Ärger mit Werkstätten, oder warum unser Auto 10 Wochen weg war (Teil 1)

Das wird eine etwas längere Geschichte, daher teile ich sie auf.

Es ist eine Geschichte, die man kaum glauben kann, aber leider ist sie wahr.
Ich schreibe diese Geschichte, um mir den Frust von der Seele zu schreiben, und um andere zu warnen.

Alles begann, als wir uns letztes Jahr ein neues Auto zulegen wollten. Unser alter Nissan Almera (Diesel) hat gute Dienste geleistet. Es wäre aber einfach nicht rentabel ihn noch Mal richtig fit zu machen. So entschieden wir uns, das Geld lieber in ein neues Auto zu stecken.
Diesmal sollte es jedoch kein Diesel mehr werden, da die Preise für Dieselkraftstoff schon mehrmals auf dem gleichen Niveau waren, wie die für normales Benzin. Außerdem ist es absehbar, dass in näherer Zukunft eine Pflicht auf Rußpartikelfilter erlassen wird (ähnlich, wie damals beim geregelten Katalysator), und die Nachrüstung teuer werden würde.

So entschieden wir uns einen Benziner zu kaufen, und ihn mit einer Gasanlage auszustatten. Nach langem Suchen haben wir dann schließlich einen gebrauchten Ford Focus Baujahr 2008 gefunden, der sogar schon eine Prins-Gasanlage eingebaut hatte, und zu einem erstaunlich gutem Preis zu haben war.
Natürlich haben wir eine Probefahrt gemacht, und das Auto auch von TÜV checken lassen. Leider konnte der TÜV nicht viel sagen, da die mit so neuen Autos und auch mit Gasanlagen keine Erfahrung haben.

Wir haben das Auto also gekauft, und waren, bis auf einen Kurzschluss direkt am ersten Tag, eigentlich ganz zufrieden damit. Die Ersparnis gegenüber unserem Diesel lag bei einem Drittel.

Irgendwann merkten wir, dass der Motor im Leerlauf etwas unruhig lief. Auch die Leistung schien nachgelassen zu haben. Als dann kurz darauf die Warnleuchte für den Motor aufleuchtete, wollten wir das prüfen lassen.
So brachten wir das Auto am 19.10.2010 zum Autohaus Möltgen GmbH in Brühl. Das ist ein Fordhändler mit einer von Prins zertifizierten Werkstatt.
Ich war nicht dabei, als das Fahrzeug hin gebracht wurde, aber es hieß, dass wir mit Kosten von ca. 1500 € rechnen können. Als wir dann am Abend hingegangen sind, um den Auftrag zu unterzeichnen, waren es tatsächlich 1750 €. Als Ursache für den Schaden wurde das Fehlen eines Additivs genannt, welches man optional bei Autogasanlagen mit einbaut. Da Autogas heißer verbrennt als Benzin, wird ein Additiv eingespritzt, um z.B. die Ventile zu schonen.
Wir haben eine Versicherung, die für einen durch die Gasanlage entstandenen Motorschaden aufkommen soll. Laut der Werkstatt war das aber kein Versicherungsfall, da das von der Versicherung geforderte Additiv nicht eingebaut war.

Leider war die Werkstatt für die nächsten zwei Wochen ausgebucht. Wir wollten aber keinen noch größeren Schaden riskieren, und haben das Fahrzeug bei der Werkstatt stehen lassen.
Meine Freundin hat sich extra eine Woche Urlaub genommen, da sie jeden Tag 60 km zur Arbeit fahren muss (eine Strecke).
Wir sind davon ausgegangen, dass nach den zwei Wochen (wenn der Terminplan der Werkstatt wieder frei ist) unverzüglich mit der Reparatur begonnen wird, und wir das Auto nach ca. 2,5 – 3 Wochen fertig abholen können.

