Man gönnt sich ja sonst nichts

Um den Geburtstag meiner Freundin zu feiern, sind wir in unser Lieblingsrestaurant ins Amabile in Köln gegangen.

Es war, wie immer, ein Hochgenuss. Mittwochs gibt es ein 5-Gänge-Menü inkl. Weinbegleitung. Inkl. Weinbegleitung heißt, dass zu jedem Gericht der passende Wein, also nicht den ganzen Abend der gleiche, serviert wird. Dazu komme eine schöne Atmosphäre und erstklassiger Service, weil der Laden sehr klein ist. Jeder Wunsch wird einem von den Augen abgelesen. Man fühlt sich dort einfach wohl.

Als Amuse-Gueule (Appetithäppchen oder „Gruß aus der Küche) gab es einen heißen Mozarella-Stäbchen an Tomatensalat mit Balsamico-Dressing.
Als Vorspeise hatten wir Gambas im Pancettamantel (eine Art von Schinken) auf Rettich-Carpaccio mit Orangendressing.
Limonenvichyssoise (kalte Suppe) mit Kaviar vom Lachs stellte die zweite Vorspeise dar, gefolgt von Culurgiones (Nuedelteigtaschen gefüllt mit Käse) an heller Trüffelsauce.
Die Hauptspeise war wieder mal der Hit. Kalbsbäckchen an Wasabicrepes auf dunkler Sauce.
Als ersten Nachtisch gab es die übliche Käseplatte. Kleine Käseauswahl von der Fromagerie Tourette (Fünf verschiedene Käsesorten aus einer Käserei in Straßburg). Es gab alles, von sehr weich, bis ganz hart, von mild bis sehr kräftig.
Und die letzte Nachspeise war dann ein Kleine Käseauswahl von der Fromagerie Tourette. Den letzten Wein haben wir ausgelassen (hatten schon genug intus), und haben stattdessen einen Espresso getrunken.

Habe vorher noch nie Kalbsbäckchen gegessen. Vom Geschmack her würde ich sagen, sind sie ähnlich, wie Rinderrouladen, vielleicht wegen der Sauce etwas kräftiger im Geschmack. Aber die Konsistenz ist einmalig. Wenn man mit der Zunge gegen den Gaumen drückt, zerfließt das Fleisch fast wie schmelzendes Eis, so zart war es.
Als wir das erste Mal dort waren, gab es kleine runde Taller, die von innen ein wenig an Hirn erinnerten. Sie waren aber sehr lecker, und die Konsistenz war überhaupt nicht so, wie man sich Hirn vorstellt. Später haben wir herausgefunden, dass es doch kein Hirn sondern Kalbsbries (Thymusdrüse, zuständig für das Wachstum) war. Früher war das wohl überall sehr bekannt, aber heute muss man das schon beim Metzger vorbestellen.

An Weinen hatten wir natürlich weiß und rot, je nach Speise. Kann mich noch an grauen Burgunder, Riesling, roten Burgunder und Shiraz erinnern.

Und das alles gibt es für 56 € und ein paar Zerquetschte pro Person. Essen und Trinken in dieser Qualität und mit diesem Service kriegt man sonst nirgendwo in Köln zu diesem Preis. Nicht mal annähernd.

Es war wieder mal ein sehr schöner Abend, der den Tag würdevoll abgeschlossen hat. Wir waren mit Sicherheit nicht das letzte Mal dort zu Gast.

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