Ärger mit Werkstätten, oder warum unser Auto 10 Wochen weg war (Teil 2)

Hier geht es zu Teil 1.

Also brachten wir das Auto am 13.11.2010 zu Autogas Rheinland. Dort haben wir noch Mal alles geschildert, was vorgefallen war, und auch die Rechnung von Möltgen vorgelegt. Seine Meinung war, dass es einfach nur dreist war, was da mit uns gemacht wurde, und was wir alles bezahlt haben.

Und jetzt kommt der dicke Hammer. Er macht die Motorhaube auf, schaut zwei Sekunden rein, schaut mich an, und fragt mich: „Haben Sie nicht gesagt, es ist kein Additiv verbaut?“.
Ich antwortete, dass mir das so gesagt wurde. Daraufhin zeigte er auf ein Teil, auf dem „Valve Care“ stand, und fragte mich: „Und was ist das?“.
Tja, das Valve Care ist ein Additiv und war sehr wohl verbaut. Möltgen wollte uns also etwas für ursprünglich 1750 € einbauen, was wir schon hatten.
Da ich den Auftrag schriftlich vorliegen habe, und der Geschäftsführer alles (mit Bildern) dokumentiert hat, werde ich mich juristisch beraten lassen, ob man rechtlich dagegen vorgehen kann.
Außerdem meinte der Geschäftsführer, dass das sehr wohl ein Versicherungsfall wäre, da das geforderte Additiv eingebaut ist. Er wollte versuchen es über die Versicherung laufen zu lassen.
Er fragte uns auch, ob Möltgen uns darauf hingewiesen hat, dass die Schläuche zur Gasanlage porös waren. Nö, haben die nicht. Er zeigte es mir, und selbst ich habe das erkannt.

Diese neue Werkstatt schien kompetenter zu sein, als Möltgen, und wir hatten eh nicht viel andere Alternativen, also unterzeichneten wir den Auftrag. Außerdem gelobte man uns auf dem Laufenden zu halten.

Auch hier verging Tag um Tag, Woche um Woche. Auf eMails wurde auch nicht geantwortet. Telefonisch bekamen wir dann heraus, dass man für die Versicherung noch Messungen durchführen musste, aber nun alle Unterlagen zur Versicherung geschickt wurden. Auf Anfrage teilte uns die Versicherung mit, dass keine Unterlagen angekommen seien. Also wieder versucht die Werkstatt zu kontaktieren. Und so lief das Spielchen weiter. Irgendwann hatte die Versicherung die Unterlagen, und wollte einen Sachverständigen schicken.

Der Sachverständige stellte fest, dass die Ventilsitze verschlissen waren, weil sie zu weich waren. Mit anderen Worten, der Motor ist nicht für eine Gasanlage ausgelegt. Das war mir schon bewusst, da ich wusste, dass Ford erst ab zwei Liter Hubraum die Motoren für eine Umrüstung freigegeben hat. Aber beim kauf dachte ich, dass das schon seine Richtigkeit hatte, da die Anlage ja drin war, funktionierte und versichert war.
Natürlich lehnte die Versicherung es ab, die Kosten zu übernehmen. Damit das endlich voran geht, beauftragten wir die Werkstatt den Motor nun gasfest zu machen, um die Versicherung würden wir uns später kümmern. Wir brauchten dringend das Auto wieder.
Der Versicherung teilte ich noch mit, dass wir damit nicht einverstanden sind. Laut deren Auslegung, ist der Schaden nicht durch die Gasanlage entstanden, sondern weil die Ventilsitze zu weich sind. Ich sehe das allerdings anders. Wäre die Gasanlage nicht da, dann hätten wir den Schaden nicht. Also muss es die Gasanlage schuld sein. Und wenn die Gasanlage nicht hätte verbaut werden dürfen, weil der Wagen nicht freigegeben ist, dann hätten die ihn auch nicht versichern dürfen. Und als Versicherung für Autogasanlagen wissen die genau welche Autos zugelassen sind, und welche nicht.
Die haben die Anlage aber versichert und Geld kassiert. Also sehe ich keinen Grund, warum sie nun auch nicht zahlen sollen.
Auch hier werden wir uns juristisch beraten lassen, und dagegen vorgehen.