Und hier fing das eigentliche Dilemma an. Als sich nach ca. 2,5 Wochen niemand meldete, wollten wir nun wissen, wie der Status ist, und wann wir das Auto endlich abholen können.
Der Werkstattmeister teilte meiner Freundin (als sie anrief) mit, dass er den Motor nun geöffnet hat, und dabei festgestellt hat, dass wohl doch mehr defekt sei, als zunächst angenommen. Ich bin kein Automechaniker, deshalb kann ich das nicht fachgerecht wiedergeben, aber es waren irgendwelche Tassen und Ventile verschlissen. Die Reparatur würde nun ca. 2300 € kosten.
Da meine Freundin unsicher war, bat sie mich noch Mal mit ihm zu sprechen, und mir das erklären zu lassen. So rief ich an, und er sagte mir, dass wir entweder das Additiv einbauen lassen sollen, und mit dem Risiko leben müssen, dass irgendwann der Motor ganz kaputt geht, oder den Motor beim Mototreninstandsetzer gasfest machen lassen sollen. Das würde allerdings ca. 3300 € kosten und mindestens zwei weitere Wochen dauern. Empfehlen würde er mir aber beides (Additiv und gasfest machen lassen), was dann 3800 € kosten sollte.
Da bin ich aus allen Wolken gefallen. Ich bat um ein persönliches Gespräch. Leider hat die Werkstatt Öffnungszeiten, die kein normal arbeitender Mensch wahrnehmen kann. Um 17 Uhr ist da Schicht im Schacht. So musste ich extra früher von der Arbeit, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Bei dem Gespräch ist nicht viel rumgekommen. Es wurde uns nur mitgeteilt, dass wenn wir den Motor gasfest machen wollen, wir unseren Zylinderkopf dafür nehmen müssen, weil Ford die nicht liefern kann. Verstanden habe ich das nicht, weil ich mich gefragt habe, was andere machen, deren Zylinderkopf vielleicht ganz defekt ist, und ausgetauscht werden muss. Aber gut, was soll’s.
Ich habe dem Werkstattmeister aber ganz deutlich gemacht, dass ich mit seiner Vorgehensweise und dem Service unzufrieden bin. Ich erwarte von einer Fachwerkstatt, dass mir direkt am Anfang der Schaden und der Preis genannt werden, und wann die Reparatur ca. abgeschlossen sein wird. In unserem Fall hat man erst während der Reparatur nach und nach festgestellt, was defekt ist, und bei jedem Gespräch (egal ob telefonisch oder persönlich) jedes Mal einen höheren Preis genannt.
Die Ausrede war, man hätte ja keine Röntgen-Augen und könnte nicht in den Motor schauen. Ehrlich gesagt, ist mir das egal. Von einer Hinterhof-Bastel-Werkstatt kann ich so etwas erwarten, aber nicht von einer Fachwerkstatt. Spätestens nach dem Öffnen des Motors, als man festgestellt hat, dass der Schaden größer war, als angenommen, hätte eine sorgfältige Analyse statt finden müssen.
Hätte man den tatsächlichen Schaden direkt am Anfang festgestellt (wie ich es eigentlich erwartet habe), hätte man den Zylinderkopf zum Instandsetzer schicken können (der ja zwei Wochen braucht). Bis der Zylinderkopf zurück gekommen wäre, wäre auch der Terminkalender wieder frei, und man hätte die Reparatur abschließen können. Dann wären wir bei den von mir angepeilten 2,5-3 Wochen. Das wäre für mich guter Service.

Durch die sich ständig ändernden Aussagen und Preise, und natürlich durch den hohen Preis, war ich mehr als verunsichert. Da wir Donnerstag hatten, bat ich erst mal nichts zu unternehmen, da ich Bedenkzeit brauchte.
Am Wochenende haben wir dann unsere Situation in Autogas-Internetforen dargestellt, und uns Tipps von anderen Menschen mit ähnlichen Erfahrungen geholt. Dort wurde uns gesagt, dass das Gasfestmachen überall normalerweise nicht mehr als 2000 € kostet (Arbeitszeit und Ersatzteile inklusive). Wir sollen da bloß weg, das kann nicht mit rechten Dingen zugehen bei dem Preis. Uns wurde auch eine Werkstatt in unserer Nähe empfohlen, die auf Gasanlagen und Gasfestmachen spezialisiert ist.
So habe ich erst Mal eine eMail geschrieben, um mich zu informieren. Als keine Antwort kam, habe ich angerufen. Mir wurde bestätigt, dass das Gasfestmachen nicht mehr als 2000 € kostet. Wir sollen das Auto einfach hinbringen.

