Gedanke zu “Neues Handy: HTC Desire (AMOLED)

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