Die Zeit verging, und es wurde Winter. Ich fragte erneut nach dem Status. Der Zylinderkopf sei nun beim Instandsetzer (übrigens der gleiche Instandsetzer, wo auch Möltgen hin wollte, allerdings zu einem ganz anderen Preis). Durch die Straßenbedingungen bekommen die aber im Moment sehr schlecht Ersatzteile und es verzögert sich alles. Sobald der Instandsetzer fertig ist, kann auch die Werkstatt loslegen, es sei alles schon bereit.

In der Woche vor Weihnachten hieß es dann, dass die damit rechnen, dass der Zylinderkopf am Donnerstag (am tag vor Heiligabend) zurück erwartet wird. Wenn er da ist, würden die direkt los legen, und ich könnte das Auto am folgenden Tag abholen. An Heiligabend? Na ja, egal, Hauptsache wir bekommen es endlich wieder. Am Donnerstag meldete sich aber niemand, es war auch niemand erreichbar. Ich saß auf heißen Kohlen, da ich wartete, wann ich endlich los kann. Leider wieder keine Info.
Und so sind wir über Weihnachten mit der Bahn zu unseren Familien gefahren, die zur Weihnachtszeit (Achtung Ironie) sehr zuverlässig fuhr.

Nach Weihnachten bekamen wir dann endlich den erlösenden Anruf. Der Zylinderkopf ist da, wird gerade eingebaut, und wir können das Auto in den nächsten zwei Tagen abholen.
Bezahlt haben wir dafür 1900 €. Der Motor ist nun gasfest, d.h., man kann damit jetzt auch schneller als 120 km/h fahren, und er ist vom Instandsetzer für die nächsten zwei Jahre versichert.
Außerdem wurde die Anlage auf das Auto justiert, und soll nun weniger verbrauchen.

Seit dem haben wir keine weiteren Probleme gehabt.

Fazit
Das Auto stand vom 19.10.2010 bis zum 12.11.2010 bei Möltgen, dann vom 13.11.2010 bis zum 29.12.2010 bei Autogas Rheinland. Also insgesamt über 10 Wochen. Und wir sind 2350 € ärmer (Telefonate und die Zeit, die wir verbraten haben und die Kosten für die öffentlichen Verkehrsmittel nicht eingerechnet).
Ich hoffe, dass wir von der Versicherung noch einen Teil zurück bekommen. Aber sonst so war das Fahrzeug immer noch recht günstig (Anschaffungspreis + Reparatur). Aber das Geld haben und nicht haben…
Und der ganze Ärger. Das war das schlimmste daran.

Dennoch bin ich von Autogasanlagen überzeugt. Sie sparen und sind besser für die Umwelt. Man muss sich nur besser damit auskennen, um solchen Problemen im Keim vorzubeugen.

Was Werkstätten anbelangt, habe ich viel dazugelernt.
Wenn man nicht einen fachkundigen Freund hat, dem man vertraut und der einen zur Seite stehen kann, dann ist man der Willkür der Fachleute ausgesetzt. Und in meinem Falle wurde das auch richtig dreist ausgenutzt.
Kommunikation, Service und Kundenfreundlichkeit sind da noch recht unbekannte Aspekte. eMail scheint noch Sience Fiction zu sein. Neumodischer Kram, wie Telefon wird ab und an genutzt. Wie die sonst mit ihren Kunden kommunizieren? Buschtrommel? Rauchzeichen? Teekesselchen? Kurier zu Pferd? Brieftauben? Ich weiß es nicht. Jedenfalls mir nicht bekannt.

Alles in allem eine fast unglaubliche Geschichte. Lernt aus meinen Fehlern!

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