Cheesburger à la MacGamba (Grillpfannentest)

Gestern bin ich auf die Idee gekommen mir eine Grillpfanne zu kaufen. Ich habe zwar einen Elektro-Tischgrill (auf dem Balkon darf ich keinen Kohlegrill nutzen), aber den jedes Mal nur für zwei Personen rausholen, aufstellen und hinterher wieder reinigen ist sehr umständlich.

Da ich aus Erfahrung weiß, warum teure Pfannen so viel kosten, habe ich direkt ein paar Euro mehr investiert und mir etwas Vernünftiges gekauft, an dem ich sehr lange Freude haben werde.
So habe ich mir direkt keine beschichtete sondern eine gusseiserne Grillpfanne gekauft. Diese sind unempfindlicher und werden auch heißer bzw. halten die Hitze besser.

Bin also gestern Abend noch schnell zum Küchenzubehörladen meines Vertrauens (Küchenwicht) gelaufen, wo ich damals auch mein gutes Messer gekauft hab. Die Entscheidung ist dann auch recht schnell gefallen.

Um die Pfanne zu testen, habe ich dann direkt auch ein passendes Gericht vorbereitet: Cheesburger.
Diese sind billig und einfach zu machen. Man kann da kaum was falsch machen.

Burger an sich sind eigentlich sehr vielseitig. Man kann sie im Prinzip mit allem Vorstellbaren garnieren. Und aus eigener Erfahrung (hab während meiner Abi-Zeit beim goldenen M gearbeitet um mir so kleine Extras wie eigenes Auto oder ausschweifende Partywocheneden leisten zu können) weiß ich, dass es sehr viele Vorlieben und Abneigungen gegen einzelne Zutaten wie Tomaten, Zwiebeln (kann man auch anbraten) oder Gurken (eingelegt oder frisch) gibt. Macht man Burger selbst, kann sich jeder seinen Burger nach Belieben selbst garnieren. So gibt es keinen Stress und jeder ist zufrieden.

Was braucht man dafür?
Hamburgerbrötchen und Rinder-Hackfleisch sind die Grundzutaten, der Rest ist variabel. Der Unterschied zwischen einem Ham- und einem Cheesburger ist einfach der Käse.
Klassisch wird da noch Salat, Tomate, Gurke, Zwiebel und Saucen drauf gegeben. Ich mag es ja ganz gerne scharf, daher mache ich mir einen Chili-Burger, also mit Jalapeños.

Wie fängt man am besten an?
Ich mache das meistens so, dass ich die Brötchen halbiere und dann von der Innenseite anbrate. In den Hamburgerbrötchen ist meist Zucker drin. Der ist da aber weniger wegen dem Geschmack drin. Werden die Brötchen angebraten/angetoastet, karamellisiert der Zucker und bildet eine feste knusprige Schicht. Diese Schicht verhindert dann weitestgehend, dass die Saucen nicht zu schnell in das Brötchen einziehen. So wird das Brötchen nicht matschig. Aber Vorsicht, die Brötchen verkohlen sehr schnell.

Als nächstes bereite ich das Fleisch vor. Mann kann pro Burger so 120 – 180 g an Fleisch einplanen, je nach Größe des Brötchens und des Hungers. In vielen American Sportbars werden meist 180g genommen. Man tut das Fleisch in eine Schüssel, tut Salz, Pfeffer, scharfen Rosenpaprika (Pulver) und evt. Muskatnuss oben drauf. Dazu kommt noch ein komplettes Ei. Diese Masse knetet man mit den Händen gut durch, so dass sich alles gut vermischt und das Ei einzieht. Diese Masse teilt man dann in so viele Portionen auf, wie man Burger machen will, und formt diese Portionen zu festen (!!!) Kugeln.
Man legt nun eine Kugel auf eine Unterlage, wo sie nicht so gut kleben, und drückt diese einfach mit der flachen Hand platt. Beim Plattdrücken sollte man irgendwann die zweite Hand zu Hilfe nehmen, wenn der Klumpen zu breit für eine Hand wird. So entstehen die Fleischscheiben, die in der Systemgastronomie Patties genannt werden. Deren Durchmesser sollte etwas größer sein, als der des Brötchens, da das Fleisch beim Braten/Grillen Feuchtigkeit verliert und schrumpft.

Anschließend können die Patties in die Pfanne. Im Prinzip ist es egal, ob es eine normale Pfanne ist, eine Grillpfanne oder ein Grill, es funktioniert mit all diesen Geräten. Bei Pfannen sollte man nur die Hitze nicht so hochdrehen (bei Eisengusspfannen noch weniger), da das Fleisch relativ dick ist. Sonst wird es außen schwarz und innen noch roh. Zu niedrig sollte die Hitze aber auch nicht sein, sonst braucht das Fleisch zu lange zum durchbraten und dadurch wird es trocken. Einfach ausprobieren, so schwer ist es nicht.