So habe ich direkt Möltgen direkt per eMail angewiesen das Auto wieder so zusammen zu bauen, wie ich es hingebracht habe (es fuhr ja noch). Außerdem habe ich um einen Termin gebeten, wann die mit dem Zusammenbau fertig sind, und ich das Auto holen kann.
Natürlich kam keine Antwort. Ich frage mich, ob die irgendwie in den 1970er Jahren stehen geblieben sind, und neue Kommunikationsmittel nicht kennen. Sie scheinen nur reiche Rentner als Kunden zu haben, die eMails nicht kennen und tagsüber nichts Besseres zu tun haben, als sich mit der Werkstatt rumzuschlagen.
So schrieb ich noch eine, diesmal „böse“ eMail. Zur Sicherheit habe ich dann versucht auch um 16.50 Uhr anzurufen. Natürlich ging niemand mehr ran. Mir platze der Kragen. Ich dachte, ich wäre der Kunde, der zahlt. Wieso soll ich ständig der Werkstatt hinterher rennen. Es ist eigentlich deren Aufgabe mich zu informieren.
So sammelte ich alle eMail-Adressen von Möltgen (auch die von anderen Niederlassungen) und schrieb noch eine „böse“ eMail. Und, oh Wunder, diesmal bekam ich auch eine Antwort. Ob der Grund für die Antwort war, dass ich die Mail an alle möglichen Adressen geschickt habe? Ich weiß es nicht, aber ich hab da so eine Vermutung.

In der Mail hieß es, dass ja alles doof gelaufen wäre, aber Möltgen nichts dafür könnte, dass unser Auto kaputt ist. Habe ich das je behauptet? Nein! Das hat mir gezeigt, dass die überhaupt nicht verstanden haben (oder nicht verstehen wollten), warum ich mich aufgeregt habe.
Ach ja, ein Abholtermin wurde mir nicht genannt.

So schrieb ich die letzte, diesmal „ganz böse“ eMail. Dort schrieb ich unter anderem rein, dass ich am nächsten Tag mein Auto abhole. Und wenn es bis dahin nicht fertig sein sollte, würde ich eben so lange dort warten, bis es fertig ist.

Am nächsten Tag bin also das Auto abholen gegangen. Dort wurde ich vom Geschäftsführer, dem Werkstattmeister und noch einem Mann bearbeitet. Ich habe ihnen versucht das aus der Sicht des Kunden darzustellen, damit sie verstehen, dass das, was die mit mir veranstaltet haben, das Gegenteil von Service und Kundenfreundlichkeit ist. Aber sie wollten es nicht verstehen.
Ich hab das dann auch abgebrochen, weil es mir zu blöd wurde. Ich hatte eh mit der Werkstatt abgeschlossen.
Ich sollte noch ein Blatt unterzeichnen, auf der stand, dass ich das Auto auf meine eigene Verantwortung mitnehme. Unterzeichnet habe ich nichts. Zum einen bin ich nicht dazu verpflichtet, zum anderen weiß ich nicht, was die so mit meinem Auto angestellt haben. Es könnte ja zufällig ein Schräubchen in den Motor reingefallen sein.
Außerdem musste ich 450 € zahlen, weil man ja Analyse und Messungen durchgeführt hat, und irgendwelche Teile getauscht hat. Man sei aber mit dem Preis schon aus Kulanz runter gegangen.
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Das Auto stand nun fast 4 Wochen dort. Es wurden irgendwelche Teile verbaut, die aber den Schaden nicht beheben. Das Auto ist im gleichen Zustand, wie ich es hingebracht habe, und dafür soll ich 450 € zahlen.
Es gibt kaum ein besseres Beispiel dafür, wie man seine Kunden los wird.

Ich habe das Auto einfach um die Ecke gefahren und dort geparkt, um es dann am Wochenende zu der anderen Werkstatt zu bringen.

Dies ist das Ende von Teil 1. Wer mir das alles nicht glauben will, ich habe noch den kompletten Schriftverkehr und alle unterschriebenen Dokumente, die belegen, dass ich die Wahrheit schreibe.

Freut euch schon auf Teil 2. Der wird noch besser als Teil 1.

Hier geht es zum zweiten Teil.

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3 Gedanken zu “Ärger mit Werkstätten, oder warum unser Auto 10 Wochen weg war (Teil 1)

  1. Das ist ja wirklich richtig ärgerlich. Ich bin meistens bei Gebrauchtwagen auch sehr skeptisch. Bei der Probefahrt muss immer mein Mann dabei sein, um alles durchzuchecken. Er kennt sich da ein wenig aus. Wenn mein Mann keine Zeit hat und alle Stricke reißen, nehme ich einen guten Bekannten von uns mit, der KFZ Mechaniker ist.

  2. Pingback: Ärger mit Werkstätten, oder warum unser Auto 10 Wochen weg war (Teil 2) | Der scharfe Blog

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