Wie brät man das Fleisch richtig?
Tja, ich hab das nie wirklich gelernt, aber ich hab da eine Theorie, die auch funktioniert. Ich lege das Fleisch in die Pfanne und lasse es so lange liegen, bis es fast zur Hälfte durch ist. Erst dann wende ich es und lasse es wieder so lange liegen, bis ich denke, dass es durch ist. Das kann man normalerweise gut an der Seite sehen. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass sich an der Stelle, wo das Fleisch die Pfanne berührt, eine feste (später auch dunkle) Schicht bildet. Diese Schicht verhindert es, dass zu viel von dem Saft raus fließt. Wenn man dann das Fleisch wendet, passiert das gleiche auf der anderen Seite, und der Saft bleibt so eingeschlossen. Daher gebratenes/gegrilltes Fleisch nie mir Gabeln wenden. Durch die Einstichstellen tritt der Saft aus. Lieber Zangen verwenden.
Ist das Fleisch gewendet, kann man die angebratene Seite, die nun nach oben schaut, mit Salz und Pfeffer würzen.
Bei Hamburgern wende ich meistens drei Mal. Für das erste und zweite Wenden lasse ich mir Zeit, das dritte sollte dann schnell gehen. Die letzten beiden Wendungen nutze ich nur noch dazu beide Seiten auf ungefähr gleiche Temperatur zu bringen.

Während das Fleisch nun brutzelt, kann man die anderen Zutaten vorbereiten. Als ich mit der Zubereitung angefangen habe, habe ich gemerkt, dass meine Remoulade und meine Hamburgersauce schon abgelaufen waren, also hat meine Freundin schnell eine Mayonnaise (eines der vielen Rezepte aus dem Internet) gezaubert.

Kleiner Trick ist noch den Käse auf das Fleisch zu geben, wenn es noch in der Pfanne ist. So kann der Käse schön schmelzen. Dabei kann man natürlich noch etwas zwischen Fleisch und Käse geben, wie z.B. Zwiebeln, oder wie in meinem Falle die Jalapeños.

Mit der Garnierung des Brötchens sollte man warten, bis das Fleisch fast fertig ist. So bleiben die Saucen auf und nicht im Brötchen. Es sollte aber schnell gehen, damit das Fleisch nicht verbrennt oder austrocknet.
Wie man garniert, bleibt jedem selbst überlassen. So was ist immer eine schöne Sache für einen Grillabend mit Freunden. Man kümmert sich nur um das Fleisch, stellt alle Zutaten auf den Tisch, und den Rest macht jeder selbst.

Zum Schluss kommt drauf. Fertig. Wenn die Brötchen inzwischen kalt, der Käse noch nicht ganz geschmolzen ist oder der erste Burger schon kalt ist, einfach die Burger für 2-3 Minuten bei mittlerer Hitze in die Mikrowelle stellen.
Dazu kann man noch prima Fritten oder Kartoffelecken und einen kleinen Salat als Beilage machen. Ist aber nicht nötig, die Burger sind schon sehr sättigend und enthalten auch nicht zu wenig Kalorien.

Fazit:
Die Pfanne ist ihr Geld mehr als wert. Mein Herd hat bei der Regelung drei Stufen (3 ist am heißesten). Mit der Pfanne reicht es so auf Stufe 2 oder sogar darunter zu bleiben. Trotzdem ging es relativ flott.
Man braucht nicht viel Öl/Bratfett, und das Fett, was aus dem Fleisch tropft, wird über die Rillen in der Pfanne abgeführt und kann zwischendurch auch abgegossen werden.
Das Fleisch wurde so, wie ich es mir gewünscht hab, außen etwas dunkler, innen leicht durch, aber immer noch schön saftig.
Und die Optik ist bei dem Ergebnis mit den grilltypischen Streifen sehr schön (vor allem bei Steaks).

Wenn man viel grillen möchte, sollte man einen richtigen Grill nehmen, aber so für zwischendurch ist das eine sehr gute Alternative.

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2 Gedanken zu “Cheesburger à la MacGamba (Grillpfannentest)

  1. Wow, und wieder bekomme ich richtig Hunger beim Lesen… 😉 Genau wie das letzte Rezept ausführlich beschrieben und vorallem sehr schöne Fotos – top! Selbstgemachte Hamburger sind auch einfach klasse, hab ich auch schon des Öfteren gemacht.

    gruß Malte

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